Die TV-Duelle zur Nationalratswahl gehen in die siebente Runde. Und schon jetzt zeigt sich, dass das Zuschauerinteresse nochmal deutlich größer ist als noch vor zwei Jahren. Durchschnittlich 883.000 ZuseherInnen sahen beispielsweise das Aufeinandertreffen von Alexander Van der Bellen und Jörg Haider letzten Donnerstag. Damit übertraf die Sendung sogar den bisherigen Spitzenwert des Auftakt-Duelles Haider vs. Strache.
Und als kleiner Hinweis: Nach Heinz-Christian Strache und Alexander Van der Bellen wird am kommenden Montag Jörg Haider für eine Stunde live bei Mirjam Unger und Veronika Weidinger im Studio vorbeikommen und auch bei uns eure Fragen beantworten.
Ingrid Thurnher moderiert alle zehn TV-Konfrontationen.
Werner Faymann vs. Jörg Haider
Nach dem Gespräch ist vor dem Gespräch. Und so werden die beiden Herren Haider und Faymann heute auch nach dem TV-Duell noch ein ernstes Wort miteinander reden. Dabei soll es dann um die morgen stattfindende Sondersitzung des Nationalrates gehen, bei der mit "freiem Spiel der Kräfte" einige Anträge ohne Regierungskoalition eingebracht werden sollen.
Während sich das BZÖ nach wie vor gegen die (auch ohne die orangen immer wahrscheinlicher werdende) Abschaffung der Studiengebühren ausspricht, hängt eine mögliche Mehrwertsteuersenkung nach einem Nein der Grünen und der ÖVP von der Zustimmung des BZÖ ab. Und da ist noch völlig unklar, wohin die Reise geht.
Differenzen und Gemeinsamkeiten
Auch von der SPÖ grenzt sich das BZÖ vor allem im Umgang mit ZuwanderInnen ab. Dabei hat man es aber - damals noch als FPÖ - geschafft, der SPÖ in ihrem Kernbereich, den Arbeitern und Arbeiterinnen, Stimmen abzuknöpfen. Auch weil man es schaffte, Sozialthemen zu Integrationsthemen zu machen und so in den eigenen Kompetenzbereich zu verschieben.
Große inhaltliche Differenzen gibt es auch im Bildungsbereich, wo sich das BZÖ vehement gegen eine Gesamtschullösung und eben für Studiengebühren ausspricht.
Wechselwirkungen
Zwischen "alter" FPÖ und SPÖ gab es vor allem in den 90er Jahren durchaus nennenswerte Wählerströme. Historisch betrachtet verdankte die FPÖ ihren damaligen Aufstieg auch dem gewonnenen "Kampf um den Gemeindebau".
Das bei der letzten Wahl erstmals angetretene BZÖ wiederum konnte nur sehr wenige Stimmen von ehemaligen SPÖ WählerInnen erhalten. Die meisten kamen damals aus dem Lager ehemaliger FPÖ- bzw. ÖVP-WählerInnen. Das gilt auch für Kärnten, wo diese Berechnungen insofern aussagekrätiger sind als sonstwo, weil es das einzige Bundesland war, in dem das BZÖ wirklich erfolgreich war.
Das BZÖ steht in der allgemeinen Wahrnehmung - im Gegensatz zur vor allen in der letzten Tagen durchaus SP-affinen FPÖ - immer noch näher beim ehemaligen Koalitionspartner ÖVP.
TV-Konfrontationen zur Nationalratswahl
Werner Faymann (SPÖ) trifft auf Jörg Haider (BZÖ) Donnerstag, 11. September
ab 21:05 Uhr in ORF 2
Stream
Während der Sendung wird es einen Live-Stream geben.
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