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Wien | 16.9.2008 | 18:09 
Bildung und Einbildung, die Herrscher der Welt.

Reiser, Andreas, Marc

 
 
TV-Konfrontationen: SPÖ vs. FPÖ
  12 Tage vor der Wahl ist immer noch etwa ein Drittel aller Wahlberechtigten nicht sicher, wem sie am 28. September ihre Stimme geben werden. Diese Zahlen präsentierten heute verschiedene Meinungsforschungsinstitute.

Von diesen unentschlossenen werden wohl einige tatsächlich nicht zur Wahl gehen, es gibt aber für die Parteien durchaus auch noch einiges an Stimmen zu holen, meint etwa Peter Hajek (Public Opinion Strageties).

Die TV-Konfrontationen sehen die Meinungsforscher diesmal - auch aufgrund des kurzen Wahlkampfes - noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Auch deshalb, weil die Quote der Unentschlossenen zwar in den letzten Wochen gesunken ist, aber viele WählerInnen, die sich in den letzten Tagen für eine Partei entschieden haben, in ihrer Meinung noch nicht sehr gefestigt sind.

Heute abend sitzen sich nun zwei Spitzenkandidaten gegenüber, denen zumindest die ÖVP unterstellt, dass sie sich bereits auf eine künftige Zusammenarbeit vorbereiten würden.
 Ingrid Thurnher moderiert alle zehn TV-Konfrontationen.
 
 
Werner Faymann vs. Heinz-Christian Strache
  Auch wenn die beiden im Moment auffällig oft an einem Strang ziehen, gemeinsam eine Mehrwertsteuersenkung und die Abschaffung der Studiengebühren durchbringen wollen: Die gemeinsame Vergangenheit der beiden Wiener Lokalpolitiker war in den letzten Jahren eher von Disharmonien geprägt. Vor allem der Kampf um den sogenannten "Vienna City Tower" machte dem SP-Wohnbaustadtrat das Leben schwer. Strache versuchte als FP-Gemeinderat den Bau des Hochhauses, Teil des Bahnhofsumbaus Wien-Mitte, zu stoppen, und sah Unregelmäßigkeiten beim Bau-Bescheid für den Büroturm.

"Rote Freunderlwirtschaft" sah man dann auch etwas später bei der Vergabe der Meierei im Stadtpark an das "Steirereck". Es zeige sich ein "Sittenbild sozialistischer Machtausübung", wetterte der stellvertretende FP-Landesparteiobmann Heinz-Christian Strache damals und forderte den Rücktritt mehrerer SP-Politiker, unter anderem Werner Faymanns.

Der blieb aber Wohnbaustadtrat, und sorgte mit der "sanften Öffnung" der Gemeindebauten auch für AusländerInnen für weiteren Unmut bei den Freiheitlichen.

Inzwischen sind beide die Karriereleiter emporgestiegen und in der Bundespolitik angekommen. Hier scheint das Klima zwischen den beiden Spitzenkandidaten etwas besser zu sein. Bei der letzten Sondersitzung des Nationalrates brachten sie gemeinsam mehrere Anträge, unter anderem zur Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel und die Abschaffung der Studiengebühren ein.

 
 
Differenzen und Gemeinsamkeiten
  Die beiden Parteien haben eines gemeinsam: Sie sprechen - aus demographischer Sicht - über weite Teile die gleichen Wähler und Wählerinnen an, Stichwort "Kampf um den Gemeindebau".

Vor allem was sozialpolitische Ansätze betrifft, liegen die Programme der beiden Parteien oft näher beieinander als sich die jeweiligen AnhängerInnen eingestehen wollen. Der große Unterschied: Die FPÖ unterscheidet bei Sozialleistungen strikt zwischen Inländern und Ausländern, "Anständigen" und "Unansständigen".

Vor allem in den Bereichen Zuwanderungs- und Integrationspolitik, Bildung, Frauenpolitik und Kulturpolitik gehen die Meinungen dann aber tatsächlich deutlich auseinander.
 
 
 
Wechselwirkungen
  Sowohl der SPÖ als auch der ÖVP werden für die kommende Wahl - verglichen mit dem Ergebnis von 2006 - Verluste vorausgesagt. So geht es laut dem Politologen Peter Filzmeier für die beiden scheidenden Regierungsparteien vor allem um Schadensbegrenzung.

Die FPÖ gilt als Gewinnerin, auch wenn sie einige Meinungsforscher aktuell sogar auf einem "absteigenden Ast" sehen. Das zum einen, weil sich Jörg Haider im Wahlkampf scheinbar gut schlägt und sein BZÖ in Umfragen (auch auf Kosten der FPÖ) zulegen kann, zum anderen aber auch, weil die Unterstützung der SPÖ durch die Kronen-Zeitung der FPÖ doch deutlich Stimmen kosten könnte, wie der Meinungsforscher Peter Hajek meint.

Aktuell sehen die Umfragen die beiden Parteien auf den Plätzen 1 und 3, mit knapp unter 30% bzw, 16-18%. Aktuelle Tendenz bei beiden: leicht fallend bis gleichbleibend.

 
 
TV-Konfrontationen zur Nationalratswahl
  Werner Faymann (SPÖ) trifft auf Heinz-Christian Strache (FPÖ)
Dienstag, 16. September
ab 21:05 Uhr in ORF 2
 
 
 
Stream
  Während der Sendung wird es einen Live-Stream geben.

Im Anschluss einen Stream On Demand.
 
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TV-Konfrontationen
Alle bisherigen TV-Konfrontationen auf einen Blick

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