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| Im Sumpf (21-23) | | |
mit Fritz Ostermayer und Thomas Edlinger
Graue Lagune
KAADA: Thank You For Giving Me Your Valuable Time (Southern Rec., im Vertrieb von Trost-Rec.)
Ausgangspunkt von Kaadas musikalischem Kosmos ist die große Zeit des Sixties-Souls, hier sucht und findet er seine Instrumental- und Stimm-Samples, die er zu oft grotesk verzerrten Neo-Motown-Hymnen zusammenflickt. Die Methode ist alles andere als neu und heißt im PC-Sprech 'Cut & Paste'. Ausschneiden und woanders einfügen. In den alten analogen Zeiten machten das die Residents bereits mit ihren unzähligen Tonbandschnippseln, heut geht's dank Mausklick um einiges flotter. Gleich geblieben ist die Kunst des Collagierens. Was passt zusammen, was spreitzt sich und muss gerade deswegen ineinander verwoben werden usw. Moby werkelt so seit Jahren für sein Alternative-Stadionpop-Publikum, der kanadische Plunderphonics-Artist John Oswald machts seit Jahrzehnten für all jene, denen sogar die radikale Zerhack-Ästhetik des frühen John Zorn noch immer zu kommerzig daherkommt.
Bei Kaada aber gehen Seele und Scherenschnitt die schönste Symbiose ein, die man sich nur vorstellen kann. Manche Setzkastenstücke klingen da so homogen, als wären sie Originale von damals, andere wiederum baut er so kurios disparat zusammen als wäre ein Tontechniker über der Fülle des Materials wahnsinnig geworden. Manchmal klingts wie ein digitalisierter Spike Jones auf narrischen Schwammerln, dann wieder nach dem großen
Tricky, der seine Seele gleich an drei Teufeln gleichzeitig verkauft hat. Alles drin bei diesem John Erik Kaada aus - schon wieder - NORWEGEN: Comic Strip Raserei und hingeschissener Existentialismus.
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