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Wien | 8.8.2008 | 15:00 
Geschichten aus dem wirklichen Leben.

Rotifer, Andreas

 
 
Das Fußball-Journal 08. Extra-Eintrag.
  Der Legionärs-Eintrag, der aus unerklärlichen Gründen vorzeitig und unfertig online ging und im übrigen noch weitere Anregungen braucht.
 
 
 
Österreichs Fußball-Legionäre in der weiten Welt.
 
Die, die in den heimischen Ligen spielen, die können wir täglich sehen, wenn wir wollen. Dieser Überblick ist einfach zu gewinnen.
Die Herren und Buben Kicker hingegen, die sich in Ligen oder Ausbildungsstätten im Ausland tummeln, die bleiben - globales Dorf hin, Info-Zeitalter her - dann doch allzu oft im Vagen hängen oder werden gleich ganz vergessen.

Da sich dieses FB-Journal in erster Linie mit dem im schmalen und verwinkelten Österreich-Land Sichtbaren auseinandersetzt, soll dieser Eintrag hier zweierlei liefern.

Zum einen den so umfassend wie möglichen Überblick über alle im Ausland tätigen Fußballspieler, die für die heimischen Nationalteams selektionierbar sind.
Und zum anderen die Möglichkeit, hier aktuelle Sichtungen oder Nachrichten über Form und Verbleib zu posten, die vielleicht noch über den formidablen Legionärs-Check von laola1.at hinausgehten
Damit der Überblick über die fürs Nationalteam rekrutierbaren Talente nicht dem absoluten Hörensagen überlassen bleibt, sondern zumindest auf ein paar Fakten fußt.

Die Reihenfolge der Nationen erfolgt nach der aktuellen UEFA-Wertung, danach kommt dann der Rest der Fußball-Welt.

 
 
England, Premier League
  Emanuel Pogatetz, 25, ist von Coach Derek Southgate zum Kapitän des FC Middlesbrough ernannt worden, und das bedeutet viel, sehr sehr viel.

Paul Scharner, 28, spielt (mittlerweile ohne Nasenschutz) weiter bei Wigan Athletic, wo er bekanntlich Spieler des Jahres war. Hat eine Ausstiegsklausel, weil er auf Besseres hofft.

Bei einem dieser Traditionsclubs und zwar Tottenham Hotspur, ist der ehemalige Austria Tormann Hans Leitert, 35, Tormanntrainer, gelandet und zwar nach Stationen in Griechenland und Spanien. Basis dafür ist sein international hochbeachtetes Buch "The Art of Goalkeeping".

Besian Idrizaj, 20, Problemboy, nicht nur der heimischen U21, wurde hingegen von Liverpool zuerst in die Reserve, dann komplett abgeschoben. Er muß jetzt, egal wo, bald sein Genie entwickeln, ehe er zum Kahraman seiner Generation wird.
 
 
 
England, Championship und League One.
  Johannes Ertl, 26, heißt, seit er bei Crystal Palace in der zweiten Spielklasse, der Championship aktiv ist, zurecht Johnny.
Er bloggt aktuell im Sportnet, aktuell zb das da.

Im übrigen ist Benny Feilhaber, 23, von Derby County (mit den USA heuer auch bei Olympia) zwar US-Teamspieler, aber auch österreichischer Doppelstaatsbürger.

Florian Sturm, 26, wurde vom FC Vaduz nach dem Aufstieg in die Schweizer Superliga geschasst und kam bei einem Verein mit wilder Geschichte unter: dem Milton Keynes Dons FC, die jetzt in der Football League One, also der dritten Liga spielen. Die Dons sind nomineller Nachfolger des für sein rauhes Spiel berüchtigten FC Wimbledon - der Nachfolger des Herzens ist allerdings der AFC Wimbledon, der in der Conference South (6.Liga) spielt. Die Lizenz von Wimbledon wurde von einem Geschäftsmann ins hundert Kilometer von Wimbledon entfernte Milton Keynes transferiert, ganz nach dem ruhmlosen Vorbild des von Franchising geprägtem US-Sports. Mehr über Palace und die Dons (allerdings vor dem Verkauf) hier beim Kollegen Rotifer.

