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  Österreich |  23.8.2006 | 19:51 
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Regina Spektor - Begin to hope
  von Astrid Schwarz
 
 
 
  Man nehme ein bisschen Tori Amos, ein wenig Feist, Joni Mitchell, Fiona Apple, Patti Smith und ein wenig Billie Holiday zum Garnieren oben drauf. So ungefähr lässt sich der stimmliche Bogen und Varianz in der Stimme der 26- jährigen Regina Spektor umreissen. Dazu gesellt sich wohlfeiles Klavierspiel mit starker romantischer Ausprägung, im klassischen Sinne, es geht in Richtung Chopin und manchmal glaubt man, klaviertechnisch gesehen, auch dem Tod von Erlkönigs Sohn beizuwohnen. Gemischt mit einer gutarrangierten Streichersektion und den passenden Beats von elektronisch bis fast echt ergibt sich daraus ein poppiges Album, das ziemlich viele Laden zu bedienen weiss. Vorallem aber sprüht aus den durch und durch eingängigen Songs von "Begin To Hope" ein unglaublicher Optimismus.

 
 
Lady sings the blues
  Nicht wirklich. Ihrem großen Vorbild Billie Holiday huldigt die gebürtige Russin mit dem Track "Lady", quasi als Erinnerung an ihre Anfänge: In Moskau hat Regina Spektor als 6-Jährige begonnen, Klavier zu spielen, nach den kurzen Stopps der Familie in Österreich und Italien ist sie schließlich mit zehn Jahren in New York ansässig geworden und hat sich wieder dem Klavierspielen gewidmet und sogar Musik studiert. Ihre erste Platte, "11:11" nahm sie 2001noch während des Studiums auf und die zweite, "Songs", folgte noch im selben Jahr. Das war 2001. Damals spielte sie sich noch in Kellerbars in die Herzen des Publikums, bis sie eines Tages den Produzenten der Strokes, Gordon Raphael, kennenlernte. Der Rest ist Geschichte, könnte man jetzt schreiben. Denn ab diesem Moment geht es mit Regina Spektors Karriere steil bergauf.

 
 
So well
  Julian Casablancas, der Frontman der Strokes, engagiert sie 2003 für die ausverkaufte Nordamerika-Tour, nachdem er ihr neues Album "Soviet Kitsch" hört. Der "Post Modern Girls", den sie mit den Strokes aufnimmt, ist eine der Folgen der Tour. Die Kings of Leon packen sie dann als Support für ihre Europa-Tour ins Gepäck, einige ihrer Songs werden in US Fernsehserien verwendet - was der wachsenden Bekanntheit nur zuträglich ist. Schlussendlich stößt sie auf David Kahne, dem Producer von Paul McCartney, der mit ihr das Album "Begin to Hope" aufnimmt und sie damit mehr erreicht hat, als sie jemals zu hoffen wagte:
"This is like a back door into what I've always wanted to do my whole life. I always wanted to play classical and concerts, and go from place to place and learn new programs and practice new things and play hours and hours of piano for people. And now I do that, except instead of playing the compositions of Chopin and Mozart, I play my own."
 
 
 
As if she mean it
  Regina Spektor sieht sich selbst eher als Schauspielerin auf einer Bühne, als Gefäss für die Geschichten Anderer, die sie mit ihrer Musik transportiert. Im Interview erzählt sie, dass für sie eine besondere Faszination vom Erfinden fremder Schicksale ausgeht. Damit vergibt sie leider auch die Chance, die echte Regina Spektor hinter dem virtuosen, romantischen Klavierspiel hervorscheinen zu lassen. Manchmal scheint es, als würde sie die allzugerade Straße einschlagen, sich nur noch auf ihr Können verlassen und es vermeiden, auch in den dunklen Ecken zu wühlen. Nichtsdestotrotz hat sie mit "Begin To Hope" ein leichtfüßiges Pop-Album vorgelegt, das mit seinen Melodien und Texten jeden trüben Tag aufhellen kann. Und das muss man ihr erst mal nachmachen.


 
audio
 
title: Prime Cuts: Begin To Hope
artist: Regina Spektor
length: 1:14
MP3 (1.191MB) | WMA
   
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  reginaspektor.com

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