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| Im Sumpf (21-23) | | |
mit Fritz Ostermayer und Thomas Edlinger
In den 80er Jahren prägte die amerikanische Soziologin Saskia Sassen einen Begriff, der seitdem nicht nur urbanistische Debatten, sondern auch unser Alltagsverständnis mitbetsimmt: die global city. Im Unterschied zu den mega cities meinte sie mit der global city aber nicht die schiere Größe oder Unregierbarkeit von Millionen-Agglomerationen, sondern eine funktionale Bestimmung der Finanz- und Dienstleistungszentren dieser Welt: Von Sao Paulo bis New York, von Paris bis Toronto, von Syndey bis Zürich.
Letzte Woche war Sassen gemeinsam mit ihrem Mann, dem Soziologen Richard Sennett, auf Einladung des Kunsthauses in Graz, um ihr aktuelles Buch namens Das Paradox des Nationalen vorzustellen. Gut gelaunt forderte sie die Gewährleistung von gleichwertigen globalen Rechtsstandards für Staatsbürger, Migranten und Menschen ohne Papiere, die letztlich ja alle in den gleichen Räumen - sogar im Graz der islamophoben FPÖ - leben und weiter leben werden. Und sie erzählte davon, dass sie nun im fortgeschrittenen Alter endlich ein Hobby gefunden hätte: Jeden Tag zähle sie, welche und wie viele Rechte wir Bürger nun wieder verloren haben.
Ihr neues Buch 'Das Paradox des Nationalen' handelt vom Wandel staatlicher Arbeit unter den Bedingungen der Globalsierung. Die bereits angekündigte Übersetzung des 700-Seiten-Wälzers bei Suhrkamp musste freilich auf April verschoben werden - im Sumpf heute ein kleiner Vorgeschmack darauf in einem Gespräch mit der in New York und London lehrenden Forscherin. |
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