Eine seltsame Geschichte ist der Einsatz eines jungen Engländers, der gar keinen österreichischen Paß besitzt: Ashley Barnes, 18, ist Stürmer beim Zweitligisten Plymouth Argyle und hat eine aus Österreich stammende Großmutter, könnte also die Staatsbürgerschaft beantragen. Er spielte im August quasi auf Probe bei der U20 - seitdem war vom ÖFB nichts mehr zu hören.
 
 
 
England, der Nachwuchs
  In England versuchen auch jede Menge Junioren ihr Glück.
Dabei hat sich (seit Robert Olejnik, der jetzt in Schottland spielt, dort für einen guten Ruf sorgte) vor allem Aston Villa, der Traditionsklub aus Birmingham hervorgetan.

Aktuell spielen dort in der U 19 Dominik Hofbauer (vormals Sturm-Akademie), der erst 17-jährige Tormann Thomas Dau (vormals BNZ Burgenland) und der ebenfalls erst 17-jährige Ex-Rapidler Andreas Weimann.

Dazu kommt der Ex-Admiraner Georg Krenn, der beim FC Everton in der U19 steht. Mario Lösch, 18, vormals bei Derby County und dem SC Heerenveen, ist diese Saison nach Österreich zurückgekommen und spielt jetzt bei Mattersburg.

Und der vom Poster motorhead gut beobachtete Georg Grasser, 17, aus dem GAK-Nachwuchs, ist nun tatsächlich in der bekannt guten Nachwuchs-Akademie von West Ham United untergekommen.
 
 
 
Spanien
  Es gibt einen Österreicher, der aktuell in einer Profiliga in Spanien spielt? Nein, ich meine nicht Aldo Duscher, 29, den Argentinier mit österreichischem Paß, der heuer seine Defensivkünste für den FC Sevilla ausspielen wird (und womöglich tatsächlich verwandt mit Kollegen Hannes Duscher ist)...

Es gibt auch noch einen "richtigen".
Er heißt Rexhe Bytyci, ist 21, war U16, U17 und U 19-Nationalspieler (Beleg hier), wurde auch noch in die U20 berufen.
Der Österreicher Bytyci (ein albanisch-kosovarischer Name) spielte in seiner Jugend in der Wahlheimat Las Palmas, ehe er sich 2007 dann ein paar Wochen beim SC Schwanenstadt versuchte, dort von Trainer Heraf links liegen gelassen und dann in bereits verlorene Schlachten geworfen wurde, daraufhin seinen Österreich-Ausflug beendete und zurückging.
Zuerst zu Racing Portuense, dann zum CD Denia, der in der Gruppe III der Segunda División B spielt, also der dritten spanischen Spielklasse.
Eine durchaus kuriose Biografie eines für Österreich irgendwie verlorenen Talents - zuviel Weltläufigkeit kommt nicht so gut an.
 
 
 
Italien, Serie A
  Bei Alex Manninger, 31, ist es jetzt heraußen: er ist nicht der Einser-Tormann bei Udinese Calcio in der Villacher Partnerstadt Udine, sondern der Zweier-Goalie beim Weltklub Juventus Turin, das Backup für den großen Gianluigi Buffon. Ob er ihn auch beerben wird - einmal sehen; das hat es bei David Seaman damals auch geheißen.

Bei Udinese steht gerüchteweise der ehemalige U21-Teamtormann Marco Knaller (21, Sohn von Ex-Teamtormann Wolfgang Knaller, die Gene...) vor einem Wechsel. Chance: 20%.

Bei György Garics (24 und österreichisch-ungarischer Doppelstaatsbürger) ist die Sache klar: nach eineinhalb letztlich gelungenen Jahren bei SSC Napoli wurde er für ein Jahr zum direkten Liga-Kontrahenten Atalanta Bergamo verliehen. In der ewigen Tabelle der Serie A ist Napoli zwar 9., Atalanta aber immerhin auch 11. Bergamo ist auch wesentlich näher dran für Besucher aus Österreich.

Besser platziert ist da in der Alltime-Liste noch der AC Torino, wo Jürgen Säumel, 23, vormals Sturm Graz-Kapitän, durchaus überraschend, landete. Toro, in der letzten Saison 15. verfügt im übrigen über eine ganz schön heftige Historie.
 
 
 
Italien, Serie B.
  Zwei Österreicher haben sich in der Serie B ganz gut eingewöhnt.

