Österreich | 29.7.2004 | 11:12 Soundpark. Your Place for Homegrown Music.
Im Studio mit... Bernhard Fleischmann
von Barbara Schlachter-Delgado
Im November 2003 ist Bernhard Fleischmanns vielbeachtete letzte Platte "Welcome Tourist" auf charhizma und Morr Music erschienen. Im August erscheint ein Album von Duo 505, sein Projekt mit Herbert Weixelbaum und am 21. August spielt er live im Rahmen des Temp~Festivals in Greifenstein.
Grund genug, den Wiener Elektroniker für die zweite Folge der kleinen, aber ausführlichen Soundpark-Rubrik "Im Studio mit..." zu besuchen und mir ein wenig über seine Arbeitsweise erzählen zu lassen.
Womit produzierst du?
Mein Hauptgerät war eigentlich von Anfang an die Roland Groovebox MC- 505. Ich habe sie damals mal bei einer Band im Proberaum gesehen, als ich selber noch keine elektronische Musik gemacht habe, sondern Schlagzeuger in einer Band war. Mir hat das Spielen in einer Band zwar Spaß gemacht, aber als ich diese Groovebox gesehen habe, dachte ich mir, dass es auch mal interessant wäre, auf so einem Gerät Musik zu machen. Jedenfalls hab ich mir die Groovebox dann zugelegt und begonnen, darauf rumzubasteln und seitdem ist sie das Ding, mit dem ich alles mache.
Bernhard Fleischmann in seinem Studio
Du machst tatsächlich alles einzig und alleine auf der Groovebox?
Bis zur vorletzten Platte war das so, da ist tatsächlich alles einzig und alleine auf der Groovebox entstanden, aber danach hab ich angefangen, das Klavier und andere Sounds einzubauen. Diese Parts nehm ich dann in Pro Tools (Digidesign Pro Tools LE in Kombination mit der Digidesign M-Box) auf, schneid mir dort passende Loops zusammen oder bearbeite die Sounds noch ein wenig und spiel sie dann via Ableton Live dazu.
Wie sieht der Produktionsprozess aus, wenn du eine Platte aufnimmst?
Wenn das Ganze auf Platte kommen soll, dann geh ich einfach mit meiner Groovebox und mit dem Laptop zum Christoph Amann ins Studio und nehme dort meine Tracks nochmal gescheit auf. Dort hab ich die Möglichkeit, die Tracks durch gute Röhrenvorverstärker zu schicken, hab bessere Wandler und so klingt der Sound einfach viel besser und wärmer, als ich es hier zuhause jemals hinbekommen könnte. Eigentlich ist so eine CD bei mir immer auch eine Live-Version meiner Stücke, eben so, wie ich sie in dem Moment gerade auch live spielen würde.
Bei der letzten Platte war das z.B. so, dass ich alle acht Spuren, die aus meiner Groovebox kommen, zusammengefasst in einer Stereospur aufgenommen habe und die Sounds, die vom Ableton kommen, in einer Extraspur. Ich arbeite zu Hause so lange an einer Nummer und übe sie so oft, bis ich mir sicher bin, dass das, was aus der Groovebox kommt, auch genau so klingt, wie ich es haben möchte. Beim Mischen im Studio vom werden dann meistens nur noch Feinheiten herausgearbeitet.
das Herzstück im Studio von Bernhard Fleischmann
Mackie Mischpult und Digidesign M-Box
Auf deiner letzten Platte sind aber auch einige Instrumente, wie z.B. Saxophon, Kontrabass oder Schlagzeug zu hören und manchmal hast du auch Vocals dabei. Wo nimmst du diese Parts auf?
Die habe ich auch im Studio bei Christoph Amann aufgenommen, weil ich hier bei mir gar nicht das Equipment, wie Mikrofone etc. dazu habe. Das sind dann aber Instrumente, die nur auf der Platte zu hören sind. Live lass ich diese Instrumente weg, denn es ist einfach nicht das Gleiche, wenn z.B. ein analoges Schlagzeug vom Computer kommt. Das Klavier ist das einzige, dass ich live auch vorkommen lasse, denn die Klavierparts sind meistens essentiell für meine Stücke. Das funktioniert dann wie vorhin beschrieben. Die Klavier-Loops kommen vom Ableton.
Früher, bei meiner ersten Platte, habe ich überhaupt alles zuhause gemacht, auf Minidisc aufgenommen und bin dann mit dieser Minidisc zum Christoph Ammann zum Mastern gegangen.
Da musste er aber dann schon noch viel dran machen, denn ich hab damals Sachen, wie eine ausgewogene räumliche Aufteilung, noch nicht bedacht.
