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Wien | 19.9.2006 | 15:07 
Taste the waste.

Trishes, Gerlinde, Fuchs

 
 
Fragen, Fragen, Fragen
  1) Wie kommt es, dass ein Sextett aus Sao Paulo seinen Namen Beyonce verdankt?
2) Wie kommt es, dass diese sechs Musiker - von denen nach eigenen Angaben nur eine sich jemals vor Bandgründung mit einem Instrument ernsthaft auseinandergesetzt hat - die Welt der Musikkritikerinnen genauso wie die Herzen der Myspace-Userinnen im Sturm erobert?
3) Und wie kommt es, dass sie, Enkel im Geiste von ESG, nicht auf einem New Yorker Dance Label irgendwo in der Nachbarschaft von James Murphy, sondern auf dem stetig um den Underground bemühten, legendenumwobenen Seattle Label Sub Pop unter Vertrag genommen werden?
 
 
 
Fakten, Fakten, Fakten
  1) Die Sache mit dem Namen. Nun gut, Beyonce Knowles ist ein sehr charmantes und talentiertes Persönchen, nur an der Brillanz und Geistesschärfe ihrer Aussagen da zweifeln wir doch von Zeit zu Zeit, und so tätigte sie einst einen Ausspruch, der CSS so amüsierte, dass sie ihn gleich zum Bandmotto und Namen erwählten. Cansei de ser sexy?Tired of being sexy - Wir sind es leid sexy zu sein.

2) Die Sache mit dem musikalischen Dilettantismus, den man dem CSS Album aber nicht anhört, ist auch leicht erklärt: Charme, Charme und ein feines Gespür dafür, welche musikalischen Referenzen die Menschen von Sao Paulo über Seattle bis nach Meidling begeistern. Let's make love and listen to Death From Above. Da können wir doch nur laut "Ja!!!!!" schreien. Das ist auch unser Konzept von exzellent gestalteter Freizeit.

3) Und die Sache mit Sub Pop? "Die haben als erste ja gesagt, und wir haben wow gesagt", erzählt Gitarristin Ana Rezende.

 
 
 
 
Thesen, Thesen, Thesen
  "Sie haben ihr Kunststudium hingeschmissen, um die Welt mit ihrer geschmacksicheren Mischung aus 80er Jahre Electro Rock, Funk, No Wave und Post Punk zu erobern." So was in der Art liest man dann in Reviews, wenn all diese Fakten zusammengerührt werden..

"Falsch, völliger Blödsinn.", erklärt Ana.
"We all wanted to be in a band with people who are friends, and who are fun, we never wanted to be serious musicians plus we listen to all kind of stuff. You can catch us singing along to Mariah Carrey."

CSS sind große Namedropper und auch jedermanns Lieblingslästerobjekt wird natürlich auf ihrem selbstbetitelten Album erwähnt. Ein Track heißt "Meeting Paris Hilton", nur dieses in einem Song imaginierte Treffen, wurde um einiges realer, als sich CSS das jemals gedacht hatten.
Ein Song von ihnen, funky Popmonster mit Synthies und noisigen Gitarren wurde im brasilianischen Fernsehen in den Ankündigungen für "A Simple Life" verwendet. In der fernsehsüchtigen Nation Brasilien ein Ticket zum Ruhm, einer Million Hits auf der Myspace-Seite und Plattenvertrag bei Sub Pop? "Möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich, interessiert uns aber nicht.", meint Ana, die sich nach wie vor weigert, auch nur in einer klitzekleinen Andeutung durchblicken zu lassen, dass es bei CSS um irgendetwas anderes außer Spaß, Sex und eine über dem Durchschnitt liegende Verwendung von Schimpfwörtern geht.

Sehr schön auch die Nummer "Art Bitch", eine Abrechnung mit den Mühen, die das Leben als Studentin einer Kunsthochschule so mit sich bringt.

 
 
  Es fällt für Ana auch noch in die Kategorie Spaß, dass CSS seit einem Jahr auf Tour sind und auch das nächste Jahr auf Tour bleiben. Europa nimm dich in Acht!
Nachdem Nordamerika gemeinsam mit Diplo und den von ihm auf seinem Label Mad Decent gesignten Baile Funk Punk Kids Bonde do Role schon gehörig umgerührt wurde, wird die brasilianische Party Armada demnächst Kurs in Richtung Europa setzen.
CSS demnächst hoffentlich auch in einem Club in deiner Nähe.


 This is old school, CSS Classic, CSS Finest 1 Gig, verraten sie uns auf ihrer Seite
 
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