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Wien | 14.9.2007 | 02:58 
Please don't put your life in the hands
of a rock 'n' roll band

Farkas, Christianlehner, Ondrusova

 
 
Surprise, Surprise!
  Ein FM4 Überraschungskonzert mit Robocop Kraus.
 
 
 
Einmal gen Süden, bitte!
  "Graz ist eine wunderschöne Stadt!" zitiere ich mal holprig den famosen steirischen Autor Werner Schwab. Genau das haben wir uns auch gedacht, so sind wir also heute Nachmittag im FM4-Mobil gen Steiermark getuckert. Aber ganz so ohne Grund war diese Spritztour natürlich nicht: Man hat uns gesteckt, dass die deutsche Band Robocop Kraus heute hier halt machen würde, um ein FM4 Überraschungskonzert zu spielen. In der Postgarage. Gratis. Und eigentlich noch vor ihrem offiziellem Tourauftakt zur neuen Platte. Das will man sich natürlich nicht entgehen lassen, also nichts wie hin!

Als wir um 16h in Graz ankommen, finden wir uns noch in der Ruhe vor dem Sturm. Die Postgarage ist ein sympathisches Venue, Robocop Kraus wird die kleinere Bühne bespielen, was das Ganze in einen intimen, exklusiven und gemütlichen Rahmen rückt. Mit leichter Verspätung trifft die Band ein. Es sei ihnen verziehen, die Terminator-Schlagerband (wortgewitztes Zitat courtesy of Ms. Ondrusova) ist extra aus ihrer Heimatstadt Nürnberg eingereist. Es ist ein wahrhaftiger special treat, Robocop Kraus hier zu haben, denn sie stellen nicht nur brandneues Material vor und werden den Saal zum kochen bringen, nein, sie sind auch einfach eine der charmantesten und lustigsten Bands die man so erlebt.

 Ein Robocop Kraus Security?
 
 
Durch dieses Tor müssen alle durch...der Eingang der Grazer Postgarage.
 
 
 
 
Hey, hey, hey! Ich steh' auf der Gästeliste...
 
 
From Backstage to Front-Of-House
  Während Kollegin Ondrusova noch mit der Band über ihr neues Werk, "Blunders and Mistakes" plaudert (mehr über das "persönlichere" neue Album heute in Connected), mache ich mich am Weg zum Eingang. Dort warten schon viele Fans, der Andrang ist groß. Jeder, der auf der Gästeliste steht, bekommt sein Band und darf hinein. Danach ist general admission, bis der Club zum Bersten voll ist. Es scheinen alle rein zu passen, die Stimmung ist dementsprechend gut. DJ Kerstin Breyer brettert noch ein Paar Indie Hits, dann ist es auch schon so weit:

Suprise! Surprise! Robocop Kraus stürzen sich auf die Bühne. Leider zeigen es die Fotos nicht, aber das Peewee Hermann T-shirt von Sänger Thomas Lang, gepaart mit seinen rosaroten Socken sind ein wahrhaftiges visuelles Erlebnis. Vielleicht sind es die Socken, vielleicht ist es das Publikum - die Robos verschwenden keine Sekunde und knallen sofort den ersten Song hin. Es gibt hier keine Verschnaufpausen und schon nach wenigen Takten scheint es als ist die ganze Band komplett verschwitzt. Die Dame hinter mir meint besorgt: "Gebt's dem Jungen doch was zum Trinken!" Der Crowd geht kaum anders, denn auch sie können den Talking-Heads-Basslines und dem energetischen Post-Punk nicht wiederstehen. Nur selten habe ich so eine tanzwütige erste Reihe gesehen. Alle Achtung, Graz!

 
 
 
 
 
 
 
 
Fake Boys/Fake Girls
  Ein einfaches Überraschungskonzert alleine reicht den Robocops nicht. Da geht noch mehr! Deswegen reichen Bassist Peter und Gitarrist Matthias dann auch mitten im Song ihre Instrumente ins Publikum. Zwei Fans bekommen sozusagen das "Robocop Kraus Song 1 x 1" im Crashkurs beigebracht. Es funktioniert gut, die zwei jammen mit, während die Band sich dem Ausdruckstanz auf der Bühne widmet. Speaking of "Ausdruck", Thomas Lang hat beim Singen wohl die am meisten emotionsgeladenen Gesichtsausdrücke . Er kommuniziert mit seinem Publikum, und dieses hängt an seinen Lippen. Manchmal hängt es auch tatsächlich an ihm, wenn er sich gerade mal wieder in die Menge wirft.

Sehr schön, wenn ein Publikum mal wieder "Zugabe" schreit - Robocop Kraus lassen sich nicht zweimal bitten, und spielen dann auch noch ganz, ganz, ganz neue Songs, die sie noch nie vor Publikum gespielt haben. Ein Abend der Premieren, sozusagen. Die neuen Stücke klingen live vielversprechend, das neue Album bewegt sich weg von dem gewohnten Robocop-Sound, wird wohl etwas experimenteller ausfallen.

 Überraschung! Ihr spielt jetzt!
 
 
 
 
Spot the Band...
 
 
You Don't Have To Shout (but you should)
  Tja, und genau so plötzlich wie diese Überraschungsgäste da waren, so müssen sie auch wieder gehen. Schade, denn die Grazer wollen ihren Club-Kraus noch nicht so schnell beenden. Man kann sich nur wünschen dass jede Überraschungsparty so gut und mit so viel Freude über die Bühne geht. Ach ja, "Blunders and Mistakes" hätte eigentlich "Holy Fuck, Ich Liebe Dich!" heißen sollen. Vielleicht ein schlechter Albumtitel, aber eine ziemlich treffende Beschreibung für meine Stimmungslage nach diesem Auftritt.
 
 
 
Am Ende blieb nur die Kuhglocke übrig...
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