Ex-U21-Teamspieler Daniel Wolf, 23 und Ex-Admiraner, hat sich beim FC Piacenza etabliert. Auch unter dem neuen Trainer, der davor für den Liga-Konkurrenten US Grosseto tätig war.

Und Grosseto ist der Verein, bei dem sich Thomas Pichlmann, 27, nach den Enttäuschungen bei Pasching und der Austria wieder aufzubauen versucht.

Ebenfalls in der Serie B, beim Ausbildungsverein Frosinone, sind zwei Talente vom GAK gelandet, um die in den letzten Wochen ein ziemliches G'riss war. Mittelfeldspieler Robert Gucher, 17, hätte fast auch die Aston Villa-U19-Kolonie verstärkt. Und um Stürmer-Talent Dieter Elsneg, 18, hatten neben ausländischen Scouts auch die bösen Bullen aus Salzburg mitgefeilscht.

Und ein Junger, Stefan Hierländer, 17, spielte im September in der Primavera, der U20-Jugendmeisterschaft Italien, die nicht in irgendwelchen B- und Farmteams stattfindet, sondern eine eigene medial durchaus beachtete und auch anständig besuchte Liga spielen, und zwar für Sampdoria Genua. Um den Kärntner buhlte auch der SC Freiburg. Leider ist er zwischenzeitlich wieder nach Kärnten retour - Hintergründe unbekannt.
 
 
 
Deutschland, Bundesliga
  Die einstige Hochburg österreichischer Auslands-Legionäre weist für diese Saison ganze 7 Namen auf - von denen einer wohl sicher nur bei den Amateuren in der 3. Liga auflaufen wird.

Nein, es ist nicht vom frechen Beute-Deutschen Martin Harnik, 21 die Rede. Der war im letzten Halbjahr wohl zumeist in der Regionalliga-Mannschaft von Werder Bremen zu finden, macht die Vorbereitung heuer aber mit dem BL-Team mit und ist einer von vier Stürmern des Champions League-Teilnehmers.

Und dort wird er wohl ebenso reinschnuppern wie der frisch gedraftete Sebastian Prödl, 21, der wegen der Verletzung von Mertesacker wohl auch fix spielen wird, zum Liga-Start. Der Kicker traut ihm bereits Genie und Wahnsinn zu.
Prödl könnte in diesem Herbst die heißeste Aktie aller Auslands-Österreicher sein.

Da schauts bei Ümit Korkmaz, 22, dem gefühlten österreichischen Euro-Helden, schlechter aus: die böse Fußverletzung wirft ihn noch Wochen zurück.
 
 
 
  Eine Unbekannte ist auch Christian Fuchs, 22, beim VfL Bochum. Wie wird es die Umstellung aus der Mattersburger Steinzeit auf ein zeitgemäßes 4-4-2 schaffen, noch dazu als linker Verteidiger - etwas, was er bislang nicht wirklich erfolgreich probiert hat? Ihm steht im Erfolgsfall ein echter Quantensprung bevor. Besser als für Marc Sand in der Vorsaison wird's bei ihm allemal laufen - der Probelauf im DFB-Cup sah jedenfalls schon gut aus.

Ja, und dann wären da noch die beiden Aufsteiger, die (noch) in der Wunschformation ihres Arbeitsgebers stehen.
Ramazan Özcan, (24, und im Gegensatz zu Ümit nicht aus der Wiener Secondos-Generation, sondern ein waschechter Vorarlberger Junge) ist Tormann des TSG 1899 Hoffenheim, des Geldsack- aber nicht Retortenclubs aus den Nähe von Mannheim, und Andreas Ibertsberger, 26, kann rechts und links in der Viererkette spielen. Und irgendwie passen die beiden stilleren Typen ganz gut in diesen Verein.

Fehlt nur noch der 7., der's eh nicht in den A-Kader schaffen wird: Clemens Walch, 21, Tiroler Supertalent aus dem Salzburger Stall, scheint nicht in der UEFA-Liste des VfB Stuttgart auf, und wird auch auf der VfB-Website im zweiten Team geführt, das aber immerhin in der neuen 3. Liga spielt.
 
 
 
Deutschland, 2. Liga
  ... da war auch schon einmal mehr Österreicher-Betrieb.

