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Berlin | 22.5.2008 | 13:10 
"Du bist verrückt, mein Kind, du musst nach Berlin."

 
 
Das Kind der Krise schaukeln
  Sie lieben Musik und sie sehen gut aus. Dem Publikum der Musikmesse (Pop Up in Leipzig wird auch in diesem Jahr zum siebten Mal in Folge wieder einiges geboten. Vom 22.-25. Mai finden in der ganzen Stadt Indie-Konzerte, Diskussionsrunden zum diesjährigen Thema "Nur neue Utopien für meinen Bruder und mich" und eine eintägige Messe statt. Was die Veranstalter eigentlich erwarten und was sie jedes Jahr von neuem antreibt, das ganze Spektakel zu organisieren - darüber haben wir mit dem freien Journalisten und Mitorganisator Matthias Puppe (31) gesprochen.
 
 
 
  In diesem Jahr scheint sich alles um die große Veränderung zu drehen, um die neuen Bahnen, die im Musikbusiness eingeschlagen werden müssen, um zu überleben und um die Weichen und Schranken dabei. Welchen Weg geht ihr als Organisatoren einer Musikmesse, was hat sich für euch verändert?

Die (PopUp war ja schon immer ein bisschen Abbild der Branche. Wenn man sich die Geschichte der Messe mal anguckt, sind wir eigentlich das Kind der Krise. Wir haben angefangen, als es bergab ging. Gerade zu dieser Zeit hatten viele Leute aus der Szene Bedarf sich zusammenzusetzen und über die Probleme der Indielabels und Musiker zu diskutieren. Wir hatten also immer eine zukunftsgerichtete Perspektive, da hat sich nicht viel geändert bis heute. Wir sind zwar gewachsen und mit 130-140 Ausstellern wirklich an der Kapazitätsgrenze angelangt, die Themen im Grunde aber immer noch dieselben rund um die Zukunft der Musikbranche.

 
 
 
 
  Warum braucht die Indie-Szene auch in dieser digitalen Zeit die (PopUp noch?

Die (Pop Up ist Ideengeber und Treffpunkt. Gerade letztes Jahr haben wir festgestellt, dass wieder einen erhöhten Bedarf gibt, miteinander zu reden, sich kennen zu lernen, ins Gespräch zu kommen. Die alten Zeiten, wo teilweise jeder nur auf sich geschaut hat, sind vorbei, denn wir sind alle mit dem gleichen großen Problem konfrontiert: uns fehlt eine Utopie. Wie soll es weitergehen? Wie kann man in der Zukunft mit Musik noch einen Gegenwert erzielen? Darum dreht sich die (Pop Up dann eben doch als richtig klassische Messe.

Du bist nun schon von Anfang an dabei, hast dieses Jahr die Foren organisiert und die Pressearbeit übernommen. Bekommst du eigentlich selbst noch etwas von der Messe mit in dem ganzen Stress?

Wie alle anderen Helfer bin auch ich natürlich stark eingebunden. Man bekommt natürlich ein bisschen was mit, wenn man im Produktionsbüro ist oder durch die große Halle mit den Ausstellern läuft. Man sieht wer da ist und bekommt vielleicht noch die Zugaben von ein paar Konzerten mit. Klar ist das irgendwie schade, aber man macht das ja dann doch auch hauptsächlich für die anderen und deren Wohlbefinden.
 
 
 
  Hast du trotzdem ein persönliches Highlight?

Eigentlich freue ich mich vor allem musikalisch auf vieles, wie zum Beispiel Jake the Rapper, Regina, Gustav und Bratze. Saturday looks good to me würde ich mir auch gern angucken. Aber das ist auch schon wieder Wunschdenken.

Und wer räumt danach auf?

Wir natürlich.
 
 
 
(Pop Up
  Live gibt es dieses Jahr also allerhand auf die Mütze, neben den oben schon genannten u.a. auch von Siva, I might be wrong, Fotos, Sir Simon Battle, Jeniferever, Björn Kleinhenz, Kevin Devine, A Heart Is An Airport, Wolke u.v.a.

Und geredet wird sowieso die ganze Zeit. Die Foren drehen sich rund um die Zukunft der Musikbranche, lokal wie global, live und im Netz. Unter anderem diskutieren Vertreter von Intro, CitySlang, FM4, Tonspion, Sinnbus, Freibank, Who put the L in Leipzig, Rockcity Hamburg, Piranha u.v.m.
 
 
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