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Wien | 17.1.2006 | 17:34 
Scheinlicht im Nebelwerfer. Reis(s)ende Rückblicke auf bleibende Bühnen.

BorisJordan, Fuchs, Hofer

 
 
Sound of Sirens
  "The horror...the horror!" sind Marlon Brandos letzte Worte im Film "Apocalypse Now".
Vier einfache, quasi mit dem letzten Atemhauch gespendete Worte, die die Stimmung und Botschaft des Filmes zusammenfassen.

Die fünf schwedischen Musiker tragen diesen Namen - inklusive dem fast schon traditionellem THE - ohne die Last der "letzten Atemhauch-Stimmung" in ihrer Musik zu verbreiten.
The Horror The Horror sind aus Stockholm.
Und The Horror The Horror machen Musik der Sparte Indie Rock. Überraschung.
Vorhang auf:
 
 
 
 
 
  Die Vorgeschichte zu dieser Bandgründung ist klassisch. So klassisch, dass sie allerdings nie und nimmer als "üblich" angesehen werden sollte.
Musikfan trifft auf Musikfan trifft auf noch zwei weitere Musikfans. Instrumentenverteilung, erste Bandprobe, erste Bandgründung, erste Bandumwälzung durch die Verdoppelung der Gitarren-Stärke.

Das musikalische Konzept von The Horror The Horror ist einfach und bescheiden aber wieder nicht zu verwechseln mit dem Wort "üblich". Ambitionen sind nie "üblich".
Das Konzept heißt, Songs aus dem Leben schreiben. Mit der rockistischen Grundausrüstung, also Gitarre (x2), Bass, Schlagzeug und Vocals sich seinen Platz im weiten Universum des Indierock suchen.

Und "The Horror The Horror" sind sich der Weiten dieses Genres (siehe oben: Musikfan) bewusst. Sänger Joel Lindström beobachtet den Boom in der schwedischen Musikszene schließlich mit wachsendem Interesse. Vor allem jetzt, wo er mit The Horror The Horror ein Teil davon ist. Den Boom an heimischen Gitarren-Acts, die nach eigener Identität suchen, aber oft als Abziehbilder ihrer Vorbilder angesehen werden, erklärt er sich vereinfacht damit, dass es so was wie eine "heimische Musikszene" gar nicht gibt.

"A band like The Hives! They have to get their influences from certain parts of Punk Rock and Garage Rock and stuff like that. I think that might be the strength that we have. Sweden is a small country - as Austria I guess as well - you have to look further. You have to look at what's happening in London, New York or Toronto."

 
 
 
 
 
Hey you...!
  Im Falle einer jungen Band (siehe Ambitionen) kann es schon mal heißen, dass diese am Anfang ihrer Rezeption in den medialen Ohren auf ein "sounds like ABC meeting XYZ" reduziert wird. Auch damit hat der Frontman von THTH kein Problem. "All good music has always been accused of being copies of something. The important thing is you have to trust in your own sound and that the music will have like your identity."
 
 
 
Yeah you...!
  Zeit also sich diese Identität einmal anzuschauen und selber zu urteilen: THTH stellen am "FM4 ist Elf"-Geburtstag also ihre selbstbetitelte Platte vor. Hier könnte es zu einem Atemhauch-Horror-Moment kommen.

Ihre Songs haben allesamt eine erschreckende Ohrwurm-Qualität, die ein vertrautes Gefühl vermittelt. Sehr unangestrent und unkompliziert. Auch wenn nicht selten verzweifelte Lebensfragen das Thema der Songs sind.
Kein Ton scheint überflüssig, alles sitzt perfekt.

The Horror The Horror sollten sich also weiter über Bandvergleiche (Strokes?!) keine Sorgen machen, denn mit ihrem viel versprechenden Debüt werden sie in naher Zukunft zu ihrer eigenen Referenz.

Aber bis sich unsere gesammelten Ohren davon live überzeugen können, bis zu diesem Momemt bleibt mir nur noch meine aufrechte Erwartungshaltung an den samstäglichen Gig und eine Heavy Rotation von "The Horror The Horror".

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Alle Infos zum Line-Up, etc.

Der schwarze Brief aus Koblenz
Andreas Gstettner über Blackmail.

Sound of Sirens
Susi Ondrusova über The Horror The Horror.

Awake Is The New Sleep
Eva Umbauer über Ben Lee.

Meister der Zeremonie
Alexander Hertel über Dendemann.
   
 
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