Michael Langer, 23, Meister mit dem VfB Stuttgart, hat sich mit seinen Wechseln ein bissl verpokert. Der SC Freiburg, der feuchte Traum eines studentischen Umfelds, setzt ihm, dem Stammtorhüter der letzten Monate, einen neuen Franzosen vor.

Alemannia Aachen hat den guten Andreas Lasnik, 24, der von der Austria nachgerade geflüchtet ist, aufgenommen. Er hat sogar die Nummer 10 bekommen, wird aber in den Wunschformationen für diese Saison eher als Ergänzungsspieler geführt. Keine wirkliche Verbesserung zur Austria-Situation also - allerdings war auch sein erster Einsatz im DFB-Cup ein Versprechen.

Ähnliche Perspektiven hat Mark Prettenthaler, 25. Er trifft beim FC Augsburg zwar auf alte Liga-Bekannte wie Ledesma (Altach) oder Imre Szabics, ist aber als linker Verteidiger auch nicht gerade gesetzt. Auch er wurde aber beim Saisonstart, dem DFB-Cup, eingesetzt.
Im übrigen hat Patrick Pircher, 26 vormaliges Vorarlberger Verteidigertalent, nach dem Auslaufen seines Vertrags beim FCA jetzt wohl bei den kriseligen Altachern angeheuert.

Der vierte ist der jüngste und doch ein alter Hase: Julian Baumgartlinger, 20, Teamkapitän der U19 und jetzt der U20, einer der größten Hoffnungsträger des heimischen Fußballs, lernt und spielt schon seit einiger Zeit bei 1860 München. Er hat jetzt aber ein groteskes Problem: auf seiner Position, dem zentralen Mittelfeld, wird er bei 1860 von einem Kanadier (Ledgerwood) und Zwillingen in den Schatten gestellt. Lars und Sven Bender wurden eben U19-Europameister und sind gemeinsam mit drei anderen Kollegen aus diesem Siegerteam die großen Hoffnungsträger für die 60er.
 
 
 
  Als 2. Co-Trainer beim Münchner Traditionsclub ist übrigens immer noch Günther Gorenzel-Simonitsch, 40, tätig. Er ist der letzte Überlebende der Schachner-Ära und muss ein guter Mann sein, wenn er sich so lange halten kann.

Außerdem ist die 80er-Legende Reinhold Hintermaier Scout beim FC Nürnberg.

Und der Vollständigkeit halber sei noch Ryan Gyaki, 22, von Hansa Rostock erwähnt: er ist österreichisch-kanadischer Doppelstaatsbürger, hat aber bereits für Kanadas U21 und U23 gespielt.
Mit Stefan Lexa (FCK), Stefan Maierhofer, Robert Schellander (beide Fürth) und Ahmet Delic (RWO -> St.Pölten) haben im übrigen einige Spieler die Liga in Richtung Österreich verlassen (wie auch Denis Berger, Ivica Lucic oder Christian Schilling in der Spielklasse drunter).
 
 
 
Deutschland, 3. Liga
  Zwei Herren haben wir ja bereits durchbesprochen: während Martin Harnik, 21, wohl nur in Ausnahmefällen die Werder Bremen Amateure verstärken wird, ist Clemens Walch, 21, für den VfB Stuttgart II vorgesehen, wo er sich allerdings auch erst durchsetzen muss.

Seinen Stammplatz relativ fix hat Daniel Sikorski, 20, österreichisch-polnischer Doppelstaatsbürger bei den Bayern München Amateuren (Nr. 23) unter Hermann Gerland: er kann im Sturm aber auch links im Mittelfeld spielen. Sikorski ist der Typ, dem Stefan Maierhofer zu seiner Bayern-Zeit massives Talent aber zuwenig Beißer-Qualitäten zusprach. Und er ist einer der Typen, die von Trainer Gludovatz bewusst nicht zur U20-WM nach Kanada mitgenommen wurden - weil er als Gefahr für die Zusammengehörigkeit ausgemacht wurde. Sikorski ist bis zu einem gewissen Grad auch das Vorbild für die Figur des Peter Hruska. Ich mag ja die schlimmen Buben und hoffe, dass ihm der Knopf noch einmal aufgeht.