Bist du beim Mischen im Studio dann dabei?
Ja, meistens sitz ich da neben dem Christoph und wir tasten uns dann gemeinsam langsam an das Endergebnis heran. Er fragt mich, wie ich mir was vorgestellt habe und ich sag ihm dann, was ich gerne hätte und was ich finde, er sagt mir seine Meinung dazu und schlägt mir seinerseits dann Sachen vor.
Ich bin da gerne dabei, weil ich auch Mithören will, was passiert. Nicht, dass das beim Christoph unbedingt notwendig wäre, aber beim Mischen kann man den Charakter eines Stückes schon noch sehr verändern. Es kommt z.B. vor, dass ich bei einem Track die Beats gerne etwas lauter hätte und wenn wir merken, dass die Beats in der Stereosumme der Groovebox einfach etwas untergehen, dann spielen wir die Beats eben noch mal gesondert ein und mischen sie auf einer Extraspur dazu.
Auf deiner letzten Platte ist dieses eine 45 Minuten lange Stück "take your time" drauf, das du mit mehreren Live-Musikern eingespielt hast. Wie ist das entstanden? Hast du jedem Musiker vorgegeben, was er spielen soll oder war das improvisiert?
Ich hab den Leuten die elektronische Rohversion gegeben und ihnen gesagt, es wäre super, wenn sie da mitmachen würden. Ich hatte eine ungefähre Idee, was jedes Instrument irgendwann mal machen soll und dass jedes Instrument auch mal ein Thema vom elektronischen Part übernehmen soll, aber drumherum war alles frei. Wir haben uns dann im Studio getroffen, davor hatten wir das Stück einmal geprobt und dann hat jeder für sich seine Parts aufgenommen.
Bei diesem Stück war es dann eine Riesenarbeit, weil wir dann von allen Instrumenten drei- bis viermal 45 Minuten Aufnahme gehabt haben und dann auswählen mussten - welche Teile nehmen wir, wann kommt was zusammen, etc. Das waren sehr viele und sehr lange Abende, aber es hat total Spaß gemacht.
zuhause wird komponiert und geübt.....
Wie beginnst du eine neue Nummer, wenn du vor deiner Groovebox sitzt? Was passiert als Erstes?
Das ist unterschiedlich, aber meistens beginne ich damit, dass ich mir einen Sound suche und damit eine Melodie spiele und um diese Melodie bau ich dann die restlichen Melodien auf.
Verwendest du, um diese Melodien einzuspielen, irgendein Midi-Keyboard oder machst du das auch direkt auf der Groovebox?
Das mach ich auch auf der Groovebox. Man kann auf dieser Tastatur problemlos Melodien spielen. Das funktioniert ganz gut. Ich hab's zwar mal mit einem Midi-Keyboard probiert, aber das hab ich dann wieder gelassen, weil ich's einfach seit Jahren gewöhnt bin, es direkt auf der Groovebox zu machen und mir das einfach lieber ist.
Das heißt , dass du auch überhaupt keine Hardware- oder Software-Synthies verwendest?
Nein, ich brauch nichts außer meiner Groovebox und dem E-Piano. Dieser uralte Synthie, der hier steht, den hab ich mal "gefunden". Der stand damals in der Musikschule rum, in der ich Schlagzeug gespielt habe, ich hab den Lehrer gefragt, was mit dem Ding passiert. Der meinte, der Synthie würde weggeworfen werden, weil er nicht funktioniert. Da hab ich ihn einfach mitgenommen und es hat sich herausgestellt, dass es nur das Stromkabel war, das nicht funktioniert hat. Aber ich muss gestehen, ich hab mit dem Synthie bisher nichts gemacht.
Aber im Protools hab ich ein paar Plug-Ins, die ich ab und zu verwende. Manchmal brauch ich ein bisschen ein Delay oder einen Hall oder Distortion-Effekte, das sind aber nur die Standard Plug-Ins, die beim Pro Tools LE dabei waren.
Doch ... einen Synthie hab ich mir vor kurzem zugelegt. Das ist dieser Micro Korg hier. Der hat sehr schöne Sounds. Da geh ich dann genauso vor wie mit dem Piano. Ich spiel die Parts davon ins Pro Tools ein und schneid mir dort dann Loops fürs Ableton zurecht.
Auf vielfachen Wunsch das Fundstück nochmals als großes Bild. Jetzt kann man erkennen, was drauf steht: Roady Crumar.
Wofür nimmst du dir im Laufe des Enstehungsprozesses eines Stückes am meisten Zeit? Woran arbeitest du am längsten?
