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zurück zur TitelseiteSOUNDPARK - Your Place for Homegrown MusicSTATION - alles rund um den RadiosendernotesCHAT
Österreich | 26.10.2005 | 10:00 
Soundpark. Your Place for Homegrown Music.

 
 
Feedback-Pflichtwatschn und musikalische Wachstumsschübe
  Mieze Medusa zum 4. Geburtstag des FM4 Soundpark
 
 
 
Shareware für NetzwerkerInnen
  DIY klingt verlockend. DIY macht Spaß, ist sexy und beinhaltet zwangsläufig meine zwei guten Freunde V und I, Versuch und Irrtum. Beide sind Lehrmeister, wenn man was macht, was man so noch nicht gemacht hat: neue Software ausprobieren, Ideen in Tracks umsetzen, ein Instrument spielen und aufnehmen, MCen, Gigs organisieren usw.

Manchmal gelingt alles, manchmal steht man an und meistens liegt's dazwischen. So oder so ist es schön, wenn man nicht auf sich allein gestellt ist.

 Mieze Medusa und Tenderboy
 
 
Meine Clubnacht ist kein Powerlunch
  Dem deklarierten Partygör Mieze Medusa fällt's auch schwer, im Echtraum Vernetzungspolitik zu betreiben. Sowieso geh ich zu Jams. Eh klar bin ich in Clubs unterwegs. Nur bin ich dort Fan, nicht Musikerin. Wenn ich beim xten Bier mit einem/r ins Gespräch komme und feststelle, da gibt es eine Basis, hier könnte eingehakt und was gemacht werden, dann ist das wunderbar. Nur, die Regel ist es nicht. Und sich darauf zu verlassen, dass es die Gleichgesinnten am gleichen Abend in der gleichen Stadt in den gleichen Club spült, ist nicht mein Ding.
 
 
 
Egokratzbaum mit Schnittstellenmehrwert
  Also raus aus dem Echtraum, rein in das Ding, das zur Zeit der Beatles erdacht wurde, damit sich im neuen Jahrtausend die FanatikerInnen in Österreich und sonst wo bequem über ihre Musik austauschen können: rein ins Internet.

Über MP3-Plattformen brauch ich eh niemandem was erzählen, jedeR hat da seine Favoriten und aus gutem Grund. Der Soundpark liefert neben Feedback-Pflichtwatschn für die ersten musikalischen Gehversuche und dem möglichen Anwachsen einer Community ein Extra. So banal es ist: Hinter dem Soundpark steht ein Echtraum-Radio mit Reichweite und Ressourcen. Deshalb ist ein Roots Manuva Remix-Contest möglich, deshalb werden Tracks für Computerspiele oder Theaterstücke gesucht, deshalb gibt's Akustik-Sessions in guter Qualität und deshalb kann man Anhörunterricht in Sachen Mastering nehmen. Nicht alle Aktionen sind gleich erfolgreich oder führen zu den erhofften Ergebnissen. Learning by doing, halt. Da wie dort. Aber Sendeplatz und der gute Wille aller macht den Soundpark zu einer unbürokratischen Schnittstelle zwischen DIY und Markt, was immer jetzt das wieder sein soll.
 
 
 
Vom Sichtbarmachen
  Das Echtraum-Radio hegt das Image seiner Plattform. So werden Bands, die zu Airplay kommen, gern als Soundpark-Bands deklariert. Das ist kein Vereinnahmen, denke ich, das ist Sichtbarmachen von vorhandener Qualität mit einem Schuss Eigenwerbung, bietet Anreiz zum Runterladen von Tracks und damit Anreiz zum Raufladen. Die Strategie erinnert mich übrigens - und traut euch ruhig lachen - an feministische Sprachpolitik. Nennung der weiblichen Form, bis die Welt bestehende weibliche Leistungen zur Kenntnis nimmt und durchlässiger für entstehende wird. Auf den Soundpark übertragen: Solange österreichische Musik der unbekannteren Variante nennen und mit einem Label versehen, bis die Welt offene Ohren für Neues hat. Und so entsteht neben dem Label FM4-Musik das Label Soundpark-Musik. Das wird die Welt soviel oder sowenig verändern wie das Binnen-I, ich finde beides ok.

 
 
Nebensatznetzwerken
  Seit Jahr und Tag macht Netzwerkerin deluxe Irradiation (temp~ Records) vor, wie's geht. Als Minimaltechnofreak ohne Tellerrandweltbild hat sie fertig gebracht, was keiner meiner Kopfnickerfreunde geschafft hat: sie hat mir tenderboy vorgestellt und damit bei mir einen musikalischen Wachstumsschub ausgelöst. Also gut hinhören, wenn eineR "ich glaub, ich kenn da jemanden" in eure Richtung murmelt und genau lesen, wenn eineR einen Hinweis postet. Netzwerken funktioniert in Nebensätzen und über die verschiedensten Medien, Internetplattformen wie der Soundpark sind eines davon.

Nach dem gleichen Prinzip organisiert das hochmotivierte temp~-Team unterstützt vom backlab-Basislager seit drei Jahren das temp~-Festival und beweist, welche Schätze zutage zu fördern sind, wenn das Grabungsteam keine Angst davor hat, sich dreckig zu machen. Vernetzt handeln heißt, für andere mitdenken und darauf vertrauen, dass die anderen das auch tun.
 
 
 
No trix, no gimmix ...
  Noch schnell hinterhergeschoben, was ich persönlich am Soundpark mag:

* Das simple Design und eine Usability, die die dämlichsten anzunehmenden UserInnen mitbedenkt.

* Limitierter Output: Kann zu Wartezeiten führen, grr. Dafür kommt es zu keinem Overkill und man kommt als HörerIn mit.

* Das Feedback - sogar das bös gemeinte. Es schadet nicht, sich ein bisschen dicke Haut anzutrainieren.

* Die Musik, die Bands, die Remixer, die FachsimplerInnen!
 
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  Mieze Medusa ist nicht nur HipHop-Aktivistin, Poetry Slammerin und Gewinnerin des FM4 Literaturwettbewerbs Wortlaut 2002, sondern auch Soundpark-Bewohnerin.
 
 
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