In der 3. Liga gibt es nur einen Österreicher, der nicht bei einem der vier dort mitspielenden B-Teams, sondern einer der richtigen Mannschaften spielt. Und das ist auch kein "richtiger", sondern einer wie Stefan Lexa, der sich ja auch erst seit einigen Wochen erstmals in Österreich, bei Ried, blicken ließ: der Pass-Österreicher Bernjamin Fuchs, 24, der bereits seit immer in Deutschland lebt und spielt. Fuchs ist seit Jahren Ergänzungsspieler bei Eintracht Braunschweig, dem Alt- und Jägermeister.
 
 
 
  Der wichtigste Landsmann in dieser Liga ist aber ein anderer: einer der wenigen österreichischen Coaches im Ausland. Ralph Hasenhüttl, 41, trainiert die Münchner Vorstadtmannschaft SpVgg Unterhaching. Hasenhüttl war beim GAK, der Austria, Salzburg, Nationalspieler mit Kopfballschwerpunkt (ein Tor bei einem legendären 4 zu 0 gegen Ungarn fällt mir ein), ging dann nach Belgien und Deutschland, wo er sich als Jugendtrainer bis zum Chefcoach hocharbeitete. Seine Ansagen (im BR öfter zu sehen) haben immer Hand und Fuß. Mario Konrad, der jetzt bei Altach spielt, hatte es bei ihm nicht leicht.
 
 
 
Deutschland, Regionalligen und darunter
  Unter der 3. Liga tummeln sich jetzt drei Regionalligen (Nord, West, Süd), darunter dann diverse unterschiedlich strukturierte Landesligen. Und dort sind die Österreicher immer dünner gesät - die finden sich eher in den Nachwuchs-Abteilungen der größeren Vereine.

Immerhin beim 1. FC Magdeburg, also einem ehemaligen Europacup-Sieger, ist Radovan Vujanovic, 26, vormals Austria nach Stationen wie Paderborn, Wehen Wiesbaden oder Emden gelandet. Der österreich-serbische Doppelstaatsbürger hat im deutschen Unterhaus keinen schlechten Namen.
Dominik Schütz, 22, Tormann beim irgendwie eher zufällig ebenfalls in der RL Nord gelandeten FC Oberneuland. Schade, bis vor kurzem war der Bursche mit Hannover-Vergangenheit nämlich noch bei einem Verein mit dem schaurigen Namen 1.FC Normannia Gmünd.

Aus der Regionalliga Süd, nämlich von Hessen Kassel hat sich Denis Berger, 25, nach Jahren bei Stuttgart und Siegen nach Hause aufgemacht und ist wie Kollege Lexa bei Ried gelandet.

In den Oberligen finden sich ein paar No-Names:
Daniel Pichler, 21, bei den Sportfreunden Siegen, die freiwillig in die neue NRW-Oberliga abgestiegen sind.
Nicholas Hasslacher, 18, bei Germania Schöneiche in der Oberliga NOFV-Nord, die Meck-Pomm, Berlin und Brandenburg umfasst.

Noch unterklassiger ist Philip Rehm, 23 und vormaliger U20-Teamspieler unterwegs: beim SC Fürstenfeldbruck in der bayrischen Unterliga. Yunus Emre Karayün, 22, ist nach dem Amateurteam von Hannover 96 jetzt bei Wacker BUrghausens B-Team gelandet, arbeitslos ist Burak Özgün, 21, vormals Borussia Neunkirchen. Sein Bruder Volkan Özgün, 29, ist nach dem Aus beim 1.FC Saarbrücken jetzt bei einem obskuren Verein namens FC Au-Berneck in der Schweiz.

Eine ganze Menge Österreicher spielen beim TSV 1860 München im Nachwuchs. Nominell hat es einer davon in die 2. Mannschaft, die in der Regionalliga Süd mitmacht, geschafft, und zwar der Burgenländer Philipp Hosiner, 19.
 
 
 
Deutschland, der Nachwuchs
  Das führt uns gleich zu den zahlreichen Ösis in deutschen U19-Teams.

Bei Bayern Münchens Nachwuchs spielt das vormalige Austria Super-Talent David Alaba, 16, sein Austria-Kollege Christoph Knasmüllner, ebenfalls 16, und der 14jährige (!) Christian Derflinger. Dazu soll Kevin Feiersinger, 16, (ein Neffe) kommen.

