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| Deichkind | | |
Wer braucht schon ein Feuerwerk als krönenden Abschluss, wenn er ein Deichkind hat? Das hoch-antizipierte Finale des heurigen Festivals wird von 4-6 Männern geliefert, die sich Outfits aus schwarzen Müllsäcken und reflektierenden Klebeband gebastelt haben. Deichkind ist wie eine Gruppe entlaufener Kindergärtler aus der Hölle, oder wie die Gremlins vielleicht, die einerseits putzig sind, andererseits ab Einbruch der Dunkelheit durchdrehen. Sie beschwören als Opener, mit Devo-artigen, leuchtenden Pyramiden auf dem Kopf, den Anführer der Truppe herbei, danach wird zu diversen Abhandlungen von "Yippie Yeah" wird geturnt, getanzt und Hände-haltend Trampolin gesprungen.
Sie schaffen es, dass das gesamte Publikum einstimmig "Ich will Pizza" schreit, dafür bekommen sie bei der Zugabe die Verantwortung das Ganze "Krawall und Remmidemmi" zu singen, ohne Hilfe der MCs. Das war beindruckend. Die Besetzung auf der Bühne wechselt sich andauernd ab, mal tanzt der eine mit dem Besen, der andere als Skelett verkleidet, dann wieder oben-ohne - "Fahr mit mir Karussell, in andere andere Welt" bieten sie uns ja schliesslich an. Stattdessen traut sich ein waghalsiges Deichkind auf seinem farbenfrohen Schlauchboot auf den Händen der Menge zu treiben -einmal ganz den Hügel rauf, und wieder zurück. Crowdsurfing, mal anders. Die Übergänge und Songs fließen in einander, trotz des simulierten Chaos scheint alles bis aufs letzte Detail einchoreographiert zu sein. Das Gefühl, man ist in einem bizarren Vergnügungspark gelandet statt auf eine Konzert, wird immer stärker, und auf die "lebenswichtige Frage": "Wollt ihr mit uns ans Limit gehen?!" kann man nur hechelnd den Kopf nicken. |
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