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Wien | 13.5.2006 | 16:54 
Gestalten und Gestaltung. Büchereien und andere Sammelsurien.

Pamela, BorisJordan, Zachbauer

 
 
zen & zero
 

Es liegt nicht wirklich auf der Hand.
Dass Österreicher surfen.
Dass fünf Österreicher einen Surffilm drehen.
Dass dabei ein großartiger Film herauskommt, der bei dem Festival für Extremsportarten mit zwei Hauptpreisen ausgezeichnet wird.

It's a mindless kind of bliss
 
 
 
(c) Jakob Polacsek
 
 
Die Ausgangssituation
  Fünf Typen wollen möglichst günstig, möglichst lange surfen.
Sie kaufen sich in LA zwei Autos, fahren damit via Mexiko, El Salvador und Nicaragua nach Costa Rica, um dort die Autos um das Doppelte zu verkaufen. Unterwegs wollen sie den Zustand des perfekten Glücks und der Wunschlosigkeit und ihre Philosophie hinter dem Surfen finden. Und vor allem Surfen. Ihre Reise wollen sie filmisch dokumentieren.

 (c) Jakob Polacsek
 
 
(c) Jakob Polacsek
 
 
Das Ergebnis
  Großartige Landschaftsaufnahmen von David Auerbach und Edwin Steinitz, ruhige Bilder, wunderschöne Farben, eine grandiose Mischung einer raren Surfwelt. Mit Super8-Aufnahmen zu persönlich und intim für eine Doku, zu wenig Action und Gepose für einen Surffilm, fast zu ruhig für einen Roadmovie.
Zen and Zero ist eine 61 Minuten lange Mischung all dieser Genres. Ein Filmessay, das Surfen von seiner philosophischen Seite zeigt.

 (c) Jakob Polacsek
 
 
(c) Jakob Polacsek
 
 
  Ein Film, der durch seine Ruhe auffällt, unaufdringlich, aber eindringlich. Unaufgeregt, aber nahe gehend. Mit Surfszenen, die alles andere als spektakulär sind.
Das hier ist natürlich und nah.

Dabei ein absoluter Low-Budget-Film, dem eigentlich eine simple mathematische Überlegung voranging. Der Film sollte ein Nullsummenspiel ergeben.
 
 
 
(c) Jakob Polacsek
 
 
Das Nullsummenspiel
  Der Fotograf Jakob Polacsek erklärt die simple Rechnung, die hinter "zen & zero" lag. Die zwei Autos, die in LA gekauft wurden, sollten um das Doppelte in Costa Rica verkauft werden. Mit dem dadurch erzielten Geld sollten die Flüge, die Reise und das Material bezahlt werden.
Allerdings waren die Autos schon über zehn Jahre alt, dadurch sind enorme Abgaben angefallen und die Rechnung ging alles andere als auf.

 Jakob Polacsek
 
 
X-Dance
  Dass die fünf dennoch halbwegs eben ausgestiegen sind, haben sie letztendlich den Preisen zu verdanken, die sie für ihr Werk gewonnen haben. Als einziger Film hat "zen & zero" beim Filmfestival X-Dance in Utah zwei Hauptpreise erhalten.

Ein sympatischer Low-Budget-Film ist also besser als die Produktionen der Großen des Surfmarkts, die mit Filmen von Weltmeistersurfern auf Weltmeisterwellen von Weltmeisterhubschrauberfilmern alle Jahre wieder noch mehr Action zeigen wollen.
 
 
 
(c) Jakob Polacsek
 
 
Der Weg ist das Ziel
  Das Drehbuch von Michael Ginthör und Philipp Manderla sah vor, dass auf dem ganzen Weg die besten Surfspots angefahren werden, über Surfen und den Sinn dahinter philosophiert wird und zuletzt der Surfliterat Allan Weissbecker in Costa Rica besucht werden soll. Seine Ansichten und Gedanken übers Surfen haben letztendlich auch den Titel für "zen & zero" bestimmt.
 
 
 
Allan Weisbecker
  Eine Surflegende der besonderen Art. Surfer der alten Schule, Surfliterat, Hippiesurfer.
Einer von denen, die alles getan haben, um sich das Surfen leisten zu können. Weisbecker war "Hippiesurfer" - hat Drogen im großen Stil geschmuggelt - was er nach einem Bootunfall beendet hat. Seine Erfahrungen verarbeitet er in Drehbücher - u.a. schreibt er für "Miami Vice". Letztendlich kehrt er wieder zum surfenden Hippie zurück. Das alles hat er im Jahr 2000 in seiner Autobiographie "In Search of Captain Zero" beschrieben.
Derzeit wird diese Autobiographie verfilmt - Sean Penn spielt Allan Weisbecker.

 
 
(c) Jakob Polacsek
 
 
zen and zero
  Im Zuge des Gesprächs mit Allan Weissecker ergibt sich der Titel "zen and zero", erklärt Jakob Polasek. "Für ihn ist die perfekte Welle dieser Zustand, um den es beim Surfen geht, wenn man an nichts mehr denkt bzw. wenn das Gehirn ganz leer ist von weltlichen Gedanken - vielleicht auch ein meditativer Punkt - also leer steht für zero und das zen hat auch mit dem Meditativen zu tun. Zen leitet sich aus der asiatischen Religion ab, Zenbuddhismus, auch für Ruhe bekannt und Ausgeglichenheit und eins mit der Welt und der Natur, das ist Zen".
 
fm4 links
  www.zenandzero.com
   
 
 
  "zen & zero" hat am Samstag, 13. Mai 2006, in München in den Forumkinos im Forum am Deutschen Museum Europa-Premiere.
Der Film läuft in Deutschland in einigen Programmkinos.
In Österreich soll er spätestens im Herbst anlaufen.
 
 
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