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Wien | 30.5.2007 | 17:12 
Netz vs. Musik, Digital vs. Analog, Breaks & Beats vs. Rhymes, Rap vs. Regierung, Me vs. the World.

HansWu, Reiser, Andreas

 
 
Sold.fm
  Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Last.fm-Ausflug. Der Radioplayer war damals noch in einem sperrigen Popup untergebracht und auch die praktische Einbindung in MP3-Playerprogramme via Audioscrobbler-Plugin war damals noch nicht möglich. Trotzdem sorgten ein supereinfaches Bedienungsprinzip und das den eigenen Musikgeschmack (durch Vergleich mit anderen Usern) 'erlernende' System damals schon für unterhaltsame Winternächte.
 
 
  2007 kommt die Website um einiges ausgefeilter daher, hat rund 15 Millionen User und bietet diesen auch zahlreiche Funktionen für Austausch und Community-Bildung an. Kein Wunder also, dass Last.fm im Zuge des neuen Internet-Goldrausches rund um das Unwort 'Web 2.0' zum heißen Eisen mutiert ist. Schon länger gab es Gerüchte um einen bald anstehenden Verkauf, eine Zeit lang war MTV-Mutter Viacom im Gespräch, jetzt hat der US-amerikanische Medienkonzern CBS für um die 300 Millionen Dollar den Zuschlag bekommen.
 
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  Futurezone: "CBS kauft last.fm"
   
 
 
  Am grundsätzlichen Service von Last.fm selbst wird das wohl kaum etwas ändern: Selbst wenn die vier Künstler, die momentan bei CBS Records unter Vertrag stehen, von nun an häufiger in Playlists auftauchen sollten (was getrost bezweifelt werden darf), dürfte das dem durchschnittlichen User kaum auffallen. Und diverse CBS-Fernsehshows (CSI, King Of Queens, Letterman ...) passen wohl nicht so richig zu den vorerst auf Musikvideos fokussierten Bewegtbild-Plänen von Last.fm. Viel wahrscheinlich ist, dass CBS auf den Websites seiner 197 Radiostationen in Kanada, Großbritannien und den USA mit dem eingekauften Knowledge ähnlich geartete Community-Funktionen einrichten wird.
 
 
 
  Was passionierten Last.fm-User an dieser Transaktion trotzdem sauer aufstoßen könnte, ist die unglücklich gewählte Formulierung von Mitgründer (und Ex-FM4ler) Martin Stiksel, der im BBC-Interview meint, CBS hätte hier "eine großartige Technologie und eine sehr aktive Community gekauft". Denn den Handel mit Usern sehen diese selbst im Regelfall nicht so gerne ...
 
 
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