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Wien | 14.6.2006 | 15:36 
Scheinlicht im Nebelwerfer. Reis(s)ende Rückblicke auf bleibende Bühnen.

BorisJordan, Fuchs, Hofer

 
 
Abseitige Musik
  Es ist ja ein ewiges Suchen und Finden. Vielleicht manchmal ein im Kreis laufen. Oder in einem unterirdischen Kanal glatte Wände hinaufklettern und mit dem Rücken zuerst am Boden landen.

Die Suche nach Musik, die Inhalte verkörpert und zwar über ihre Songtexte hinaus. Die Suche nach Strukturen, die über den Konsum hinweg lebendig gehalten werden.
Das Bewusstmachen, Registrieren, Beleben und im besten Falle Teilhaben an einem "abseits", einem "daneben". Weil im "abseits" der stärkste Strom fließt. Der Mittelpunkt existentieller Anstrengungen.

To get my point: Was war zuerst da: die Henne oder das Ei? Die Industrie oder ihre Subkultur? Do It Yourself oder die Mechanisierung? Das Vorbild oder die Schablone?

Um diesen Kreis zu schließen, müsste ich hier aus der aktuellen Ausgabe eines Magazins zitieren, das sich der 25-jährigen Bandgeschichte von Touch&Go widmet. Ich würde zu Ende zitieren: "Die hegemoniale Kulturindustrie gibt sich als Arschloch, das teuer und schlecht geleckt, aber niemals sauber geputzt werden möchte ..."

Stattdessen aber: Wer hat das gesagt: "Try, fail - try again, fail better!"
 
 
 
Daneben Festival - die zweite Ausgabe
  Schon letztes Jahr wurde seitens der Szene Wien ein Festival "abseitiger Musik aus Österreich" veranstaltet. Eigenzitat: "Alle Bands dieses Festivals haben eins gemeinsam: sie rühren in ihrer Horror-Akkord-Suppe, bis des Publikums Trommelfell - sagen wir mal - berührt wird."

Soundteppich mit Emotionen verknüpfen und zwischen den Genres stehen. Das Daneben Festival also.
 
 
 
Donnerstag - 15.6.
  Tumido&Stefan Rois
Bei einer Selbsterklärung schwankt Tumido zwischen "anstrengend zu anspruchsvoll bis "es beansprucht den Hörer". Schlagzeug, Gitarre, Bass, lebt dieser Act von Widerständen und Widersprüchen. Auf hart folgt zart. Dazu die markante Stimme von Stefan Rois, der von "existenzverneinendem Dreck" und "Anthropop" singt. Pardon, gesprochen "wordet". Manfred Hofer setzt beim ersten Daneben-tag auf Klangindividualität. Hohe elektro-akustische Kunst aus der Dose. "The most fascinating music collective" steht noch immer auf der Homepage der Breitwand-Band Thalija. Live immer ein Erlebnis und immer für eine "gezählte" Überraschung gut!

 Tumido
 
 
Thalija
 
 
Freitag - 16.6.
  Kmet könnte als Vokalist der Elektronikbands "lokai" (mit Stefan Nemeth) oder "superlooper" einigen schon im Gehörgang verklebt sein. Wie der Titel "electric songs" schon vermutet, lässt sich Kmet in Songstrukturen fallen. Verzichtet auf Solopfaden allerdings keineswegs auf seinen Loopsampler mit dessen Hilfe er sich eine Band ins Programm "spielt". Bei Mann über Bord bin ich mir nicht sicher, ob es sich um ein Original oder eine Kopie dreht. Bei ihren Live-Shows versprechen sie irgendwie eine Beschleunigung der Herzschrittmacher. Also auch ein schönes Synonym für "brachial" eigentlich.
Kreisky sind eigentlich viele Bands in einem: Gelée Royale, M.O.R.D., My Friend Dave, 4 experimentell die nur zwei sind. Als Kreisky sind sie der Mehlklumpen im Einbrenn. Irgendwie. Und wenn Vergleiche mit Goldenen Zitronen fallen, dann sind diese 100%ig positiv gemeint.

 Kmet
 
 
Kreisky
 
 
Mann über Board
 
 
Samstag - 17.6.
  Urban Movements sollten nicht, wie in meinem legasthenischen Hirn, mit United Movement verwechselt werden. Obwohl die Bezeichnung "pulsierend und zuckend wie ein Neuronensystem" in meiner Erinnerung auf beide zutrifft. Aber auftreten werden "nur" Urban Movements.
Dafür handelt es sich ohne Zweifel und ohne Verwechslung bei Nifty's um eine Band, die mit ihren Sounds für eine neue musikalische Weltordnung steht. Klezmer meets Punk, geht aber auch mit Country und Ska spazieren. Live ein Tanzerlebnis!

Wenn Your Ten Mofo aus dem Land kommen würden, nach deren Haupt-Indie-Import sie zeitweise klingen, würden sich aus isländischen (oder doch schottischen?!) Gräsern ein Fluggerät basteln und in die Stadt mit dem andauernd am Widerbeleben beschäftigten Turm auswandern. Dort würden sie im Wohnzimmer ein Album mit dem Titel "Things Change While Helium Listen To Everyone" aufnehmen und Regenbögen gezielt zum Teufel jagen. Oops, alles schon passiert. Na "Sphären" sei dank!
 
 
 
Your Ten Mofo
 
 
Künstliche vs. echte Aufregung - das Gewinnspiel
  Wir verlosen für jeden Festivaltag 2x2 Tageskarten. Die einfache Frage lautet: Welche der Bands zählt die meisten Mitglieder? Wer wird "alleine" auf der Bühne stehen?

Der Einsendeschluss ist vorbei, die GewinnerInnen wurden informiert. Die Antwort lauten "Thalija" (meiste Mitglieder) und "Kmet" (alleine auf der Bühne).
 
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  Daneben Festival 2006
von 15.-17. Juni in der Szene Wien
   
 
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