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Livegast: Fetish 69: Seit den Spät-Achtzigern steht der Name der Graz-Wiener-Formation für eine unheilbare Vorliebe für Durchgebrannte, Outcasts und Freaks. Für ein Österreich-Bild, dass abseits von Kaffeehaus-Idyllen, an die verstörenden Filme von Michael Haneke und Ulrich Seidl erinnert. Für industrielle Klangteppiche, frühe Sampling-Experimente und Rock'n'Roll zugleich. Für AmRep-Singles, Plattencover von Günter Brus ("Antibody", 1993) und Joe Coleman ("Purge", 1996), Shows mit Melvins, Helmet, Cop Shoot Cop, Neurosis, dem weltweiten Netzwerk des High Quality-Noise. FETISH 69 steht aber auch für eine radikale elektronische Neubesinnung ("Geek", 1999) und Kooperationen mit Breakbeat-Dub-Laptop-Pionieren wie Mick Harris von Scorn, Wordsound-Boss Spectre, Jim Plotkin, Mego¹s Pita.
Nach einem Japanrelease im April erscheint nun "Atomized", das neue FETISH 69-Album, beim deutschen Electropop-Label Doxa (Vertrieb: Ixtuluh). Die musikalische Vision diesmal: die aktuellen Faszinationen und Unternehmungen der Mitglieder zu verschmelzen. Da sind die Sleazy Listening-Sounds von Binder & Krieglstein, dem Soloprojekt von Drummer Rainer. Die Einflüsse von Gitarrist Robert Lepenik, der zu den Köpfen des Grazer Elektroniklabels Tonto gehört. Die Industrial-Attacken von Schlund, der Band von Keyboarder Garfield. Schließlich der Downtempo-Pop von Toxic Lounge, mit dem Sänger/Mastermind Christian Fuchs, die eigene, brüllende Vergangenheit exorzierte.
Und dann sind da noch die Gäste. Wolfgang Frisch von den Sofa Surfers komponierte einen Track. Weilheim-Legende Mario Thaler (The Notwist, Console) legte bei "Atomized" Hand ans Mischpult. |
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