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  Österreich |  13.8.2008 | 11:49 
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Let's partieee!
  von Eva Umbauer

Surprise, surprise, it's your party, baby!

Die Black Kids, rund um das Geschwisterpaar Reggie und Ali Youngblood, sind mit ihrem Debüt-Album "Partie Traumatic" die neuen Stars der Indie-Disco.

Reggie und Ali Youngblood sind in einer gläubigen, katholischen Familie in Jacksonville, Florida aufgewachsen. Ihr Vater ist Afro-Amerikaner, die Mutter hat philippinische Wurzeln. Will man ihren Erzählungen glauben, dann waren Kindheit und Erwachsenwerden geprägt von Weltfremde oder zumindest -ferne. Ausgehen und das andere Geschlecht kennenlernen war für die Youngblood-Kids nicht drin, wohl aber ein Klavier für Reggie. Aber das war noch bevor die Kids ausgehen wollten. Reggie interessierte das Instrument aber wenig bis gar nicht, das Schwesterchen Ali schon, auch wenn sie erst immer nur die schwarzen Tasten berührte.

Der Papa der Youngblood-Geschwister hat lange Zeit vermutet, der siebenjährige Junior würde beim Singen fluchen. Reggie schwächt diesen Verdacht heute zwar ab, er habe in einer erfundenen Misch-Sprache aus Englisch und Philippinisch gesungen, behauptet er verschmitzt. Aber das Wort f*** verwendet er - in Interviews jedenfalls - recht gerne. Wenn er etwa auf den Namen der Band angesprochen wird, die zu drei Fünfteln aus "white kids" besteht und zu zwei aus "black kids".
 
 
 
 
  "I think we kinda knew it would spark discussion and that's what we liked about it. It sounds like it's possibly controversial, like the Sex Pistols. But really it's just two harmless words put together. And so, I mean, really, at the end of the day I am a black man and if I wanna name my f****** band Black Kids, then I can. If you have a problem with it, you can f*** off."
 
 
 
Black and white?
  "... it's like day and night", sang Michael Jackson irgendwann Anfang der 1980er Jahre zusammen mit Beatle Paul McCartney. Das war Stoff, den die Youngblood Kinder hören durften. Überhaupt war das Hören von Popmusik aller Arten ein Fenster zur Welt für Reggie und Ali Youngblood.

Reggie: "I'm always getting anxiety when someone asks, 'Who are you influenced by?', because there's so many. I think it's just my love of groups like New Order and Pet Shop Boys. I was in a band previous to this one where really it was just one long exercise in how many ways can we rip off New Order. Also, old Michael Jackson, like 'Off The Wall', and Prince, and a lot of 80ies and 90ies R&B - New Edition and Bobby Brown. I used to love that shit, couldn't get enough. So that figures in as well. And also a lot of Britpop stuff: I adore Pulp."

Die Black Kids wählten also nicht von ungefähr Bernard Butler als Produzenten für ihr Debüt-Album aus. Er war in den 90ern Gitarrist bei den dunkel-romantischen Britpoppern Suede und ist gerade als Producer gut im Geschäft, etwa mit Sons & Daughters oder auch der Neo-Northern-Soul-Sängerin Duffy. "Partie Traumatic" entstand dann auch in London und nicht in den Staaten.


 
audio
 
title: Prime Cuts: Black Kids
length: 1:02
MP3 (1.003MB) | WMA
   
 
 
Girl or Boy?
  "You are the girl that I've been dreaming of ever since I was a little girl", heißt es in der Hit-Single "I'm Not Gonna Teach Your Boyfriend How To Dance With You". Reggie Youngblood spricht, oder besser: singt, in seinen Songtexten schon mal von sich als "girl". Warum, erklärt er so:

"It's kind of Morrissey-esque actually, you know. It seems like something he would have said in the Smiths. I think about the Smiths song 'Sheila take a Bow', you know, the end, where he keeps swapping the genders. But also it's kind of like an expression that I was using: If we were talking about something that I 'd desired for a long time, I would say, 'Oh, you know, man, I've been wanting to do this since I was a little girl.' You know, just like some weird, quirky expression."
 
 
 
  Und so könnte es also keinen idealeren Ort für die Black Kids geben als die Indie-Disco, die, wie es das deutsche Popculture-Magazin Spex auf den Punkt bringt, Anfang 2000 aus den tanzbaren Gitarrenriffs der The-Bands weißer Großstadt-Kids hervorgegangen ist und zuletzt immer mehr zu einem Ort geworden ist, der keine Beschränkungen kennt. Es gibt, so das Spex, dort längst keine starren Codes mehr, der Sound ist variabel bis weit über die Genre-Grenzen hinaus und auch die sexuelle Orientierung spielt spätestens seit den Scissor Sisters genauso wenig eine Rolle wie Sozialisierung und Herkunft.

Das amerikanische 'Spin Magazine' geht noch weiter und erhebt die Black Kids gar zu Botschaftern einer neuen amerikanischen Ära:

"While Democrats debated whether an African American or a woman should be our next president, Black Kids became the most buzzed about new band. They seize the moment by blasting past underground insularity: Their self-assured hooks position the group as winners. Kissing goodbye to the obsolete racial and gender roles that pop, hip hop or indie-rock still demand, Reggie Youngblood and pals throw a thrillingly subversive victory party to lift the country out of eight years of anguish."

"Partie Traumatic" von den Black Kids ist bei Mercury/Universal Music erschienen.

Ihren Auftritt am Fm4 Frequency haben die Black Kids leider abgesagt.

 "I'm Making Eyes At You" - na, wenn das nicht eine Art Remake der 80er-Ballade "Eyes Without A Face" von Billy Idol ist. Herrlich.
fm4 links
  fm4.orf.at/primecuts

www.blackkidsmusic.com
   
 
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