Ich hatte ja ein bisschen Angst. Die Ankündigung, auf dem neuen Jurassic 5 Album würde sich ein Beat von Scott Storch (bekannt von orientalisch angehauchten Jiggy-Hits wie Beyonce's 'Baby Boy' oder 'Lean Back' von der Terror Squad) befinden. Der öffentlich geäusserte Wunsch, endlich den Status als 'Backpacker'- und 'Underground'-Band loszuwerden. Und dann noch der zweifelhafte Genuss der ersten Single 'Work It Out', die mit Dave Matthews im Refrain ein bisschen zu offensichtlich nach dem Collegerock/Jamband-Publikum schielt. Sollte sich da etwa eine weitere Lieblings-HipHop-Crew Richtung 'Crossover' verabschieden?
Zum Glück kommt es auf voller Länge dann doch anders. Dass nach dem Abgang von Cut Chemist (der jetzt fast zeitgleich mit 'Feedback' sein Solo-Debut veröffentlicht) auch verstärkt externe Produzenten mit an Bord sind, entpuppt sich dank Salaam Remi und DJ Exile als interessante Variante. Gleichzeitig beweist Nu Mark, dass er sowohl die klassische Jurassic 5 Spielart 'funky Partyhymne' ('Red Hot', 'In The House' & Turn It Up') als auch die vom Blendcrafters-Projekt bekannte ruhigere Variante ('Where We At' & 'Canto De Ossanha') perfekt beherrscht. Und spätestens, wenn sich Chali 2nas Bariton mit den Stimmen seiner Rap-Kollegen konterkariert, ist in der Welt des Jurassic 5 Fans eh wieder alles in Ordnung.
Das Dilemma, es musikalisch weder mit Stillstand noch mit zu radikaler Veränderung allen rechtmachen zu können, haben die Jurassic 5 somit eigentlich ganz gut gelöst. Falls 'Work It Out' oder 'Brown Girl' (die Storch-Produktion) der Band tatsächlich zum erwünschten Durchbruch in den US-Radiospiellisten verhelfen sollte, wird ihnen wohl niemand ernstlich böse sein. Denn der Rest des Albums bekommt in seiner konsequenten Weiterentwicklung des J5-Stils definitiv gutes 'Feedback'.