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Wien | 5.6.2003 | 16:00 
Geschichten aus dem wirklichen Leben.

Rotifer, Andreas

 
 
Journal '03. fünfterjuni.
  Arena, gestern abend: das verdammt-beste-scheiß-fucking-Rock-Konzert der letzten Jahre, vielleicht das beste überhaupt: "Queens of the Stone Age". Wahnsinn.
 
 
 
Queens
 
Ich bin nicht leicht in diese Konzerte-sind-geil-Euphorie reinzuziehen.
Selbst mein liebstes heuriges Erlebnis, "Placebo", hat das, bei aller Wertschätzung, nur ansatzweise vermocht.

Im Vorjahr gab es ein Live-Schlüsselerlebnis, als die alten Deppen von "Wire" mich und das restliche Publikum an die Rückwand geblasen haben.
Und aus den zwei Jahren davor fällt mir nur der Irrsinn ein, mit dem Tricky die Sofiensäle zum Einsturz und uns, das Publikum wie ein nackter Chef zum Köcheln brachte.

Ich kann die wirklich eindrücklichen Erlebnisse der letzten Jahre an einer Hand abzählen, bei denen Rock oder Pop oder Dance mich in einen anderen Aggregatszustand versetzt hat.
 
 
 
of
  Ich möcht nicht in die 90er, 80er, 70er zurückzugehen und jetzt Led Zeppelin- oder Metallica-Vergleiche zu ziehen.

Denn gestern hat mich ein Live-Auftritt verzückt, durchgewirbelt, zu Tränen gerührt und wahrhaftig erschöpft.
Weil mich, wie es auch Hörerin Petra so schön in ihrem Mail beschrieben hat, ihre Leidenschaft berührt hat.

Die Leidenschaft von Josh Homme, Nick Oliveri und den anderen. Die Leidenschaft und die Meisterschaft der "Queens of the Stone Age".

Bei "Feel Good Hit of the Summer", ihrem Startsong, bin ich noch mit den coolen Jungs oben auf dem Hügel abgehangen, bissl wippen.
Aber spätestens beim zweiten Break dieses Stücks hab ich gewusst: mein Platz ist unten, vorne recht neben den Boxen mit freier Sicht auf die Protagonisten.
 
 
 
qotsa!
 
 
the
  Was dann dort in den nächsten eineinhalb Stunden passiert ist, kann ich nicht gscheit beschreiben.
Es war überwältigend.

Es ist vielleicht mit einer fortwährenden Zufuhr von Glücksmomenten zu umschreiben, wie in einem optimal getimten Rausch oder in einem perfekten Fick.
Nur, dass es nicht einen Flash oder einen Orgasmus gab, sondern das in einer Art Dauerzustand.

Dieses Konzert, dieser Rausch, hatte KEINE Schwäche, es gab keine Sekunde lang einen Durchhänger, es stimmte einfach ALLES.

Noch dazu ist einfach JEDE Nummer der
QOTSA ein Meisterwerk, melodisch, aber vertrackt, simpel, aber verspielt; und sie sind imstande, das live NOCH besser umzusetzen als auf Platte - und das ist eine Sensation.
 
 
 
Stone
  Josh Homme hatte vorher im Interview mit Christian Fuchs und auch kurz onstage die kleine Österreich-Historie seiner Band angesprochen: dass sie zweimal in Wien gespielt hätten und zweimal aus verschiedensten Gründen (einmal völlig paniert, einmal durch einen Schlag elektrisiert) versagt hätten.

Und er versprach Wiedergutmachung.

Das ist mehr als gelungen.
Homme und die anderen hinterließen diesmal ihr Publikum so: völlig paniert und wie vom elektrischen Schlag gerührt.

Ich hab selten (eigentlich nie) nach einem Konzert soviel ächzende, stöhnende, erleuchtete Menschen gesehen, die sich nur mit Gesten und Geräuschen vermitteln konnten, wie beeindruckt sie waren, weil einfach die Worte noch völlig fehlten.

Die Queens haben es tatsächlich geschafft, für eine kurze Zeit die verbalen Kommunikationsstränge ihrer Zuschauer durch Musik zu ersetzen.

 homme et fuchs
 
 
go with the flow
 
 
Age
  Außerdem waren da die berührenden Gast-Gesangs-Auftritte des sich am Mikrofon festklammernden Kapperl-Trägers Mark Lanegan (vormals Screaming Trees, vormals Cobains Vorbild) dessen knorrige dunkle Stimme einzelnen Songs noch mehr Leben gab.

Und es war auffällig wie hoch der Frauenanteil im Publikum war, sicher ein Drittel, was für Gitarren-Rock schon eine Sensation ist. Wohl weil QOTSA nicht nur brave Schweißer der Metallica/Slayer-Linie oder blöde Macho-Schweine sind, sondern, so wie Reznor oder Manson Sex haben, funky sind.
Weil das, was QOTSA spielen, eben wirklich der Sukkus der Rockmusik ist und kein bubisches Gewixe.

Die "Queens of the Stone Age" sind die größte Rockband des Planeten.
Und die Arena war gestern abend der Nabel der Welt.
Und das war wundervoll.
 
 
 
crowd!
 
 
nick & josh
 
 
links: gast-vokalist mark lanegan, das häufchen mensch unter der kappe.
 
 
  Außerdem gibt es den Mitschnitt dieses Wahnsinn am Samstag um Mitternacht im Spielzimmer zu hören! Jajajajajaja!

Und wir dürfen drei exclusive Tour-CDs verschenken. Also eigentlich nur zwei, eine will ich haben.

Es handelt sich um die "Songs for the deaf" eine limited tour-Edition mit Bonus-CD mit 5 live tracks: "Go with the flow", "Noone knows", "Autopilot", "The Sky is fallin'" und "Better living through chemistry".

Gut, aber ein Lercherl-Schas im Vergleich zum gestrigen Hör-Eindruck.

Und sie sind signiert, Beweis-Foto da - >
 
 
 
oliveri signiert
 
 
  Dazu gibts auch eine Frage: bei den Queens spielen Gaststars eine wichtige Rolle (Dave Grohl, Mark Lanegan etc). Welche beiden Sängerinnen werden demnächst mit der Band zusammenarbeiten?

UPDATE, Freitag, 16.45 Uhr: Das Gewinnspiel ist beendet, die Gewinner wurden bereits per Mail verständigt. Die richtige Antwort lautet: PJ Harvey und Martina Topley Bird.
 
 
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