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Wien | 16.2.2004 | 21:00 
Geschichten aus dem wirklichen Leben.

Rotifer, Andreas

 
 
Journal de la CAN. La grande finale.
  Der Abschluss-Bericht zum Afrika-Cup 2004.
Oder besser: der Blick in die afrikanische Fußball-Zukunft.
 
 
 
Olympia 2004
 

Die letzten beiden Olypmpiasieger im Fußball kamen aus, erraten: Afrika. 2000 besiegte Kamerun im Finale Spanien, 1996 Nigeria seinerseits Argentinien.

Nun ist das olympische Fußball-Turnier zwar "nur" ein leicht aufgewertetes Turnier für U 21-Teams, wird aber von allen seriösen Verbänden (weltweit) durchaus ernst genommen.

In Brasilien kam es vor einigen Wochen zu einem landesweiten Medien-Beben, als klar wurde, dass sich das Team nicht für Athen 04 qualififzieren würde - sowas wird dort als extra-peinlich betrachtet.

Olympia hat streng limitieres 16er-Feld, das großzügig unter den Kontinenten aufgeteilt wird. Afrika stellt mit 4 Teilnehmern das größte Kontingent (Europa hat 3 Platze, ebenso wie Asien, Südamerika zb nur 2...), weil die Erfolge zuletzt danach waren.

Dieser Bewerb gibt also einen hübschen Überblick über die Anstrengungen, mit denen die afrikanischen Verbände den Nachwuchs forcieren.

 
 
  In der Quali-Gruppe 1 führt Senegal vor Tunesien, Nigeria und Ägypten. In Gruppe 2 Kamerun vor Mali, der Cote d'Ivoire und der DR Congo.
In Gruppe 3 battlet der sensationelle Außenseiter Äthiopien mit Marokko um einen Olympia-Platz (Angola und Uganda sind ohne Chance) und in Gruppe 4 führt Algerien vor Ghana, Zambia und Südafrika. Guinea, Zimbabwe oder Kenya haben es erst gar nicht in diese Finalrunde geschafft.

Ich denke, dass es heuer keinem dieser Teams gelingen wird, ins Olympia-Halbfinale vorzustoßen - das hat damit zu tun, dass die Europäer (die bei der U 21-EM in Deutschland ab Ende Mai ihre Tickets ausspielen werden) und Südamerikaner ihre Teams besser vorbereiten und den Jugend-Vorsprung der Afrikaner eingeholt haben.

 
 
Die WM-Quali für 2006...
 

... wird eine bemerkenswerte Angelegenheit, weil die beiden besten Teams des eben abgelaufenen CAN da in einer der fünf Gruppen um den Sieg und damit die Qualifikation kämpfen: Tunesien und Marokko hat das Los in Gruppe 5 zusammengeführt. Blöde Gschicht...
Der Rest in dieser Gruppe (Kenya, Guinea, Malawi und Botsuana) - chancenlos.

Nigeria führt die Gruppe 4 an und hat außer Algerien keinen wirklich seriösen Contender (Zimbabwe, Angola, Gabon und Ruanda).

Die Gruppe 3 wird ein hartes Match zwischen den schicken Pumas, äh, Löwen aus Kamerun, Ägypten und der Cote d'Ivoire. Außerdem sind die Alt-Mächte Sudan und Libyen sowie Benin dabei.

 
 
  Gruppe 2 könnte ein glückliches Solo für Südafrika werden. Wenn sich nicht das mächtige Team aus Ghana auf seine Tradition besinnt, werden weder Congo (DR, früher Zaire) noch Burkina Faso, noch Uganda, noch der sensationell für diese Gruppenspiele qualifizierte Zwerg Cap-Vert ein Stolperstein werden.

In Gruppe 1 ist Senegal top-gesetzt. Mit dabei: Mali, das unberechenbare Team aus Zambia, sowie Togo, Liberia und der Congo (Rep.,).

Es ist zwar noch ein Weilchen hin, aber für die WM in Deutschland darf man also mit einem Top-Team aus dem Magrheb (Tunesien oder Marokko), mit den Nachbarn Kamerun und Nigeria und den notwendigerweise wiedererstarkten Südafrikanern rechnen.
Für Gruppe 1 geb ich keinen Tipp ab.

 
 
Die WM 2010...
 
... wird in Afrika ausgetragen, das hat der Blatter-Sepp die FIFA beschließen lassen, damit die vielen Stimmen von dort seine Wiederwahl auf Lebenszeit garantieren.

Afrika, hat vor dem CAN Winnie Schäfer gesagt, ist nicht bereit für ein Monster-Turnier von 32 Teams, für die größte Sport-Veranstaltung der Welt, für den gigantischen Aufwand an Technik, Manpower und Infrastruktur.

Schäfer bezog das nicht aufs Sportliche, sondern auf das Drumherum und liegt natürlich richtig.
Für Bewerber Tunesien zeigte schon der CAN, mit einem halb so großen Feld, etwa einem 20stel der Medienbeachtung und Teilnehmern, die (vorsichtig gesagt) schwierige Bedingungen gewohnt sind, die Grenzen auf.
Da hilft auch die gemeinsame Bewerbung mit der Ex-Achsenmacht des Bösen, Schwiegerpapa Gadaffis Libyen, nichts.

Ähnliches gilt auch für die Bewerbungen von Marokko oder Ägypten.

Die logische gemeinsame WM von Marokko-Algerien-Tunesien scheiterte einerseits an der politischen Uneinigkeit der Nachbarn, andererseits forciert die FIFA sowieso keine joint bids - wiewohl die Japan-Korea-WM 2002 dann schlussendlich doch recht unproblematisch ablief.

 2010, ja!
 
 
  Trotzden will Blatter-Sepp EIN WM-Land.
Deshalb ist Südafrika Favorit.

Die Ausrichtung des größten Weltsport-Ereignisses würde die zwar (für afrikanische Verhältnisse) boomende, aber noch extrem wackelige nationale Ökonomie dramatisch überfordern.
Von der gesellschaftlichen Komponente gar nicht zu reden.
Und die Sicherheits-Standards in Jo-burg oder Durban... Schwamm drüber...

Bis dahin ist zwar scheinbar noch viel Zeit, die Entscheidung fällt aber bald, irgendwann anlässlich der 100 Jahre FIFA-Jubelfeiern, die Mitte Mai über die Bühne gehen werden.

Fußball-Afrika wird uns also alle weiter mehr beschäftigen als der Eurozentrist mögen mag.

 ...aber wo?
 
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