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Wien | 4.5.2006 | 14:06 
Lach- und Sachgeschichten.

Janis, Schoenswetter, Reiser

 
 
Eine Frage zum Thema Rauchen
  inkl. Hoffnung auf Antworten
 
 
 
  Ich weiß... Halt! der Umstand, dass ich in meiner rechten Hand gerade eine Zigarette halte und dass meine linke Hand danach trachtet, zu einem Glas mit im Verhältnis 1:3 verdünnten Mango-Saft zu greifen, spielt mir gerade einen anatomischen Streich, der es verhindert, dass ich zügig weitertippe, also bitte ich um zwei Minuten Geduld, ich schreibe gleich weiter...

Also, noch einmal: Ich weiß, da ich begeisterter Konsument von Medien verschiedenster Art bin, da ich Eltern ebenso wie gesundheitsbewusste Freunde habe und weil ich lesen kann, welche gesundheitsschädigenden Folgen Rauchen hat. Ich bin mir bewusst, dass, wenn ich noch viele Jahre weiterhin so unbedacht drauf los inhaliere, die Teufeln Herzkaspar, Krebs und Konsorten leichteres Spiel haben und mir mein irdisches Gastspiel verkürzen werden.

Ich bin mir im Klaren, dass mein größtes Laster erhebliche finanzielle Einbußen bedeutet. Geiz ist ein schlechter Ratgeber und Geld ist mir ungefähr so wichtig wie das Finale von Dancing Stars, also sehr wohl, aber im Grunde genommen doch nicht, aber mit den zahllosen Eulen, die in einem Monat für Tabak draufgehen, könnte man sich andere, sinnvolle Dinge leisten, konkrete Zahlenspielereien unterstreicht nur die sinnfreie Investition in das verfrühte Ableben.

Ich weiß, dass gemeinsame Stunden mit mir zwar grundsätzlich erstrebenswert sind, weil ich unzählige schmutzige Witze kenne und zu vielem eine fundierte Meinung habe, dass für Nichtrauchende Weggefährten mein Beisein aber manchmal nicht besonders angenehm ist, weil ich entweder die Luftqualität im Alleingang verschlechtere oder mich regelmäßig für ein paar Minuten verabschiede, um mich am Balkon zu beruhigen.

 
 
  Klar ist mir auch, dass die Erwähnung der körperlichen Abhängigkeit nur eine fahle Ausrede ist. Die Haupttriebfeder der Sucht ist die Kopplung zweier voneinander unabhängiger, positiver Situationen wie Erfolg+Rauchen oder Guter Sex+Rauchen durch das Unterbewusstsein, das diese Verbindung dann so verfremdet hat, dass ich unbewusst glaube, Wohlgefühl durch Nikotinkonsum erreichen zu können, so würde ich das mit einem Schachtelsatz skizzieren.

Wirklich gerne rauche ich manchmal zwar sehr wohl, zu Bier oder Kaffee, nach einer anstrengenden Handlung usw. Die Situationen, die ein Plus an Stress bedeuten, weil noch fünf Minuten für eine Rauchpause herausgeschunden werden müssen oder weil diese eben nicht möglich sind, die ständige Organisation der Suchtbefriedigung (3 Stunden Zugfahrt? soll ich nicht doch noch schnell zur Trafik sprinten?) oder die Gewissens-Kämpfe bei Krankheiten stehen aber im krassen Gegensatz dazu.

Weiters sehe ich ein, dass das Aufhören kein Plus an Unruhe, sondern ein Wegfallen der cancer stick-bedingten Nervosität bedeuten würde.

Doch anstatt mit dem Wegschnippen der Asche, zu der mich ebendiese schneller als nötig werden lässt, abzuschließen, weiß ich, dass ich weder heute noch in jüngerer Zukunft damit aufhören werde.
Obwohl weder Selbstbetrug noch Uneinsichtigkeit die maßgebenden Faktoren sind.

Und so geht es wohl dem Großteil der Mitglieder des Vereins zur Förderung der Tabakindustrie
Und das möge mir jetzt bitte jemand erklären.
Vielleicht habe ich irgendwas nicht verstanden oder übersehen.

 
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