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Wien | 18.6.2008 | 15:35 
Hoch die Kragen, tief die Hosen.
Wir gehen ins Museum.

Ondrusova, Zita

 
 
Surf the Alps
  Das Surfen auf Flusswellen hat sich in den letzen Jahren als eigenständige Sportart etabliert. Die Szene wächst weltweit, die Industrie ist auf den Zug aufgesprungen, Surf-Companys bieten eigene Boards an. Das Riversurf-Mekka München trug zur weltweiten Verbreitung des internationalen Booms bei. Durch das Internet sind die Spots am Eisbach und an der Floßlände längst legendär und straßenbahnfahrende Surfer im Wetsuit gehören in der bayrischen Hauptstadt zum alltäglichen Stadtbild. Grund genug für Migl Putz, Snowboarder, Skater und Surfer aus Leidenschaft, ins kalte virenverseuchte Wasser von Mur, Inn und Salzach zu springen.
 
 
 
Down by the River
  von Migl Putz (sixtynine magazine)

In aller Herrgottsfrüh bei perfekten Bedingungen mit ein paar Freunden im Line-Up, irgendwo auf Bali. Superlative reichen nicht aus, um dieses unbeschreibliche Gefühl in Worte zu fassen. Den Traum vom Wellenreiten konnte ich mir auf einigen Surftrips erfüllen, doch beim Heimkommen schwang stets ein klein wenig Wehmut mit. Es würde definitiv einige Zeit vergehen bis zum nächsten Mal, das wusste ich beim Abschied. Im letzten Frühjahr und Sommer machte ich mich auf den Weg um die bekanntesten Fluss-Wellen Österreichs auszuchecken, sie mehr oder weniger erfolgreich zu surfen und mit den Locals zu plaudern. Und auch wenn Flusssurfen nicht mit dem Surfen im Meer vergleichbar ist - es verkürzt die Wartezeit und macht noch dazu enormen Spaß.
 
 
 
Rider: Fenky, Spot: Zillertal, Bild: Christian Eberl

 
 
Vorreiter
  Ein junger balinesischer Rotzlöffel, der an den weltbesten Breaks aufwächst, wird eine stehende Welle lächelnd zur Kenntnis nehmen, mehr aber auch nicht. Als Österreicher muss man im Grunde schon seiner geliebten Heimat für immer Lebewohl sagen, um regelmäßig gute Wellen abzubekommen. Der Reiz des Riversurfens liegt in verschiedenen Dingen: Man ist noch Pionier, betreibt die Sache, weil man dem Sport verfallen ist und nicht den Begleiterscheinungen wie Strandleben, billigen Cocktails und exotischen Schauplätzen.
 
 
 
Die gute Nachricht: diese Welle befindet sich in Puch Urstein, am südlichen Stadtrand von Salzburg. Die schlechte Nachricht: mittlerweile wurde sie wegen diverser Umbauarbeiten dem Erdboden gleichgemacht. R.I.P., schöne Welt. Back in the days freute sich Migl Putz über Steve Presslers Powermove. Bild: Konflozius
 
 
  Was für einen Surfer in Sydney selbstverständlich ist, nämlich für eine Stunde nach der Arbeit mal kurz in seine Neoprenanzug zu schlüpfen, diese Möglichkeit erscheint einem hier in Österreich plötzlich wie der Himmel auf Erden. Nicht die chillige Bambushütte am Strand irgendwo auf den Philippinen beschreibt für dich Surfen, nein, die stehende Welle ganz in deiner Nähe. Riversurfen kommt dem Surfen im Meer am nächsten. Es bietet ein enormes Spaßpotential und man kann seine Surf-Skillz in vielerlei Hinsicht pushen. Jeder einzelne unserer befragten Locals wird euch bestätigen, dass die Stunden am Fluss seine Fähigkeiten im Meer entscheidend verbessert haben.
 
 
 
Snowboard Freerider Flo Puritscher bei einem kräftigen Backside Snap in Silz. Dass der Junge den Fluss gut kennt, sieht man seinem Style an. Bild: Tom Bause
 
 
Abklatsch der echten Welle?
  Steve Pressler, der insgesamt bereits zweieinhalb Jahre in Indonesien verweilte und zu den talentiertesten Surfern Österreichs zählt, meint dazu: "Obwohl Flusswellen oft nicht die perfekte Steilheit und Kraft besitzen und sich daher die Technik unterscheidet, kann man sich auf jeden Fall Manöver für das Surfen im Meer aneignen. Vom Take-Off über Turns bis Roundhouse und Cutbacks ist alles möglich. Da man als Anfänger, im Gegensatz zum Meer, eine sehr lange Zeit auf der Welle verbringt, kann man das Gleitgefühl auf einem Board sehr gut kennen lernen." Wer sich den aktuellen Trailer der deutschen Filmproduktion Keep Surfing zu Gemüte führt, wird zur Kenntnis nehmen, dass Riversurfen mehr ist, als nur ein billiger Abklatsch des echten Wellenreitens. Obwohl man es unbestritten leichter erlernt, bedarf es noch immer enorm viel Training und Durchhaltevermögen, um halbwegs vernünftig am Brett zu stehen. Anstatt sich also bei der nächsten Regenperiode zum wiederholten Mal über die beschissenen mitteleuropäischen Sommer zu beschweren, schnappt euch eure motiviertesten Buddies und stürzt euch ins Abenteuer!
 
 
 
Paul Sorger easy Style während eines Turns. Der Shot wurde im Februar aufgenommen, bei einer geschätzten Wassertemperatur von Acht Grad. Selbst als Hardcore-Shredder sind Booties, Gloves und Haube Pflicht. Secret Spot. Bild: Hias Leinich
 
 
  Migls Artikel ist zusammen mit einem ausführlichen Ressortcheck in der dritten Ausgabe des sixtynine magazine erschienen.

Mehr über Riversurfen mit den Innsbrucker Locals Flo Puritscher und Martin Wimmer gibt's am Donnerstag, 19. Juni 2008 in FM4 Connected (15-19 Uhr).

 
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