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| Jugendzimmer (19-20.15) | | |
mit Elisabeth Scharang
Mirjam hatte zehn Jahre lang schwer Bulimie.
Im Jugendzimmer will sie mit anderen darüber reden, was es heißt, aus der Fress-Brech-Spirale wieder raus zu kommen: "Vomito ergo sum-Ich kotze also bin ich."
Der Babyspeck, das wächst sich schon aus, haben die Erwachsenen gesagt, und "fette Sau" nannten mich die Gleichaltrigen. An jedem Zeitungskiosk hochglänzende Heilsversprechungen: 7 Kilo weniger in drei Tagen, für immer schlank, endlich Wunschgewicht, so werden Sie sexy wie nie. Ich hab daran geglaubt. Erst als Diätnovizin, dann als vollwertiges Mitglied im Orden der Fressschwestern, der nur im Geheimen operiert, an stillen Örtchen. 10 Jahre lang hab ich dem Stierhunger, der alles verschlingenden Göttin Bulimie gehuldigt. Bin vorm Kloaltar gekniet und hab Opfer dargebracht, mein Leben nur nach ihr ausgerichtet. So much for the ten year plan. Jetzt pack ich den Stier bei den Hörnern. Denn wie der Teufel das Weihwasser scheut sie, die Krankheit, nichts mehr, als wenn man darüber spricht." |
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