Rock'n' Roll muss vor allem eines sein: laut und gefährlich. Zumindest wenn es nach den Herren von Glucifer aus Oslo geht. Dass sie privat aber keineswegs nur laute Musik mögen, hören wir im Gästezimmer. Biff Malibu, der Sänger, und Raldo Useless, seineszeichens Gitarrist, geben Einblick in ihre ganz private Plattensammlung. Was beide beispielsweise witzigerweise verbindet, ist die Tatsache, dass jeder von ihnen sich als erste LP eine David Bowie Platte gekauft hat. Kein Wunder also, dass David Bowie auch im Gästezimmer zu hören sein wird. Außerdem mit dabei: "Baba O' Riley" von the Who, eines der Lieblingslieder von Biff Malibu.
Zwei Ausstellungen beschäftigen sich derzeit mit künstlerischen Reflexionen der Lage im Nahen Osten. Im Linzer Zentrum für Gegenwartskunst spüren jüdisch-israelische Künstlerinnen im Projekt "The Promise, the Land" den vielfältigen Deformationen und Bruchlinien innerhalb der gespaltenen israelischen Gesellschaft nach, während der Project Space der Wiener Kunsthalle die Ergebnisse von individuellen Urbanismus-Forschungen und Feedbacks zwischen Wien und der syrischen Hauptsstadt Damaskus präsentiert. Wir bringen dazu ein Portrait der arabisch-jüdischen Künstlerin Khen Shish, Gespräche mit dem in New York lebenden jüdischen Künstler Meir Gal, dem israelischen Architekten Zwi Efrat, und der syrischen Schauspielerin Noura Mourad sowie Ausschnitte eines Vortrags des Tel Aviver Psychoanalytikers Avi Rybnicki über die kollektive Traumatisierung von Israelis und Palästinensern.
Graue Lagune (23-00)
Wunderkammer - 'Today I Cannot Hear Music' (Honey Milk Records) und Cinnamoon - 'Cinnamoon' (Honey Milk Records)
Eine Graue Lagune gefüllt mit nordischen Spezereien vom Label Honey Milk Records, nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls norwegischen Fundichristenlabel Milk&Honey. Wunderkammer sind für den hohen Norden irgendwie das, was Calexico für den amerikanischen Süden: Grenzgänger und Meister des Eklektizismus. Das selbst betitelte Debutalbum von Cinnamoon aus Oslo passt zuerst ganz fein in die Schublade Americana: Folkrock hört man da, auch traurigen Country mit Geigenschmelz. Dann aber wird's rockiger und plötzlich fällt einem die australische Schule des aggressiven Deproblues ein.