Sicherlich für die Melodien. Ein Stück geht eigentlich erst dann richtig los, wenn ich eine Melodie habe. Der Rest passiert dann eigentlich immer relativ schnell. Wenn ich mal eine Melodie habe, das ist bei mir meistens wirklich Strophe-Refrain-Strophe-Refrain, dann geht's recht schnell.
Ich arbeite an einer Nummer auch nicht ewig lange. Wenn ich nach einer Stunde mit einem Sound, der mir gefällt, noch immer keine brauchbare Melodie gefunden habe, dann lass ich's meistens auch wieder sein und such mir einen neuen Sound und probier's damit wieder.
Es kommt auch schon mal vor, dass mir ein Stück, das ich mal komponiert habe, nach einiger Zeit nicht mehr gefällt. Das Stück geb ich dann aber nicht auf die Platte, spiel es vielleicht ab und zu mal live oder ich heb es auf und arbeite zu einem späteren Zeitpunkt nochmal daran.
Meistens brauch ich für einen Track nicht länger als einen Tag. Zumindest das Grundgerüst steht innerhalb eines Tages. Das Ausarbeiten passiert dann an einem zweiten Tag und dann ist der Track fertig.
Ich kenn viele Leute, die super Songs machen, aber es ewig nicht schaffen, den Punkt zu finden, an dem sie sagen, okay, der Song ist jetzt fertig. Ich bin halt ein Typ, der dann sehr schnell sagt, der Song ist jetzt fertig und aus.
Wie sieht dein Live-Set aus?
Live verwende ich die Groovebox in Kombination mit Ableton Live auf meinem Laptop.
Ableton wird via Midi mit der Groovebox gesynct und so spiele ich die Sounds ab, die nicht von der Groovebox kommen. Mit der Groovebox und dem Laptop gehe ich auf der Bühne in einen kleinen Mixer (Behringer Eurorack MX 802A) und danach geht die Stereosumme noch in zwei DI Boxen.
Ich leg eigentlich von vornherein beim Komponieren meine Stücke auch so an, dass sie live spielbar sind. Genauso, wie ich mit meiner Groovebox und mit meinem Laptop ins Studio zur Aufnahme gehe, gehe ich damit auch auf die Bühne. Ich muss also nichts großartig am Arrangement ändern oder adaptieren, um damit auf die Bühne gehen zu können.
Du trittst ja meistens alleine auf. Könntest du dir auch vorstellen mal mit Live-Musikern aufzutreten?
Doch auf jeden Fall. Dieses lange Stück auf der CD haben wir auch schon ein paar Mal live aufgeführt, z.B. bei der Plattenpräsentation. Das hat mir auch sehr viel Spaß gemacht, aber es ist halt leider auch eine Kostenfrage mit mehreren Musikern gemeinsam aufzutreten. Man wird dadurch natürlich teurer für die Veranstalter und wird dadurch auch nicht so oft gebucht. Abgesehen davon ist es auch logistisch ungleich komplizierter, wenn man live einen Kontrabass, ein Vibraphon und ein Schlagzeug braucht.
an der Groovebox.....
Wie sind deine Live-Auftritte angelegt? Spielst du eher in einem Rahmen, wo die Leute auch wirklich zuhören oder versuchst du die Leute auch zum Tanzen zu animieren?
Das ist ganz unterschiedlich. Ich kann mich da ganz gut auf das Publikum einstellen. Wenn es eher ein Rahmen ist, wo Leute einfach nur zuhören wollen, dann spiel ich auch die Stücke, die dafür geeignet sind, die Stücke, wo sehr viel Feinheiten zu hören sind. Und wenn ich merke, die Leute wollen tanzen, dann spiel ich die Stücke, die eher zum Tanzen sind. Das ist auch ein großer Vorteil der Groovebox. Du kannst dich relativ spontan entscheiden, wie ein Stück klingen soll. Du kannst schnell entscheiden, ob du z.B. die Beats verzerrst oder nicht verzerrst, was den Charakter eines Stückes wesentlich verändern kann.
Oder ich lass einfach mal Passagen, die sehr rhythmisch sind, länger stehen und arbeite dann mit Effekten, die den Rhythmus nochmal etwas betonen. Ich lass dann z.B. einfach mal den Bass länger stehen und schick den Rhythmus durch ein Delay, das ich variere und dann lass ich das Ganze vielleicht auch noch mit einem Panning durch den Raum wirbeln. Mittlerweile krieg ich das spontan ganz gut hin. Am Anfang meiner Live-Karriere war ich da noch etwas unflexibler und sehr darauf konzentriert, dass ich alles zur richtigen Zeit einschalte, dass die Sounds auch wirklich so klingen, wie ich möchte. Aber wenn man das eine Weile macht, dann kann man mit der Groovebox sehr schön rumspielen und sich damit auch gut aufs Publikum einstellen.
