Prime Cuts: Mando Diao - 'Hurricane Bar'
Wenn es nach der Band geht, ist "Hurricane Bar" nicht ihr zweites, sondern ihr erstes "ordentliches" Album, war das Debüt "Bring 'Em In" doch bloß eine Sammlung alter Demos aus dem Probekeller. Diesmal gingen die Schweden dagegen in ein teures englisches Studio im idyllischen Bath. Nicht dass ihr Sound dort zurechtgekämmt worden wäre. Dazu wissen Mando Diao zu genau, worum es ihnen geht, und zwar die leidenschaftliche Fortführung einer melodisch ungestümen Gitarrenpop-Tradition, die sich von den Beatles (jawohl), über die Flaming Groovies, die Buzzcocks oder The Las und den Britpop der Neunziger bis in gewisse Momente des jüngsten Rock'n'Roll-Revivals fortgesetzt hat. Die "Hurricane Bar" war übrigens jener schäbige Club in ihrer Heimatstadt Borlänge, wo Mando Diao als Vorband für jeden vorbeikommenden Act das Live-Spielen lernten. Ihr gleichnamiges Album ist sowas wie ein Tribut an diese Wurzeln. (Robert Rotifer)
Close Up: Im Feuer Der Feuerwehrmann als Held, genau das wird mit "Im Feuer" mit Joaquin Phoenix und John Travolta abgefeiert. Beim Löschen eines Großbrandes wird der ehrgeizige und frischgebackene Feuerwehrmann Jack Morrison von den Flammen eingeschlossen und muss nun auf seine Kollegen hoffen. Den Tod vor Augen lässt er sein Leben Revue passieren und denkt über seine Karriere sowie über seine Ehe nach. (Anna Katharina Laggner)
Lesestoff: Jim Crace: Stadt der Küsse Felix Dern, erfolgreicher Schauspieler und angeblicher Frauenheld, hat ein Problem: Seine Fruchtbarkeit verfolgt ihn wie ein Fluch. Jedes Mal, wenn er es wagt, mit einer Frau zu schlafen, wird sie schwanger. Jetzt ist Kind Nummer 6 im Anmarsch. Wie kommt es nur dazu? Der Autor Jim Crace schnuppert diesem mit Logik so gar nicht nachvollziehbarem Moment des Lebens, dem Beginn von Existenzen, hinterher. "Ein imposanter Roman voller abgründiger Komik, verfasst von einem Autor mit halluzinatorischen Fähigkeiten." (John Updike). Elisabeth Gollackner hat das Buch gelesen.
IT News
Update (17-19)
mit Kristian Davidek
Close Up: Schlusslichter In "Schlusslichter" inszeniert der Franzose Cédric Kahn ein nervenzerreißendes Ehedrama. Alles beginnt scheinbar harmlos: Antoine, ein eher schüchterner Versicherungsmakler, und seine Frau Hélène, Anwältin von Beruf, sind auf dem Weg ins Sommerlager, um ihre Kinder abzuholen. Sie fahren - so wie Tausende andere Urlauber auf den Landstraßen in den Süden von Frankreich. (Petra Erdmann)
Termine | Prime Cuts: Mando Diao - 'Hurricane Bar' | Luna News
Homebase (19-22)
mit Gerald Votava
Die österreichischen Teilnehmer des gerade zu Ende gegangenen World Social Forum berichten aus Porto Allegre von den Ergebnissen des Treffens der Globalisierungskritikerinnen.
The Dears Er wird als "der schwarze Morrissey" bezeichnet, was nicht nur albern, sondern auch nicht frei von rassistischen Untertönen ist. Warum schreibt man über Murray A. Litghtburn, Frontmann von "The Dears" aus Montreal, nicht zB. vom kanadischen Morrissey? Denn die Referenzen an das The Smiths Mastermind sind auf der The Dears Singleauskopplung "Lost in the Plot" aus dem aktuellen Album "No Cities left" unüberhörbar. Murray macht aus seiner Verehrung für Morrissey auch gar keinen Hehl. Dass diese jedoch nicht einseitig verläuft, zeigte das Engagement der Dears als Vorgruppe für Morrisseys letztjähriger Nordamerika Tour. Das Album "No Cities" left ist zwar schon seit einigen Monaten auf dem Markt. The Dears starten aber erst jetzt so richtig in den USA durch - als Teil der so genannten "Canadian Invasion", die seit einiger Zeit mit Bands wie Arcade Fire, Hidden Cameras, Broken Social Scene oder Black Mountain die amerikanische Indierock-Szene aufmischt. (Christian Lehner)
Prime Cuts: Mando Diao - 'Hurricane Bar' | Jack Adapter (Robert Rotifer)
Selbst im Vergleich zu überdimensionerten Normalmenschen-Egos sind Popstar-Egos bekanntlich immer noch Pottwale. Weiß man ja eh. Es gibt aber Bands, die mögen anderer Leute Musik mindestens genauso gern wie die eigene. Das sind dann zumeist nicht die erfolgreichsten, aber die umso sympathischeren, siehe zum Beispiel Chris Cordoba und Paul Frederick alias Jack Adaptor, die der Einladung gefolgt sind, als Gast-Plattenaussucher eine Ausgabe von FM4 Heartbeat mitzugestalten und ein bisschen was über ihr Debüt-Album (unter diesem Pseudonym) zu erzählen.