Von 14. August bis 12. Oktober 2003 gibt es im Salzburger Kunstverein die Ausstellung Sound Systems zu sehen, die sich mit Musik und Sound und deren Stellenwert in bildender Kunst bzw. für bildende Künstler auseinandersetzt.
13 KünstlerInnen aus allen Teilen der Welt zeigen ihre Interpretationen zum Thema. Meine persönlichen Favoriten habe ich hier kurz zusammengestellt:
Henrik Håkansson (S): Monsters of Rock
Der schwedische Künstler inszeniert das Setup einer Rockband bei einem Livekonzert und stellt Grillen bei ihrer Welttournee vor. Es ist ein nicht zu "unterbrechenbares" Konzert, bei dem jeder Besucher die Möglichkeit hat, die Effektspuren selber zu verändern (Wer wollte nicht immer schon mal ein Heavy Metal Produzent sein?). Die netten Insekten sehen aus wie in einem All-Inklusive-Club in Ägypten (das macht wohl der viele Sand) und kennen - wie wohl jede andere Rockband auch - nur ein Motto: Sex, Bugs and Rock n' Roll.
die süßen kleinen Rocker.
Henrik Hakansson: Monsters of Rock, SalzburgerKunstverein 2003
Mark Leckey (GB): Dubplate
Mark Leckey setzt sich in seinen Arbeiten mit Kunst, Musik und Leben auseinander und versucht, die Grenzen dieser Bereiche aufzubrechen. Kunst ins Leben oder Leben in die Kunst oder - wie hier - Musik als Kunst. Ein fettes Sound System und Basslinien waren für mich immer schon Kunst. Schön, dass sich dies nun nicht nur in Notting Hill/London etabliert hat:
Mark Leckey: Dubplate, SalzburgerKunstverein 2003
Nadine Robinson (GB/USA):
"It's a thin line between love and hate". Dieses schöne Soul-Zitat-Loop windet sich aus den späte-50er-Jahre-Boxen und wird durch ein hochstilisiertes Wandbild in Glitzerschrift geschmückt. Alle Dinge, die sie mag, hat sie hier aufgeschrieben und es erinnert mich ein bisschen an Bad Boy Puff Daddy Pimpi Fax: Martini, Freunde, Geld, Flirten, u.v.m. Da ich "Black-Disco-Soul-Glamour" sehr schätze, spricht mich diese sympatische Dekadenz erstaunlicherweise an. Es könnte einem auch anders gehen.
Nadine Robinson: Like Two, SalzburgerKunstverein 2003
Zusammengefasst finde ich die Ausstellung vor allem sehenswert, weil die meisten der KünstlerInnen eine sehr humorvolle Weise an den Tag legen und alles überhaupt nicht die ernste "Patina" von Kunst annimmt. Ich muss schmunzeln, wenn ein klassisches Stück zur Aufführung kommt, das erst in 39 Milliarden Jahren fertig sein wird, oder wenn man alle Sounds einer einfachen Drumbox abspielt und die ernste Betrachtung von Kunst damit aufs Korn nimmt. Das finde ich schön.
hard facts:
Alle KünstlerInnen: Ilmars Blumbergs / Viesturs Kairiss (Lettland), Martin Creed (GB), Rodney Graham (CAN), Henrik Håkansson (S), Kai Kaljo (Estland), Joachim Koester (DK), Mark Leckey (GB), Laila Pakalnina (Lettland), Elisabeth Penker (A), Nadine Robinson (USA) und Artur Zmijewski (PL).
Ausstellungskuratoren: Hildegund Amanshauser, Edek Bartz
Ausstellungsarchitektur: Walter Kirpicsenko
Ort: Künstlerhaus, Hellbrunner Straße 3, Salzburg
Dauer: 14. August bis 12. Oktober 2003