Bei der Werder Bremen-Jugend sind der Burgenländer Patrick Derdak, 18, und Kevin Krisch, 16, gelandet.
Bei der TSG Hoffenheim spielt der Tormann Christopher Knett, 18.

Der Nachwuchs von 1860 ist nicht nur die Heimat des bereits erwähnten Phlipp Hosiner, auch der U19-Teamspieler Daniel Pirker, 18, vormals AKA Kärnten, und auch ein Moritz Leitner, 15, wird in den ÖFB-Nachwuchs-Teams geführt. Bei 1860 gibts traditionell eine Menge Österreicher-Traffic: Michael Wojtanowicz, jetzt St.Pölten, Niklas Lecher oder Sandro Samwald, jetzt Wacker, sind ebenso wie der ehemalige Jugendteamtorwart Joachim Kohlbacher, der trotz Papa (Tormanntrainer beim DSV und dem ÖFB) scheinbar keinen Job findet, da durchgelaufen.

Christian Ritzmaier, 17, Kärtner Kollege des bereits erwähnten Stefan Hierländer (beide konnten sich bei einem großen Nachwuchsturnier in Italien ins Rampenlicht spielen) ist jetzt doch nicht beim SC Freiburg, bzw seiner U19, gelandet. Er spielt weiter (ebenso wie Brüder Marcel) in der AKA Kärnten.

Nemrut Bargello, 19, spielt(e) im Nachwuchs von Mainz 05, Bernhard Janeczek, 16, wieder einer aus der Admira-Talentschmiede, ist bei Borussia Mönchengladbach an Bord.
Dazu kommen noch zwei blutjunge Burschen bei Hertha BSC: Marco Djuricin, 16, und Richard Strebinger, 15
 
 
 
  Unklar ist der Verbleib von Wolfgang Preindl, 19, zuletzt beim Jahn Regensburg (er dürfte im B-Team des Jahn untergekommen sein), und der von Tormann Nikolas Karner, 21, vormals MSV Duisburg und Unterhaching.

Außerdem ist Nikon Jevtic, ein 15jähriger im Dienste des Schalke 04-Nachwuchses, englisch-österreichischer Doppelstaatsbrüger.
 
 
 
Russland
  Bei Spartak Moskau in der boomenden russischen Liga spielt (mit der Nr. 3) der Chef der österreichischen Nationalmannschaft, Martin Stranzl, 28, über dessen Qualitäten ich traditionell gerne viele Zeilen verliere.
Nach einem Trainerwechsel hat er's gerade schwer.

Genauso wichtig ist aber wohl die Präsenz einer ganzen Reihe österreichischer Trainer - leider ist es die einzige effektive Kolonie, die Qualität aus Österreich absaugt (auch weil es nicht so viel davon gibt).
Schuld ist Rachid Rachimov, der bei Lokomotiv Moskau freie Hand hat und haufenweise Spezialisten nachgeholt hat. In erster Linie ist das sein Assistent Alfred Tatar, 45, grandioser Analytiker und als ehemaliges Spieler-Genie mit allen Wassern gewaschen.

Dazu kommt neben dem Ex-Rapidler
Sergey Mandreko, 37, auch der Chef der Nachwuchs-Abteilung der ehemalige Chef der Nachwuchs-Abteilung und auch der Trainerausbildung beim ÖFB, Gerhard Hitzel, 60. Zuletzt wurden noch Konditionstrainer Alexander Stadler, 43, und vor allem der beste Coach Wiens, Damir Canadi, 38, arbeitswütiger Wahrheitssuchender von seinem FAC-Job weggedraftet.
 
 
 
Portugal
  Die portugiesische SuperLiga ist ein seltsames Planet: wir schaun uns gern die Ausschnitte der Spiele der Spitzenteams an und wundern uns, wenn wir Matches von den kleineren Vereinen sehen - nirgendwo scheint der Niveau-Unterschied so hoch. Andererseits ist aber auch die Möglichkeit sich dort entdecken zu lassen, durchaus groß.

Roland Linz, 27, hat sich von Boavista zu Sporting Braga verbessert und steht auch auf den Einkaufslisten von Benfica und Porto.