Wie managst du die Übergänge von einem Track zum nächsten?
Manchmal lass ich den Computer mit irgendeinem Sound, meistens einem athmospährischen Sound laufen und lade in der Groovebox den nächsten Song und starte sie dann irgendwann wieder.
Ich hab aber auch kein Problem damit, einfach eine kurze Pause zu machen. Schließlich sind ja alles Einzelstücke und ich finde, dass man das bei einem Konzert schon machen kann und dass das zum Livecharakter passt. Im Ableton hab ich auch nicht alles in einer einzigen Session drinnen, sondern ich hab da auch mehrere Sessions, die ich neu laden muss. Es gibt Stücke, die ich nur mit der Groovebox spiele und die spiele ich dann halt, wenn ich am Laptop eine neue Session laden muss. Die Leute verstehen das auch, wenn zwischen den Stücken eine kurze Pause ist. Die merken halt, okay, da passiert wirklich live was und da läuft jetzt keine CD durch.
Bernhard Fleischmann live....
Gibt es irgendein Gerät, dass du gerne hättest oder dir demnächst zulegen wirst?
Eigentlich bin ich mit dem, was ich jetzt habe, sehr zufrieden. Ich hab mir ja vor kurzem erst diesen Micro Korg gekauft, mit dem ich jetzt neue Sachen ausprobiere. Hier liegt dieser kleine Electribe herum, den ich mir mal zugelegt habe und wo ich mir dachte, wenn ich den habe, werde ich einiges damit machen, aber ich bin leider immer noch nicht dazugekommen, mich damit zu beschäftigen.
Vielleicht mal einen neuen Computer, weil mein alter Apple Laptop immer gleich voll ist mit den ganzen Loops, die ich mit dem Ableton dazuspiele. Bei einer externen Festplatte hab ich Angst, dass der Zugriff auf die Loops nicht schnell genug funktioniert, aber das muss ich mal ausprobieren.
Ich denke auch, dass ich mir jetzt langsam ein paar Plug-Ins zulegen werde. Nicht, weil sie mir unbedingt abgehen, aber ich denk mir, dass die Möglichkeiten, die man hat, um Sounds zu bearbeiten, dadurch mehr werden.
das neueste Spielzeug von Bernhard Fleischmann...der Micro Korg
Woran arbeitest du zur Zeit?
Im Moment sitz ich gerade an einer Filmmusik für einen Film von Jörg Kalt. Der Film heißt "Crash Test Dummies" und die Dreharbeiten sind gerade im Laufen. Damit hab ich den ganzen Sommer über eh relativ viel zu tun und außerdem bin ich jetzt auch wieder viel unterwegs. Ich spiele Konzerte in Schweden, Belgien, Paris und im September dann in San Francisco. Es ist eh ständig was los. Dann kommt im August die neue Platte meines gemeinsamen Projekts Duo 505 mit dem Herbert Weixelbaum raus. Und dann werd ich mich wieder an neue Stücke setzen, für ein neues Album.
Was war bisher dein größtes Erfolgserlebnis?
Eigentlich war das ganz am Anfang meiner Karriere, als Christoph Kurzmann meinte, er würde gerne eine CD von mir rausbringen. Das war nämlich der Punkt, an dem alles begonnen hat.
Die Geschichte ist folgende: Ich hab damals von einem Bekannten gehört, dass es eine Band namens Console gibt. Das war 1999, als Console "Rocket in a Pocket" herausgebracht haben. Ich hatte damals meine ersten drei, vier Stücke fertig, die ich einem Freund vorgespielt habe. Der meinte, die Stücke erinnern ihn an Console. Ich hab dann mal mitbekommen, dass Console im Rhiz spielen und hab mir dann gedacht, wenn ich jemals mit meiner Musik irgendwo in Wien live spielen kann, dann am ehesten im Rhiz. Ich hab dann meine ersten Stücke auf Kassette aufgenommen und diese für Christoph Kurzmann, der damals noch im Rhiz gearbeitet hat, hinterlegt und gesagt, dass ich gerne als Vorband von Console spielen würde. Ich kannte den Christoph Kurzmann damals noch nicht persönlich und war eigentlich sehr überrascht, als er mich angerufen hat und meinte, dass es zwar für Console zu kurzfristig sei, aber dass ich zu einem späteren Zeitpunkt doch mal im Rhiz im Rahmen der Reihe "Frühstück im Rhiz" spielen solle. Ich hab das Konzert gegeben und den Christoph Kurzmann dann gefragt, ob er glaube, dass irgendwer daran Interesse hätte, diese Musik rauszubringen und er meinte, ja, er sei gerade dabei sein Label "Charhizma" zu gründen und er würde das gerne rausbringen.
