fm4.ORF.at ORF.at login
StreamPodcastsMail an FM4
zurück zur TitelseiteSOUNDPARK - Your Place for Homegrown MusicSTATION - alles rund um den RadiosendernotesCHAT
Wien | 10.4.2006 | 15:38 
Flaschendrehen und Tischerlrücken, Schmerzenhören und Seelebrennen, garniert mit einem Hauch von Zimt.

Fuchs, Pfister

 
 
Hit me you can't hurt me...
  1987: Eine Welle aus Bourbon und Haarspray rollt über die Hollywood Hills. Axl Rose schlüpft in seine Schlangen-Lederne, wischt sich Blut, Erbrochenes und andere Körperflüssigkeiten aus dem Haar und singt "Welcome To The Jungle".
Währenddessen veröffentlichen die Red Hot Chili Peppers ihr bereits drittes Album, "The Uplift Mofo Party Plan". Sie hüpfen, springen und schwitzen - und dabei geht es ihnen nicht immer gut.
 
 
  1989: Die Rapper von N.W.A. (Niggers with Attitude) verkaufen ihr Debütalbum über 2 Millionen Mal. Ryhmes über Drogen, Gewalt und Gangs werden zur authentischen Stimme aus den Ghettos von L.A. Vor allem Gründungsmitglied Eazy E., der Jahre später an den Folgen einer HIV Infektion stirbt, findet eine Sprache, die in ihrer Direktheit für allerhand Kontroversen sorgt.
Im selben Jahr veröffentlichen die Chili Peppers mit "Mother's Milk" ihren ersten großen Major-Erfolg.
Das Album wird dem kurz zuvor verstorbenen RHCP Gitarristen Hillel Slovak gewidmet.
Nach wie vor geht es der Band nicht immer gut, dennoch hüpfen, springen und schwitzen sie weiter.

 
 
  1991: Nirvana erschüttern mit ihrem 2. Album "Nevermind" die Musikwelt in ihren Grundfesten. Cobain wird zum Sprachrohr einer orientierungslosen Generation stilisiert. Leid, Selbsthass und Flucht in den Rausch beherrschen mehr und mehr die zentralen Fragen der Musik dieser Tage.
All die Vorwärmer von Jugendkultur und Popmusik kristallisieren in diesem finalen Fuck You aus Seattle.
Drei Jahre später wird Cobain Selbstmord begehen, und vorher noch Unmengen an Heroin konsumieren.
Das tut in diesen Jahren auch Anthony Kiedis, dennoch veröffentlichen die RHCP mit "Blood Sugar Sex Magic" ihre bis dato energetischste, druckvollste und beste Platte. Trotz der Drogenprobleme von Kiedis und Co. werden die Chili Peppers zu Königen ihres selbsterschaffenen Funk-Universums. Ja, und hüpfen, springen und schwitzen sowieso.

 
 
  1992 - 1998:
Die Rockmusik durchlebt bisweilen dunkle Tage, Licht und Schatten wechseln wie die Trainer der Wiener Austria. Neben vereinzelten Lichtblicken, in erster Linie aber aus England, sucht eine Geschmacksverirrung des Crossover die später in den unsäglichen NuMetal mündet unsere Boxen heim. Die Chili Peppers liefern mit ihrem Interims Gitarristen Dave Navarro mit "One Hot Minute" ihr bis dato verzichtbarstes Album ab.
Am hüpfen, springen und schwitzen ändert das aber nichts.

 
 
  1999: Die RHCP melden sich mit "Californication" eindrucksvoll zurück. John Frusciante ist nach seinem Drogenentzug wieder mit von der Partie und treibt die Band zu neuen Höhenflügen. Mit der Platte bricht die Band auch in die Mainstream-Hitparaden ein. Manche werfen ihnen das vor, dennoch hält sich der "Credibilty-Verlust" in überschaubaren Grenzen.
Auf der ganzen Welt wird zu Californication gehüpft, gesprungen und geschwitzt.

 
 
  2002: Mit "By the way" festigen die RHCP endgültig ihren Ruf als eine der "größten" Rockbands des Planeten, in einer Reihe mit Kalibern wie U2 und Konsorten. Dennoch schaffen sie den kunstvollen Spagat dabei nichst an Glaubwürdigkeit und Authentizität zu verlieren.
Kiedis schwört den Drogen ab und beginnt an seiner Autobiographie zu schreiben, die 2005 veröffentlicht wird.
Für viele "Experten" und Beobachter der Rockwelt gilt Kiedis als bester Frontman, Flea (seit langem) als bester Bassist und Frusciante als einer der besten und innovativsten Rock-Gitarristen.
Diese All-Star Band spielt 2004 am Aerodrome in Österreich, dort wird selbstverständlich gehüpft, gesprungen und geschwitzt.

 
 
April 2006:
  Am 5. April jährt sich Kurt Cobain's Todestag zum 12. Mal. Eazy E. weilt ebenfalls nicht mehr unter uns, und Axl Rose liefert mit seiner kruden Vorstellung von "Guns'n'Roses" den Schenkelklopfer des Jahres.
Legionen an "The"-Bands verkleiden sich als die Enkel der Kinks und spielen die 60er Platten ihrer Eltern nach.
Ähnlich schneiden sie auch ihre Haare.
Vergangenes Wochenende beginnt Go-TV das brandneue RHCP Video "Dani California" zu spielen, es zeigt eine Band die sich ihrer bewegten Geschichte und Wegbegleiter der letzten 20 Jahre bewusst ist. Und auch der Freunde, die nicht mehr den Weg mitbeschreiten.

Auf FM4 läuft die Nummer natürlich ebenfalls.
Am 9. Mai erscheint dann das dazugehörige Album "Stadium Arcadium".
Ich erkläre meine Vorfreude für eröffnet.

 
 

Deep inside the canyon I can't hide
All I ever wanted was your life.

 
back
 Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick