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Wien | 17.10.2008 | 12:53 
Der Funk vom Gaisberg: Soul, ich und Salzburg.

Trishes, Janis, Hedi

 
 
Luke Vibert
 
 
 
 
 
 
  "Er ist DER Mann." Ein lieber Kollege im Zivildienst war von Luke Vibert schwer begeistert. Diejenigen unter den Lesern, die das Wesen der 12 Monate währenden Pause auch erlebt haben, wissen, wie wichtig gute Ablenkung in dieser Zeit ist. Für mich und ihn war es Musik und ich musste dem Fan zustimmen, Luke traf meinen Geschmack: Ebenso mit Hip-Hop sozialisiert, bastelt Mr. Vibert an verschrobenen Breaks und würzt diese mit kratzenden Acid-Bass-Lines, welche aber eine ganze Menge an Soul ins elektronische Zeitalter herübergerettet haben. Ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass dieser Herr schon einmal eine musikalische Begegnung war. Mein Lieblingstrack auf der fünf Jahre zuvor (1995) erschienen Compost-Compilation "The Future Sound of Jazz" ist nämlich "Inside Out" von Wagon Christ und dies ist zufällig auch ein Pseudonym des unsteten Briten.

Man könnte Maskerade überhaupt als sein Markenzeichen betrachten, in der Hochblüte des Drum and Bass waren Tunes von "Plug" sehr oft auf meinem Plattenteller und als mich die Entwicklung der elektronischen Tanzmusik wieder auf Acid aufmerksam machte, musste ich mir im Rave-Up/Wien unbedingt eine Platte von "Kerrier District" empfehlen lassen ... und das waren noch lange nicht alle Decknamen für das "Projekt" Luke Vibert, aber zumindest diejenigen, die sich in meiner Vinyl-Sammlung finden.
 
 
 
  Die ausführliche Beschreibung meiner Beziehung zu diesem Ausnahme-Musiker verfolgt natürlich ein Ziel: Am kommenden Samstag hat man nämlich die Möglichkeit, diesen Herren live zu erleben. Es ist die letzte aber-Party dieser Art im Planetarium, und wer sich an Kid606 und EdiT erinnern kann weiß, dass die Funken der Sternschnuppen wieder ordentlich ausschlagen werden. Des weiteren gestalten Odd (temp~), Roschitz (Blabla) und Gassnhaua (koma.fm, sHellbeach) musikalisch den Abend, der von C27 und Anna Blume optisch umrahmt wird.

 
 
 
apropos ,aber:
  Das Label meines Vertrauens hat unlängst einen zweiten Release veröffentlicht, dazu auch eine lustige Geschichte: Wird bei elektronischen Releases oft ein bekannter Name als Remixer engagiert, damit google den Release auch irgendwann einmal findet bzw. finden lässt, so geht bei diesem speziellen guten Stück der Schuss nach hinten los. Aber Records 02 stellt den Track "Red Horizon" von Raffael Francis & Carmen Lázaro inkl. drei Remixe vor und Deadbeat wurde als einer der Remixer gewonnen. Nur leider verstehe ich diesen Track nicht. Weder den Hook, noch den Filter, noch die Synths, die mal so ein bissi vor sich her jazzeln. Das ist sehr Schade, weil das Original wunderschön ist, ein Downbeat-Anthem mit Gänsehautstimme und die Mixe von Evirgen und Ken Hayakawa sind beide für sich treffende Minimal-Interpretationen, die in jeden Club passen und es sich trotzdem nicht vorwerfen lassen müssen, in irgendeiner Weise anbiedernd zu sein. Das Musik-Business ist ungerecht und meine Kritik natürlich subjektiver Geschmack. Auf der Homepage des Releases gibt es eine Prelisten-Funktion, dort kann sich jeder seine eigene Meinung bilden.

 
 
 
apropos Hören:
  Da habe ich auch noch was. Am Samstag um 18:23 startet nämlich das zweite Mal in Wien eine spezielle Form von Flash-Mob, das sich "Mobile Clubbing" nennt. Das System ist recht einfach: Man nehme mp3-Player (oder sonstiges mobiles Soundgerät, das via Kopfhörer Musik abgibt) und komme damit zum entsprechenden Treffpunkt, um dort wild herumzutanzen. Das Schöne daran: Man macht es mit Gleichgesinnten und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass nicht nur das Bild an sich, sondern auch die Ausübung der Aktion eine göttliche Komödie ist. Das wäre genau das richtige Aufwärmtraining und das Wetter soll ja "schön" werden.

 
 
Treffpunkte am Sa. 18. Okt. 2008:
  18:23 - mobile clubbing U-Bahn-Station Landstraße
19:53 - mobile clubbing MQ
22:13 - mobile clubbing Eingang der U-Bahn Station Schottentor
ab 22:00 - Luke Vibert im Planetarium - till dawn.
 
 
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