Danach hat es diese glückliche Fügung gegeben, dass meine Musik über den Fritz Ostermayer zum Markus Acher von Notwist und über den wiederum zum Thomas Morr gekommen ist. Als ich mal nach Hause gekommen bin, war dann diese Stimme aus Berlin auf meinem Anrufbeantworter, eben der Thomas Morr, der meinte, er wäre gerade dabei sein Label "Morr Music" zu gründen und er hätte meine CD "Poploops for Breakfast" gehört und er würde sie gerne als Vinyl auf seinem Label rausbringen. Das waren bisher so die zwei großen Glücksfälle im Laufe meines Musikerlebens.
Welche Musik hörst du privat und/oder was hat dich besonders beeinflusst und beeindruckt?
Also ganz wichtig waren am "Anfang" so die ersten lauten Platten. Ganz besonders liegt mir da die "Bug" LP von Dinsosaur Jr am Herzen, lange Zeit meine Lieblingsplatte. Und dieses unglaubliche Album von Slint, "Spiderland", irgendwie hat die Platte nie ihre Kraft verloren - unglaublich gut! Ich habe lange sehr viel so laute melodiöse Gitarrensachen gehört, und mach das noch immer sehr gerne. (Hüsker Dü, Tar, etc.)
Am Beginn der Elektronik war die "Shrink" Platte von Notwist ganz wichtig. Ich habe das Mischen von Elektronik und Band dort sehr super gefunden. Ich mag die Platte immer noch sehr gerne, wobei ich auch die ersten Notwist Platten, die davor entstanden sind, sehr gerne mag. Da wars laut und krachig und eben auch melodiös.
Dann habe ich die "rocket in the pocket" von Console kennengelernt. Ich hatte am Beginn meiner "Elektronikzeit" keine Ahnung von den Sachen, die da so gemacht werden. Diese Welt hat sich dann Schritt für Schritt aufgetan. Ich habe dann Sachen wie Boards of Canada, Aphex Twin oder Plaid kennengelernt.
Prinzipiell höre ich eigentlich sehr viel verschiedene Musik, das soll heißen, aus allen Richtungen. Wenn mir ein Stück gefällt, dann ist es egal ob es aus einem "Verstärker" oder einem Computer oder wo auch immer herkommt.
Nach dem Interview gab's extra für den Soundpark eine kleine Listening-Session, in der Bernhard Fleischmann live an der Groovebox demonstriert, wie er anhand der vielen Bearbeitungsparameter der Groovebox Sounds bearbeiten kann.
Live-Demonstration an der Groovebox.....
title: Hörbeispiel 1 artist: Bernhard Fleischmann length: 2:56 Hier werden die Beats mit Hilfe verschiedenster interner Effekte in Realtime bearbeitet MP3 (2.818MB) | WMA
title: Hörbeispiel 2 artist: Bernhard Fleischmann length: 2:53 Hier werden Flächensounds mit Hilfe der internen Effekte in Realtime verändert MP3 (2.776MB) | WMA
title: Hörbeispiel 3 artist: Bernhard Fleischmann length: 2:21 Hier ein Auschnitt aus einem Track im kompletten Mix MP3 (2.267MB) | WMA
Equipmentliste:
Roland Groovebox MC-505
Rechner: Apple Powerbook G3 Pismo 400
Soundkarte + Software: Digidesign M-Box mit Pro Tools LE, Ableton Live 3
Keyboards: Yamaha Clavinova - clp 411, Micro Korg
Mischpult: Mackie 1402-VLZ Pro
Abhöre: Genelec Studiomonitore 1030
Kommende Live-Termine von Bernhard Fleischmann in Österreich:
31. Juli: More Ohr Less- Festival in Lunz am See
20. und 21. August: Temp~Festival (Bernhard Fleischmann spielt am 21. August)
26. August: Duo 505 Cd-Präsentation im Rhiz. Eintritt frei. DJs: Thomas Morr und Hergo.
Bernhard Fleischmanns Sommerlieder
Am Freitag, 30. Juli gibts in Supersonnig (13 bis 14 Uhr) Bernhard Fleischmanns Auswahl an Lieblingssommerliedern zu hören.