Österreich | 9.12.2003 | 16:08 Soundpark. Your Place for Homegrown Music.
Prime Cuts: Zeebee - 'Chemistry'
von Astrid Schwarz
"Chemical reactions...
... happen all around us: when we light a match, start a car, eat dinner or walk the dog. A chemical reaction is the pathway by which two substances bond together. Chemistry is the conclusion to everything. It contains answers where we seem helpless." (Zeebee)
Chemistry handelt auch von den unsichtbaren Schwingungen, die sich zwischen zwei Menschen abspielen. Wenn du jemandem auf der Straße kurz in die Augen schaust und weißt, dass es einfach passt. So ein Gefühl strahlt auch Zeebee aus.
Es war einmal
Zeebee hat schon als Kind ganz viel Musik gehört, vor allem aus dem Radio und da wirklich querbeet. Von Klassik über Jazz und Pop, einfach alles, was ihr so untergekommen ist. Mit dem Kassettenrecorder ihrer Mutter hat sie dann ihre eigenen Melodien über die Songs aus dem Radio gesungen, und sie aufgenommen.
In weiterer Folge ist sie mit 17 nach England gegangen und hat rasch Anschluss an die Musikszene bekommen. Als Background Sängerin der Band Pig Bag (die hatten in den 80ern mit "Papa's got a brandnew Pigbag" sogar einen Top Ten Erfolg) war sie mit auf Tour, musste aber wieder zurück ins alte Österreich, genauer gesagt nach Vorarlberg.
global player
In der Schweiz hat sie mit ihrer Band D-sire einige Platten veröffentlicht, aber wirklich glücklich ist sie damit nicht geworden. Erst das Internet hat sie aus ihrer geographischen Isolation in Vorarlberg geholt. Mit Musikern weltweit hat sie vor mehr als 4 Jahren angefangen, Songzeilen oder musikalische Fragmente auszutauschen. Jeffrey Math aus Seattle hat sie genau auf diesem Weg kennengerlent. Insgesamt sechs Tracks ihres Albums sind übers Netz entstanden. "Jeffrey ist einfach super wenn's um Ideen geht, aber so richtig fertig produzieren, so bis zum Ende, das ist nicht so sein Ding," so Zeebee im Interview. Den Mann zum fertig Produzieren hat Zeebee in Gerhard Potuznik gefunden.
Angelika Köhlermann
"Eigentlich war ich auf der Suche nach einer Freundin, und war ganz erfreut, als ich Angelika Köhlermann im Netz gefunden hab, also ein Record Label, dass von einer Frau geführt wird, ist ja was ganz seltenes."
Als sich Gerhard Prouznik, der Labelchef von Angelika Köhlermann Records dann bei ihr Anfang 2003 gemeldet hat, war sie zwar kurz enttäuscht, dass Gerhard keine Frau war, aber auf Grund der Begeisterung, die er ihrer Musik und Stimme entgegenbrachte, war die Enttäuschung nicht von langer Dauer. Das Ergebnis dieses anfänglichen Missverständnisses ist "Chemistry".
Im FM4 Soundpark ist sie keine von denen, die einmal einen Track uploaden und sich dann nie wieder blicken lassen. Zeebee hat ohne Unterlass Tracks hergenommen und einfach ihre Vocals drauf gesetzt. Mit loyal & royal war Zeebee mit dem Track 'Interaction' auf der Soundselection 7 zu finden. Auf der aktuellen Soundselection 9 ist sie mit 'Truth' als Solokünstlerin vertreten.
Für 'Chemistry' hat sie sich wieder von den musikalischen Mustern und Landschaften von loyal & royal inspirieren lassen. Trishes war ihr musikalischer Begleiter für den, an ein Kinderlied erinnernden Track 'my thing to do'.
187 Songs hat Zeebee in den letzten 3 Jahren geschrieben, um dann 10 Songs für ihr Album herauszupicken. Unzählige Stunden hat sie im Studio verbacht, um genau den unverkennbaren Zeebee Style zu entwickeln, der jetzt auf 'Chemistry' zu hören ist. Auf dem Album zeichnet sie in ihren durchwegs autobiographischen Texten ein ganz persönliches Bild in 10 Teilen. "Ein verschrobenes Popalbum" wie Zeebee selbst meint. Und absolut hörenswert!