Realität und Fiktion. Das Erzählen und vielleicht auch Erfinden von Geschichten ist liebste Eigenschaft von Filmen, Buchstaben, Bildern und oft auch Tönen. Dieses Spiel fasziniert mich ganz besonders, seitdem die Erfindung des Bloggens eine kommentierende zweite Spur auf dem Film, der sich Realität nennt, ermöglicht. Die Ebenen vermischen sich und Medien gewinnen dadurch eine ganz neue Möglichkeit definitorischer Macht. Ich sitze selber an einer dieser Definitionsquellen und untermauere meine Theorie sofort mit einem praktischen Beispiel:
Am 16. April habe ich von der Tournee des film:riss Festivals berichtet und dort eine große Sause im Herbst 2008 angekündigt, nämlich den Ursprung dessen, was auf Tournee geschickt worden ist: Das Festival an sich. Nun ist es soweit und meine Geschichte wird Realität! Fiktion und tatsächliches Ereignis sind nur noch wenige Tage von einander getrennt und ich denke, dass ganz sensible Menschen diesen Riss in Raum und Zeit auch erkennen werden. Am 10. November 2008 startet der film:riss 2008!
Neues aus der Realität
Ein Newsletter aus Salzburg hat mich an dieses Festival erinnert und die Redaktion war einhellig der Meinung, dass Herr Exil-Salzburger über das Festival schreiben soll, da ich doch derjenige sei, der in dieser Geschichte der Realität am Nächsten liegen würde. So fügt sich alles zu einem und mein Aufhänger wird von einer Idee zu einem konkreten Bericht. Wired, oder making-of? Aber verlassen wir die Meta-Ebene und kommen auf den Ausgangspunkt zurück: Der Inhalt des besagten Newsletters macht es mir leicht, von der Vision des Festivals jeden einzelnen Frame bestätigen zu können.
Es ist nicht allzu lange her, da war der film:riss ein erfolgreicher Videoabend von StudentInnen für StudentInnen. Da Salzburg - aus welchen Gründen auch immer - schon lange ein guter Platz für Bewegtbildproduktion war, konnte dies nur Basis für etwas Großes sein. Ich glaube, jetzt kann man auch davon sprechen: Seitdem sich das Festival für FilmemacherInnen außerhalb von Salzburg geöffnet hat, ist es DAS Screening für den ambitionieren Nachwuchs in österreichs Filmlandschaft. Besonders wertvoll finde ich ebenso den "spec_scipt Award 08", der Filmkonzepte auszeichnet und heuer das erste Mal verliehen wird. Diese Aufwertung der guten Idee an sich wird hoffentlich Motivation für ein noch viel Mehr an guten neuen österreichischen Filmen sein.
Vision
In Arthur Schnitzlers Novelle "Sterben" wird eine Reise in das herbstliche Salzburg beschrieben. Gemeinsam mit dieser kurzen Geschichte im Kopf, wäre eine Reise zu Salzburgs November eigentlich ideal. Für all diejenigen, die darauf Lust bekommen haben, möchte ich auf das Gewinnspiel am Sonntag, 9. November 2008 hinweisen, bei dem im Rahmen von Connected drei exklusive Festivalpackages verlost werden. Bezahlt wird hier nicht der Eintritt (dieser ist nämlich für das ganze Festival grundsätzlich frei), sondern ein angenehmer Aufenthalt in der Salzach-Stadt. Ein echtes Meeting mit der Fiktion!
film:riss
www.filmriss.at/08/ Festival der studentischen Filmkultur | Salzburg 10. bis 15. November 08