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Wien | 6.8.2006 | 19:36 
Gestalten und Gestaltung. Büchereien und andere Sammelsurien.

Pamela, BorisJordan, Zachbauer

 
 
acht, neun, zehn
 

Diese Comicerzählung eignet sich allerbestens für das derzeitige Regenwetter.
 
 
 
  Da ist Christoph Bachmann.
Da ist eine Vorstadtsiedlung.
Da ist seine Mutter.
Da ist so gar kein Draht zwischen den Beiden.
Da passsiert eigentlich gar nichts.
"Ah, du bist ja schon da."
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
"Ah, du bist ja schon da."
  Mit diesem Satz beginnt "acht, neun, zehn" von Arne Bellstorf.
Und viel mehr Konversation zwischen der alleinerziehenden Mutter und dem frustrierten Sohn gibt es nicht. Generell hat Christoph nicht das Bedürfnis mit seiner Umwelt zu kommunizieren.

Es sind die letzten Wochen der Sommerferien, bevor Christoph die zehnte Klasse wiederholen muss. Langeweile und Lethargie bestimmen sein beklemmendes Leben. Und Warten. Warten auf eine Änderung, ein großes Ereignis oder auch nur auf irgendwas.

Bis er Miriam kennenlernt.
Während er erste Erfahrungen mit der Liebe macht, versucht seine Mutter parallel dazu alte Beziehungen wieder aufzubauen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  Es sind die schmerzhaften Kleinigkeiten des Alltags, die Arne Bellstorf großartig festhält.
In schwarz/weiß/grauen Bildern zeichnet er in dieser Mutter-Sohn-Geschichte eine traurige Pubertät mit den schmerzhaften Erfahrungen der Ersten Liebe. So nüchtern, so lakonisch, so echt.
Man möchte auch die Schultern hängen lassen und kurz seufzen.
 
 
 
 
 
  "acht, neun, zehn" ist die Diplomarbeit von Arne Bellstorf am Fachbereich Gestaltung der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg.
Und ist im Juni zum besten Independent Comic 2006 vom Interessenverband Comic e.V. ICOM gewählt worden.

Arne Bellstorf: acht, neun, zehn. Reprodukt Verlag, Berlin 2005

 
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