Irgendwie ist es zum Verzweifeln, denke ich mir im ersten Drittel des Konzerts. Da steht einer der begnadetsten Entertainer der deutschsprachigen Rapmusik auf der Bühne und spielt neue Songs aus seinem absolut gelungenen aktuellen Album. Das Publikum steht unbewegt da, nickt höchstens sehr schüchtern mit dem Kopf. Nur zwei Takte eines der Eins Zwo-Klassiker, vorzugsweise vom 'Gefährlichen Halbwissen', hingegen reichen, um den ganzen Saal in Bewegung zu bringen. Klar, das neue Zeug kennt man halt - wenn überhaupt - noch nicht ganz so gut. Aber irgendwie schwingt da auch eine gewisse Ignoranz mit. Oder ist es nur Nostalgie - der besondere Bezug zum Soundtrack des Sommers, als man 16/17/18 war?
Während ich mit diesen Gedanken hadere, wacht der knallvolle Saal im Innsbrucker PMK dann doch langsam auf, und es scheint auch den Herren auf der Bühne mehr Spaß zu machen. Am Ende hören wir fast alle Songs von 'Die Pfütze des Eisbergs' und auch viele ältere Stücke und der rote Faden (sensationelle Wortakrobatik & Funk) tritt ganz eindeutig hervor. Ein musikalisch-lyrisches Feuerwerk fürwahr, auch wenn es auf der Publikumsseite unverständlicherweise nie hundertprozentig zündet.
Freitag, 21:30. Schlange.
Freitag, 22:30. Dende.
Hände in der Luft bei einem älteren Hit.
Dende & Discokugel.
Voller Inbrunst und mit Mikrostativ: 'Dreiundhalb Minuten'.
Ein scheinbarer Streit zwischen dem DJ und dem Rapper läutet ein das lebende Beispiel dafür ein, wie Battlerap auf Deutsch eigentlich klingen sollte: 'Ersoichso'.