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Wien | 31.1.2004 | 21:00 
Geschichten aus dem wirklichen Leben.

Rotifer, Andreas

 
 
Journal de la CAN. Bonjour tristesse!
 
 
 
 
Sieger sehen anders aus.
 

Klare Siege für Senegal, Mali und Nigeria - und trotzdem sehen Sieger anders aus: die Senegal-Abwehr wackelt, das Team des Mali ist unsicher und selbst der klare Sieg der nigerianischen Problem-Boys gegen Südafrika hatte mehr Schatten als Licht.

Aber: dann switche ich rüber zur deutschen Bundesliga-Eröffnung zwischen Dortmund und Schalke und bin nach 100 Minuten Holzhacker-Gewurschtel wieder unglaublich froh meine Fußball-Fernsehzeit in Afrika verbringen zu dürfen.

Denn selbst im bislang schwächsten CAN-Spiel (Guinea gegen Ruanda) gab es wesentlich bessere Technik und Spieler mit der Fähigkeit den Ball genau zum Mitspieler zu passen.

Also lieber die geschönten Zusammenfassungen in der Sportschau anschauen und schnell wieder raus aus dem Revier zu richtigem Fußball.

 
 
Deutscher Fußball oder richtiger Fußball?
 

In Tunesien, also den Stadien von Tunis, Monastir, Bizerte, Sfax oder Sousse, machen fast alle Favoriten für den Sieg im diesjährigen Afrika-Cup, dem CAN, extrem schlechte Figur. Gestern hatte Senegal trotz früher Führung nicht die Kraft, den Außenseiter Kenya zu dominieren, sondern mussten wie Bambi ihren Sieg herbeizittern.

Mitschuld: die umgestellte Abwehr (Faye statt Coly, Diatta statt Diawara), das diesmal unwillige Genie Henry Camara und die mangelnden Team-Skillz von Mittelfeld-Chef Niang, der zwar tolle Tore macht, aber einfach kein Verknüpfer ist.

Diesbezüglich noch schwächer: Gruppe B-Mitfavorit Mali, der gegen das diesmal zerfahrene (und dadurch letztlich chancenlose) Team aus Burkina Faso eine recht matschige Leistung bot; Kanoute auf Sparflamme, Coulibaly mit der Handbremse und die Abwehr hinter Kapitän Diarra schwimmt wie ein nasser Sack.

Erst im letzten Spiel, im direkten Aufeinandertreffen Senegal-Mali, wird sich herausstellen, welches Team hier tatsächlich weiterkommen kann.
Denn der Sieger kommt im Viertelfinale gegen den in jedem Fall schlagbaren Zweiten der Tunesien-Gruppe. Der Verlierer muss gegen den Gastgeber antreten - viel Spaß dabei!

 diouf
 
 
Nigeria und Südafrika
 

In der anderen Hälfte, den Gruppen C und D tobt hingegen brutaler Verdrängungs-Wettbewerb, wo es jetzt schon in jedem Spiel um alles geht.

So wie heute nachmittag bei Nigeria gegen Südafrika.

Nigeria ist ja ein Rätsel: Sie reisen zu jedem Turnier mit Vorschusslorberen und einem toll besetztem Team an und beginnen sich bereits in der Vorbereitung intern zu zerfleischen, was dann in unerklärlichen Leistungen und einem überflüssigen Ausscheiden äußert.
Diese Tradition hält der korrupte nationale Verband in Koalition mit dem hire&fire-Trainerstab sowie diversen Spieler-Klüngeln bereits seit vielen Jahren aufrecht.

Nach der Start-Niederlage gegen Marokko war dann auch gleich einmal Feuer am Dach: wegen "disziplinärer Verfehlungen" wurden Agali (Schalke), Yakubu (Portsmouth) und Babayaro (Chelsea) heimgeschickt.

Immerhin wurden auch die Fehler des ersten Spiels (als gleich vier Stürmer auf dem Platz standen) nicht wiederholt. Und Kanu lief nicht nur spazieren. Und Okocha war nicht nur muffig. Und auch die Abwehr um Yobo und Okoronkwo stand sicher.

 j.j.
 
 
  Außerdem hatten sie das andere Katastrophen-Team als Gegner: Verband und Trainerstab von Südafrika hatten ihnen alles nachgemacht, Zank und Hader im Vorfeld, kein gemeinsames Training, viele Spielerabsagen.

Zudem ging das Team nach dem glücklichen Sieg gegen den brav kämpfenden Außenseiter Benin im 1. Spiel davon aus, dass eh alles super ist, und wiederholte alle seine Fehler: das miserable zentrale Mittelfeld rund um den 38-jährigen John Moshoeu ('96 einer der Helden des damals gewonnenen Africa-Cups, gemeinsam mit Mark Fish von den Fans mit Fischen und Schuhen - für "Fish" und "Shoes" gefeiert), den sich ein schwacher Trainer einfach nicht nicht aufzustellen getraut hat, blieb. Buckley brachte links wieder keine Impulse, die Abwehr, vor allem rechts, war wackelig.

Im ersten Spiel rettete Südafrika ein überragender Zuma und der junge Nomvete mit seinem Killer-Instinkt.
Gegen Nigeria war nur Zumas Geist am Platz und Nomvete ließ seine zwei Chancen aus.

Das war's dann. Die glorreiche Bafana Bafana ergab sich mit einer schlaffen Leistung ihrem Schicksal, ließ Okocha sein Passspiel aufziehen und Nigeria somit deutlich gewinnen.
Ein seltsam verwaschenes Spitzenspiel - ohne den Mumm und die Verve von Ägypten - Algerien.

 zuma
 
 
  Heute abend steht Marokko, bisher durchaus überzeugend, vor einem Pflicht-Sieg gegen Benin.
Und ab morgen geht es dann in den letzten Gruppenspielen um die Wurst.
 
 
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