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Wien | 7.10.2008 | 04:07 
Scheinlicht im Nebelwerfer. Reis(s)ende Rückblicke auf bleibende Bühnen.

BorisJordan, Fuchs, Hofer

 
 
Ein Überraschungskonzert mit...
  Port O'Brien!
 
 
 
 
 
  Die Überraschungskonzert-Regeln heißen: Alle die sich registriert haben, können sich einen Gästelisten-Platz sichern, für alle anderen heißt es: Anstellen und auf Einlass warten bis der Club aus allen Nähten platzt. In diesem Fall der Ost Klub , eine labyrinthisch angelegte Location!
 
 
 
 
 
Port O'Brien
  "Im Sommer ein Winteralbum veröffentlichen?" Das sind wohl Chronologien nach denen nur die wirrsten Musikkonsumenten ihre Plattensammlung gliedern. "All I Could Do Was Sing" die aktuelle Platte von Port O'Brien sticht aus dem Wetterschema heraus, weil sie keine Proberaum-Studio-Platte ist. Das Album atmet seine Entstehungsgeschichte. Zum Thema Sommerjob nämlich haben die Sängerin/Banjo-Spielerin Cambria Goodwin und Port O'Brien Frontman Van Pierszalowski schließlich ein paar Anekdoten parat.
Vom 20-stündigen Arbeitsalltag eines Fischers in Alaska und einer Bäckerei-Hafen-Arbeiterin können die beiden ganze Lieder singen. Ein oder gleich zwölf Stück Songs die sie als Band auf "All I Could Do..." gebannt haben.
 
 
 
 
 
Pennälerscherze
 
 
  Schon beim Studio-Interview am Nachmittag meint die Band, sie möchte ihren Song "I Woke Up Today" lieber nicht in einer Akustik-Version im Studio singen, denn danach hätte die Band keine Stimme mehr um das Konzert zu bestreiten. Eröffnet wird der Gig also mit einer leisen, langsamen, kurzen Version dieses Songs. Der Einladung doch mitzusingen folgt nur ein Bruchteil der BesucherInnen, auch hier sind einige auf Stimmbänder-Schonprogramm eingestellt, in leiser Vorahnung was die Drohung "We'll need you on this one!" später bedeuten wird.
 
 
 
 
 
 
 
  Anders als mit den Worten "komisch" kann ich die Band die ersten Minuten lang nicht beschreiben. "Komisch" einfach nur, weil die Energie nicht so rüberkommen will, weil das Auge mit dem Abwandern der typischen Bühnengesten beschäftigt ist, um dann drauf zukommen, dass hier "typisch" eigentlich nicht zu trifft. Das Galloppieren des Gitarristen weckt Erinnerungen an Experimental-Aerobic unter freiem Western-Himmel. Cambria Goodwin mit dem Banjo-Hals in Richtung Clubdecke gerichtet, sitzt als einzige der Band auf einem Hocker und stampft und stampft und stampft. Wie auch Sänger Van Pierszalowski der optisch an eine Mischung aus Arcade Fires Win Butler und Last Days-Darsteller Michael Pitt erinnert.
 
 
 
 
 
  Das Album der Band reiht sich perfekt neben aktuelle Veröffentlichung der Dodos oder z.B. der Fleet Foxes ein - und in den traditionellsten Momenten hört man die Nähe zu Neil Young. Und hier ist auch schon die erste Falle aufgestellt in die ich tappe. Stimmliche Annäherungen sind ein Hund, denn niemand, gar niemand, der oder die heuer Neil Young live in Wiesen spielen gesehen und gehört hat, möchte je wieder eine von Neil Young inspirierte Band sehen. Mit der Energie, mit der Stimmgewalt, mit jenen Akkordhänden und der Last der Haarpracht auf den Schultern, kann es hier einfach niemand aufnehmen. Forget it.
 
 
 
 
 
  Wo Port O'Brien dann allerdings punkten ist in ihrer Zurückhaltung. Dem Anstimmen und sachten Skizzieren von Songs über diese einsamen Monate in Alaska, über Wetterumschwünge, über Rooftops! Vans Stimme schielt auf Okkervil River und dem schon erwähnten Neil Young. Enthüllt erst gegen Ende das Potential dieser Band, nämlich beim letzten Song der kollaborativen Band-Publikum-Darbietung von "I Woke Up Today".

"Get out your keys, or grab these pans, stomp your feet or something, we need you to scream on this one!" und dann kommt dieser Ohohoohoohooo-Verzweiflungsschrei von Port O'Brien und Publikum. Not bad this one. Not bad! Port O'Brien also eine Band für Tage voller Nebelschwaden und Nächte leuchtender Sterneverhältnisse. Bis zum nächsten Ohohoohoohooo!
 
 
 
 
 
 
 
And...
  Am 1.12. spielen Port O'Brien im Vorprogramm von Get Well Soon im Wiener WUK.
 
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Überraschungen, die schon waren
Vor- und Nachberichte der bisherigen FM4 Überraschungskonzerte
   
 
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