Diese Geschichte ist keine, sondern ein Flehen um die werte Aufmerksamkeit, auf dass die Lesenden auch zu Hörenden werden, so sie das noch nicht sein sollten. Vielleicht ginge es noch ein wenig kryptischer, aber stattdessen will ich konkretisieren: Heute Abend findet sich auf den Frequenzen von FM4 doch tatsächlich Sendeplatz für zweierlei Dinge, bei denen ich jeweils meine Griffel im Spiel hatte, auch wenn sie verschiedener kaum sein könnten (die Dinge, nicht die Griffel, die sind bloß seitenverkehrt).
Zuallererst spielt die Homebase den ersten Teil einer Serie, die da nun täglich laufen soll. Sie heißt "Electric Moments" und ist entgegen der Erwartungen, die ein solch klingender Titel zwangsläufig wecken muss, keine Softporno-Staffel aus dem Kabel-TV, sondern eine kleine Miniaturen-Serie zum Thema "ausgewählte wesentliche Momente der E-Gitarre aus der Geschichte der FM4-kompatiblen Popmusik aus Anlass der Ausstellung 'Go Johnny Go' zum 'Mythos E-Gitarre', die bis Anfang März in der Kunsthalle Wien zu sehen ist". Ihr seht schon, das wäre kein ordentlicher Titel gewesen. "Kerrang" dagegen... aber die Idee hatte schon jemand anderer. Die "Electric Moments" also beginnen heute mit dem Beispiel Johnny Marr von den Smiths, damit wir auch gleich wissen, dass es hier nicht nur um Gitarrenhelden der auffälligen, sondern auch solche der schlicht nützlichen bzw. ästhetisch befriedigenden Sorte gehen soll. Ich werde natürlich nicht verraten, wer sonst noch alles vorkommen wird, aber eine definitive Liste der besten GitarristInnen, die je den Erdenboden betreten haben, kann's sowieso nicht sein, denn nach 20 oder 30 Teilen oder so wird die Serie da schon vorbei sein, und da geht sich Steve Vai leider grad nicht aus, schade eigentlich.
Go Johnny, go
Das für mich persönlich Erstaunliche ist ja, dass ich aufgrund meiner geographischen Behinderung diese von mir geschriebene Serie weder hören (die Produktionsabteilung hat die radiophone Umsetzung übernommen), noch die zugehörige Ausstellung anschauen kann. Ganz anders verhält es sich da mit der heutigen Ausgabe von FM4 Heartbeat, die wie üblich ganz in egomanischer Trance in der Londoner Außenstelle entstanden ist. Insbesondere auf die zweite Stunde dieser Sendung möchte ich hier noch einmal gesondert hingewiesen haben, enthält sie doch ein Interview mit John Cale, 61jähriger Wahl-New Yorker aus Wales, Mitbegründer von The Velvet Underground, Pionier der Kreuzung von Pop und Avantgarde, Produzent unverzichtbarer Platten von Jonathan Richman, Nico, den Stooges, vielen anderen und sich selbst. Im Oktober erschien Cales neues Album "HoboSapiens", und am 20. November darf er in der Szene Wien auf gar keinen Fall versäumt werden.
Also wie gesagt,
Electric Moments, ab heute täglich in der Homebase
und
John Cale heute in der zweiten Stunde von FM4 Heartbeat (22-24 Uhr).