Mit Playlists ist das schon so eine Sache. Ich für meinen Teil zähle mich eigentlich eher zu den (angeblich immer seltener werdenden) Albumhörern. Das unter anderem aus dem einfachen Grund, weil sich die meisten jener musizierenden Damen und Herren durchaus was dabei denken, welche Songs in welcher Reihenfolge auf dem fertigen Album landen.
Nicht immer steht einem beim Musikhören aber der Sinn nach epischen Geschichten. Seitdem sich meine mittlerweile komplett in das verlustfreie FLAC Format konvertierte Musiksammlung ungezwungen auf einer Festplatte versammelt und ob der Menge manchmal gar nicht so richtig weiß, was ich denn nun wirklich hören will, landet schon mal alles in einer Playlist, die dann im Zufallsmodus abgespielt wird.
Interessant, was da mitunter für Mischkulanzen an Musik zusammenkommt, worüber Christian Lehner bereits vor zwei Jahren unter dem Titel Shuffle my Soul geschrieben hat und auch bei mir fördert ein solches "shufflen" Songs zutage, auf die ich unter Vorsatz vielleicht nicht so schnell gestoßen wäre.
artist
title
Ozzy Osbourne
Trap Door
Depeche Mode
Useless (Live in London)
Calexico
Drenched
The Detroit Cobras
It's Raining
Slayer
Kill Again
Godflesh
Gift From Heaven (Heavenly)
Leonard Cohen
Villanelle For Our Time
Big Country
Harvest Home (Live)
Six Feet Under
Rock And Roll Ain't Noise Pollution
Eels
Woman Driving Man Sleeping
Kraut und Rüben
Man kann also sagen, dass das Ergebnis eher unter die "Kraut und Rüben" Kategorie fällt, als dass hier im Entferntesten widergespiegelt würde, wonach einem im Moment vielleicht der musikalische Gusto steht.
Die eigene Musiksammlung mag ja vielleicht noch wenigstens so halbwegs überschaubar sein, aber wie sieht das mit dem Soundpark aus? Ohne sich dort nun genauer auszukennen, ist es allein schon bei einer Menge von über 4800 Bands und Musikern einigermaßen schwer, sich von Artist zu Artist durchzuhangeln und jene Musik rauszufinden, nach der einem gerade der Sinn steht.
Der Soundpark wurde intelligenter
Ein solches Dickicht zu entflechten und nach Geschmack durchhörbar zu machen war das Ziel, welches sich die Kollegen vom Österreichischen Forschungsinstitut für Artificial Intelligence gesetzt hatten, deren Software im Hintergrund des neuen Soundpark Players läuft und zu jedem Artist drei ähnliche Songs vorschlägt. Wem das zu wenig ist, kann sich aber auch zusätzlich eine Playlist erstellen, bei welcher nach Angabe des ersten und letzten Songs acht ähnliche dazwischen liegende Stücke eingefügt werden. Wie das genau geht, wird an dieser Stelle erklärt.
Ich war zum Beispiel mal so frei, einen Kurztrip beginnend bei "Re-Progression" von den von mir sehr geschätzten Mastic Scum zu "So Far As I Can Gather" von Infernal anzutreten, der da folgenden Weg nahm:
artist
title
MASTIC SCUM
Re-Progression
NOISEBAZOOKA
Five Levels
? fragezeichen
never again
Liqubesides
Embittered Hearts (with Lish) (Instrumental)
Äpplicätör 120
Zupergott
Heinz
Wir sind immer noch LIVE
ALFORNER
Resume
Depresion
Bitches Of Your Mind
The Distracts
Don't Cry
INFERNAL
So Far As I Can Gather
Ich müsste nun freilich lügen, würde ich in dieser Playlist alles spitze finden (und es würde mir bei mancher der oben genannten Bands auch niemand abnehmen). Als Freund des kernigen Schwermetalls gehören aber zum Beispiel Depresion aus Dornbirn auf jeden Fall zu jenen Kapellen, die mir gut gefallen und auf die ich so ohne weiteres vermutlich nicht gestoßen wäre.
Wenn Sie also mal der heimischen Musiksammlung überdrüssig sind, im Soundpark gibt es viel zu entdecken. Hören Sie sich das an, Sie müssen Ihre Playlist ja nicht wie ich nur mit Metalbands generieren.
Der Soundpark wird künstlich intelligenter Dr. Arthur Flexer vom Österreichsichen Forschungsinstitut für Artificial Intelligence erklärt, wie man auf ähnlich klingende Musiker und Gruppen verweisen kann.
ofai.at Österreichsiches Forschungsinstitut für Artificial Intelligence.