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Wien | 18.8.2006 | 15:26 
Taste the waste.

Trishes, Gerlinde, Fuchs

 
 
Miami Vice
  In dem meisten Fällen ist man besser damit beraten, Fernsehserien, an die man gute Erinnerungen hat, auch im Reich der Erinnerungen schlummern zu lassen. Ein nochmaliges Ansehen endet meist mit einer herben Enttäuschung. Im Fall von Miami Vice ist jetzt kurz vor Anlaufen des Films die Versuchung allzu groß. Man sollte ja wissen, wie das in den 80er Jahren so war, um wirklich voll und ganz zu verstehen, welche Veränderungen der Regisseur Michael Mann an den Protagonisten Sunny Crockett und Ricardo Tubbs vorgenommen hat. Also her mit den Box-Sets, hab ich mir gedacht. Und rechtzeitig zum Kinostart hat Universal auch die zweite Staffel der Serie auf DVD erscheinen lassen.
 
 
  Wer glaubt, Miami Vice hat über die Jahre verloren und Crockett und Tubbs sind von 2006 aus betrachtet zu lächerlichen Figuren in Pastell-Anzügen verkommen, der liegt falsch. Oder besser: halbfalsch. Denn lächerlich waren die beiden Polizisten immer schon bis zu einem gewissen Grad.

Folge für Folge waren sie zum Scheitern verurteilt, auf menschlicher und beruflicher Ebene. Es gibt kein Gut und kein Böse, nur ein undefinierbares Grau, in dem sich Crockett und Tubbs Woche für Woche verloren haben. Sobald irgendwo eine Frau auftaucht, mit der Crockett mehr als zwei Worte wechselt, weiß man schon, wie das für die Dame endet. Entweder in Handschellen, einer Überdosis im Blut oder einer Kugel im Kopf.

 
 
  Die Kälte und Härte, die Miami Vice damals in die guten Stuben gebracht hat, ist auch heute noch spürbar. Die Brutalität mit der z.B. Zeugen gefoltert oder Informanten geopfert werden, schockiert auch heute noch. Hinter der uns in Video-Clip-Ästhetik präsentierten Kulisse Miami Beach lauern Abgründe.

In den 80er Jahren verbreitete sich Kokain rapide in Nordamerika. Inwieweit die CIA bei dieser Kokain-Flut auch ihre Finger im Spiel hatte ist bis heute unklar, es kursieren die wildesten Verschwörungstheorien. Vieles wird in Miami Vice angedeutet, und es ist auch spannend zu sehen, wie damals mit neuen und inzwischen im Mainstream angekommenen Musikgenres wie beispielsweise HipHop umgegangen wird.

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  www.miamivice.com
   
 
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