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 | 16.11.2007 | 12:54 
L'Auberge FM4. Erfahrungsberichte zu eurem Auslandssemester aus allen Ecken - hauptsächlich - Europas.

 
 
Praktikum statt Vorlesung
  von Markus Zachbauer

Während des Studiums ins Ausland zu gehen, muss nicht unbedingt bedeuten, dort auch zu studieren. Auslandspraktika sind da durchaus auch eine Option. Allerdings ist es nicht ganz einfach, sich auf eigene Faust und ohne große Vorkenntnisse von daheim aus einen Praktikumsplatz in Südamerika oder Zentralasien zu besorgen. Muss man aber auch nicht unbedingt. Für Studierende von technischen oder naturwissenschaftlichen Fächern übernimmt das zum Beispiel die IAESTE, die International Association for the Exchange of Students for Technical Experience.

Ende der 40er Jahre gegründet, stand die Organisation von Beginn an im Zeichen von internationaler Verständigung und kultureller Bereicherung. Inzwischen gibt es nationale Ableger in etwa 80 über die ganze Welt verteilten Ländern. Dementsprechend groß ist auch die Bandbreite möglicher Praktikumsplätze.
 
 
Für technische und naturwissenschaftliche Studien
  Die IAESTE ist in Österreich mit Lokalkomitees an sechs Universitäten vertreten: an den beiden Technischen Universitäten in Wien und Graz, an der Wiener BOKU, der Montanuniversität Leoben, der Uni Linz und an der Uni Innsbruck. Und genau diese Lokalkomitees sind es auch, bei denen man sich für ein Praktikum vorregistrieren muss. Um im nächsten Sommer schon ins Ausland zu gehen, sollte man das noch bis Ende November machen.
 
 
 
Für jeden Platz in Österreich ein Platz im Ausland
  Man ist allerdings nicht nur auf der Suche nach Studierenden, die ein Auslandspraktikum in der Dauer von wenigen Wochen bis 18 Monaten absolvieren wollen, man sucht auch österreichische Firmen, die Praktikumsstellen mit ausländischen Studierenden besetzen wollen. Einmal im Jahr werden diese freien Stellen dann auf einem internationalen Treffen (diesmal im Jänner in Jordanien) getauscht. Ein Platz für einen Mathamatiker in Abu Dhabi gegen den für eine Maschinenbaustudentin in Graz beispielsweise. Jeder Praktikumsplatz im Ausland braucht also einen vorher zugesagten im Inland.

Im letzten Jahr konnte die österreichische Delegation mit etwa 160 internationalen Praktikumsplätzen in der Tasche die Heimreise antreten. 111 davon kamen dann auch tatsächlich zustande. Für den Rest fanden sich entweder dann doch keine InteressentInnen, haben diese dann kurzfristig abgesagt, oder hat die Firma im Gastland - auch das kann in Einzelfällen vorkommen - den Platz zurückgezogen.

Insgesamt werden auf diesem Tausch-Treffen über 5000 Praktikumsplätze zwischen den Nationalkomitees getauscht. Ein konkretes Land wünschen kann man sich als StudentIn im Vorfeld nicht. Die IAESTE will ganz bewusst eine breite internationale Streuung der Plätze. Die ergatterten Stellen werden Ende Jänner unter den vorgemerkten Studierenden vergeben. Die werden nach Studienfortschritt, Sprachkenntnissen etc. gereiht, und können sich dann in dieser Reihenfolge für jeden Platz in ihrem Fachgebiet einzeln entscheiden, ob sie ihn haben wollen oder nicht.

Haben Praktikumsplatz und StudentIn zusammengefunden, hilft die IAESTE bei allen nötigen Formalitäten, angefangen vom eventuell nötigen Visum bis hin zur Arbeitserlaubnis. Im Gastland übernimmt die Betreuung dann die lokale Organisation vor Ort, hilft bei Wohnungs- oder Zimmersuche und bietet oft sogar eine Art Freizeitprogramm für die Wochenenden an.

 
 
Arbeits- und Fremdenrecht
  Während ausländische Studierende hier auf Grund einer eigenen Bestimmung im Ausländerbeschäftigungsgesetz über internationale Austauschprogramme problemlos eine Arbeitsgenehmigung erhalten, gibt es von fremdenpolizeilicher Seite keine solche Regelung. Das heißt vor allem für Studierende aus Zentralafrika, dass es faktisch nahezu unmöglich ist, in Österreich ein Pratikum zu machen. Sie dürften hier zwar arbeiten, allerdings nur unter praktisch für die IAESTE nicht erfüllbaren Auflagen einreisen. Umgekehrt bedeutet das natürlich auch, dass für österreichische BewerberInnen kaum Plätze in diesen Ländern zur Verfügung stehen.

Praktika in Österreich werden übrigens nur vermittelt, wenn die Bezahlung mindestens 950 Euro monatlich beträgt. International richtet sich die Höhe dieses IAESTE-Mindestgehaltes nach dem Lohn- und Preisniveau des jeweiligen Landes, sollte allerdings überall zur Deckung der Kosten vor Ort ausreichen. Die Kosten für einen Transatlantikflug wird man in einem 4-wöchigen Praktikum wohl nicht hereinbekommen, insgesamt wird aber seitens der Organisation auf eine angemessene Bezahlung der PraktikantInnen Wert gelegt. Die verlangt übrigens je nach Universität zwischen 0 und 40 Euro Vermittlungsgebühr und bis zu 180 Euro Kaution für jedes tatsächlich zustandegekommene Praktikumsplatz/StudentIn-Gespann.

Der formale Status an der Heimatuniversität während eines IAESTE-Praktikums hängt übrigens ganz von der konkreten Universität ab. Teilweise wird man mit Erasmus-Studierenden gleich gesetzt, teilweise einfach vom Studium beurlaubt. Genaue Informationen darüber haben die IAESTE-Lokalkomitees vor Ort.

 
 
Anmendungen bis Ende November
  Um Ende Jänner bei der Vergabe der ertauschten Plätze berücksichtigt zu werden muss man sich bis spätestens Ende November beim zuständigen Lokalkomitee vorregistrieren.

Bis dahin finden noch eigene Informationstage der TU Wien und der TU Graz statt. Die anderen Lokalkomitees informieren über ihre Websiten oder in speziellen Sprechstunden.

Informationstag TU Wien:
21. November, 16 Uhr
Freihaus, Hörsaal 1
Wiedner Hauptstraße 8-10

Informationstag TU Graz:
26. November, 19 Uhr
Hörsaal E3.1, Biochemiegebäude
Petersgasse 12

Und wer weder ein technisches, noch ein naturwissenschaftliches Studium betreibt, sich aber auch für solche internationale (Tausch-)Organisationen interessiert, sei hier noch auf die Schwestern der IAESTE hingewiesen, die teilweise in ihrem Bereich auch solche Praktika anbieten: AIESEC (mit einem Wirtschafts-Schwerpunkt), ELSA (für Recht) und AMSA (für Medizin).
 
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