| |
| Im Sumpf (21-23) | | |
mit Fritz Ostermayer und Thomas Edlinger
Elixiere der Erregung, Folge 17: Tintenkiller - der Soziopath unter den Suchtmitteln
"Ein altes russisches Sprichwort besagt 'Tinte ist blaues Blut zum Schreiben'. Und dann fügt der Russe im privaten Gespräch stets noch hinzu: 'Wer Liebesbriefe mit Kuli schreibt, der erhält postwendend den Abschiedsbrief mit Tinte. Schwarzer Tinte. Nastrovje!' Auch wenn dieser Kugelschreiber-Pessimismus eher der schwermütigen russische Seele geschuldet scheint, so wird aus diesen Worten doch einiges klar: Tinte ist ein emotional enorm aufgeladenes Elixier der Erregung. Bei den frisch Verliebten ebenso wie bei den frisch Getrennten. Der große russische Lyriker Leonid Smirnofsky z. B. trank ? nachdem er über dem Abschiedsbrief seiner Geliebten zusammengebrochen war ? seinen gesamten Tintenvorrat weg. Sechs Liter Tinte! Ex!! Man fand seine Leiche entsetzlich entstellt, mit tiefblauer Zunge im tiefblauen Maul, am ganzen Körper Tintenflecke wie gestockte Gallensaft-Pfützen. Tinte ist ein Killer!"
Krank im Schwanz, Sick in the Dick
Der Münchener Musikbibliothekar und Postkartengestalter Hias Schaschko, der auch als "Intim DJ Cpt. Schneider" seine akustische Schätze unter's Volk mischt, stellt seine selbstverständlich genau 69 Lieder umfassende, vierteilige CD-Kompilation "Heavy Breathing" vor, die sich mit viel Gestöhn und Geächz dem schlüpfrigen Ziel der "Soundsexualisierung" verschreibt.
Deleuze für Kinder
In der Novelle "Rubikon" von Sebastian Ingenhoff grübeln achtjährige Poststrukturalisten über ihre erogenen Zonen und die Philosophie der Subversion. Bald wird aus der Theorie der Neunmalklugen Praxis, nämlich in Form einer nächtlichen Schuleingangsverbauung als Guerilla-Aktion gegen das Machtregime der dörflichen Kontrollgesellschaft. |
|
 |
|