Wenn die Zeit zwischen Anreise, Konzert und Auschecken reicht, geht Dirk von Lowtzow am liebsten ins Museum. "Ich wusste von klein auf, dass ich entweder Künstler oder Musiker werde." Das Zusammentreffen mit seinen Bandkollegen hat die Würfel für die Musik fallen lassen. So einfach kann es im Leben manchmal gehen.
Das Interesse für Kunst ist ihm geblieben und zu einem zweiten Standbein geworden. Er schreibt über Kunst (ein schöner Text über Jonathan Meese nachzulesen in "Texte zur Kunst") und ist wohl auch deshalb milde zu denen, die seine Musik von Berufs wegen kritisieren. Selten, dass jemand die Arbeit der Kritiker so gelassen sieht. Aber Dirk von Lowtzow ist an und für sich kein Streithansl.
"Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir in der Band mal eine Krise hatten. Oder zumindest haben wir sie erfolgreich verdrängt", versucht er, sich an die Unebenheiten in der langen Geschichte von Tocotronic zu erinnern.
Auch die Kanten in seiner persönlichen Geschichte umschifft Dirk von Lowtzow in unserem Gespräch geübt.
Ein "vernunftsorientiertes Elternhaus", die Science Fiction-Welt mit all ihren Helden, die dazu einen Gegenpol schufen, und David Bowies schillernder Musikplanet, der schließlich eine Zufluchtsstätte für ein Leben abseits herkömmlicher Karrieren bot - die kleinen Stolpersteine auf diesem Weg waren einfach zu überspringen. Das Resultat sind 14 Jahre Bandgeschichte, die wir ebenfalls leichtfüßig überspringen, da sie bereits Allgemeingut ist.
Viel lieber erzählt Dirk von Lowtzow über sein Problem mit deutschem Patriotismus und über seine Liebe zur Mode. Denn dafür gebe er das meiste Geld aus. Ach ja, und raffinierte Geschenke, Plastikchristbäume und Freundschaftspflege packen wir im Vorbeigehen auch noch schnell ein.
Was soll ich euch sagen - ein sehr netter Mann, ein angenehmes Gespräch. Keine Erkenntnisse, keine frischen Gedanken, aber ein guter Plausch für drei Schalen Kaffee.
Und wem ein wirklich gutes Geschnek einfällt für Dirk von Lowtzow, der soll das an FM4 schicken. Dann schnüren wir ein Überraschungsnachweihnachtsspezialpaket
für den Mann, der behauptet, einer der begnatetsten Schenker dieser Galaxie zu sein.
Dirk von Lowtzow in einem Doppelzimmer Spezial am 26.12. von 13 bis 15 Uhr.
Doppelzimmer Spezial
artist
title
Tocotronic
Kapitlation
David Bowie
All The Madmen
Gun Club
Jack On Fire
Phantom & Ghost
Nothing Is Written
Buffy
Walk Through The Fire
Magnetic Fields
Washington DC
JaKönigJa
Sei hochwohlgeboren
Scott Walker
The Rope And The Colt
Neil Young
I'm The Ocean
Roxy Music
Dance Away
DJ DSL + Dirk v. Lowtzow
Alle Menschen San Ma Zwider
Tocotronic
Aber Hier Leben, Nein Danke
Penelope Tree
Felt
Bad Brains
Sacred Love
Übrigens: Auch das neue Jahr beginnt mit einem Gespräch, auf das ich mich viele Wochen davor schon gefreut habe - die deutsche Autorin Juli Zeh, die am 10. Jänner im Rabenhof in Wien aus ihrem neuen Buch "Schilf" liest, erzählt am 1. Jänner im Doppelzimmer über Reisen mit Tieren, ihren Rechtsstreit gegen die totale Überwachung und die Liebe zu ihrem Bruder.
Dirk von Lowtzow in einem Doppelzimmer spezial zum Nachhören