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Wien | 29.2.2004 | 23:59 
Taste the waste.

Trishes, Gerlinde, Fuchs

 
 
PIMP - Der Lunapark liest
  Lang galt 'Pimp', der autobiographische Roman von Iceberg Slim, (1918 geboren als Robert Beck, gestorben 1992) als unübersetzbar und auch im Original fast unlesbar, weil der Slang heute kaum mehr verständlich ist. Da hilft auch kein Oxford Dictonary.
 
 
 
  Letztes Jahr ist 'Pimp' neu übersetzt worden, gekonnt werden die Klippen der Peinlichkeit umschifft. Kein möchtegern-eingedeutschter, mediengenerierter HipHop-Newspeak á la 'Erkan& Stefan', sondern Übersetzungen, die den bösen und kalten Humor des Gangster-Slangs der 30er und 40er Jahre einfangen.

Wie er selbst schreibt, gab es damals für einen Jungen wie ihn nur drei Wege aus dem Ghetto: Sportstar, das Showbusiness oder die Unterwelt. Der einzige für Iceberg Slim greifbare war der Dritte. Gier nach Geld und Macht, nach Glanz und Glamour des Gangstertums drängen den intelligenten Jungen in den Job, der seiner Meinung nach der einzige Weg ist, als schwarzer Mann zu Respekt zu kommen.

 Aus dem Amerikanischen von Bernhard Schmid
 
 
  Die Welt ist niederträchtig und brutal, und um Erfolg zu haben, musst du sie in diesen Disziplinen übertreffen.
"Es gibt nur zwei Pässe, die in der Welt gültig sind: Weiße Hautfarbe oder ein Haufen Geld."
 
 
 
  Iceberg Slim war Zuhälter und Ghettosuperstar im Amerika der 30 und 40er Jahre. 'Pimp', die Geschichte seines Lebens, ist qualvoll zu Lesen, führt einen in eine schonungslos und authentisch beschriebene Welt der Gewalt und Erbarmungslosigkeit, erzählt aus der Perspektive des jungen Zuhälters. Von Skrupel keine Spur, bis auf eine kleine Bemerkung im Vorwort, dass das Buch als Warnung verstanden sein soll. Auch keine Anzeichen von Reue - über 200 Seiten Machtrausch. Die Erfüllung des amerikanischen Alptraums, menschenverachtend. Frauen und Homosexuelle werden mit besonderen Hassausbrüchen bedacht. Mehr Koks als weiße Blutkörperchen in den Adern, prügelt Iceberg Slim die Frauen, die für ihn arbeiten, krankenhausreif. Fachgerecht, so dass kein Blut auf seine 500-Dollar-Anzüge spritzt.
 
 
 
  Nach über 20 Jahren in der Hölle, Ende der 50er Jahre, gab Iceberg Slim das Husteln auf und zog nach Hollywood, den Kopf voll mit Traumata und Geschichten. Er begann zu schreiben und behielt seinen Straßennamen als Pseudonym. Seine sechs Romane zählen zu den meist gelesenen Büchern der USA. 'Pimp' wurde seit 1969 über 12 Millionen mal verkauft. Seine Bücher sind wichtige Referenzpunkte für Rapper wie Ice Cube oder Big Daddy Kane. Das Nachwort zur aktualisierten Ausgabe von 'Pimp' kommt von Ice-T. Auszüge aus 'Pimp' ab Mitternacht (1. 3.) im Lunapark.
 
 
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