Die Berger-Brüder sind hingegen bei zwei der angesprochenen Kleinen aktiv und bemühen sich um Aufälligkeit.

Markus Berger, 23, kommt als zentraler Abwehrspieler bei Académica Coimbra, schon seit einem Jahr ganz gut zurecht.

Bruder Hans-Peter Berger, 26, wünscht sich beim SC Leixões ähnliches. Und irgendwie hofft er wohl auch drauf via Ausland einmal ins Nationalteam zu kommen.
 
 
 
Niederlande
  An die großen Zeiten mit Hasil, Gasselich und Co kann die aktuelle Holland-Fraktion zwar nicht anschließen, aber Talent tummelt sich genug.

Thomas Prager, 22, haderte mit seiner Reservisten-Rolle beim SC Heerenveen und schaffte es noch knapp vor Transferschluß wegzukommen -> zum LASK. Sein junger Kollege Christoph Mattes, 20, hat das schon vor einem halben Jahr gemacht, wurde aber weder bei den Salzburg Juniors noch bei der Admira wirklich glücklich.

Die anderen warten noch auf ihre Chance.

Marko Arnautovic, 19, nicht nur wegen seiner serbischen Heritage und seiner schlacksigen Figur gern mit dem jungen Zlatan Ibrahimovic verglichen, bekommt bei Twente Enschede durchaus seine Einsatzzeiten, zb auch in der CL-Quali gegen Arsenal.

Der hierzulande schon in die erste Mannschaft hineingeschriebene Michael Schimpelsberger, 17 und Kapitän seiner ÖFB-Auswahlmannschaft hingegen wird sich wohl mit Einsätzen in der U19 bescheiden müssen, die Twente gemeinsam mit Heracles Almelo betreibt.

Rafael Pollack, 19, ist beim NAC Breda, auch keinem Niemand in der Eredivisie, auch in der ersten Mannschaft gelandet - bei seiner Karriere doch ein kleines Wunder: Admira-Nachwuchs, dann ein halbes Jahr beim Regionalligisten Würmla, dann ein halbes Jahr arbeitslos, Probetraining und Engagement.

Mettin Copier, 19, holländisch-österreichischer Doppelstaatsbürger (Mama aus Stmk) hat nach durchlaufener Jugend in Alkmaar nun einen Vertrag für die große AZ bekommen.
 
 
 
  Darko Bodul, 19, ist nach einer Vienna-Jugend in der zweiten Mannschaft von Ajax Amsterdam untergekommen. Der Bruder des EX-KSV-Spielers Dragan Bodul ist allerdings nicht nur Doppelstaatsbürger, er hat auch bereits U19-Spiele für Kroatien bestritten - er scheint für Österreich also verloren zu sein.

Ähnlich schaut es für Radovan Mitrovic, 15, aus, der von Simmering zu U19 von Heerenveen wechselte: er ist österreichisch-serbischer Doppelstaatsbürger und hat sich noch nicht entschieden für welche Nation er spielen könnte. Und noch ein Bürschchen aus Österreich ist bei Heerenveens Nachwuchs aktiv: Tobias Kainz, 15, vormals bei der Austria.

Ein junger Österreicher spielt schon seit längerer Zeit in der zweiten niederländischen Liga: Dino Medjedovic, 19, beim AGOVV Apeldoorn.
Ein anderer, der die letzten zwei Jahre beim BV Veendam, auch in der zweiten Liga verbracht hat, ist offenbar freigesetzt worden: Wolfgang Stockinger, 26, ein Stürmer mit Rieder Wurzeln.

Und auch eine der absurdesten Auslands-Geschichten der letzten Jahre ist in den Niederlanden abgelaufen: Philipp Hiba, 18, Riesentalent der Vienna, wurde vor einem Jahr an Twente Enschede verliehen, kam aber nach einem halben Jahr ohne Angabe von Gründen wieder zurück und zwar zum SCR Altach. Da löste man dann nach zwei Monaten den Vertrag auf. Grund: Heimweh, das in Vorarlberg auch noch zu stark war und den Holland-Aufenthalt verunmöglichte. Hiba spielt jetzt wieder bei der Vienna und wird womöglich nie weggehen.
 
 
 
Schottland
  Falkirk ist ein wunderschönes kleines Städtchen im Herzen Schottlands, liegt an der malerischen Strecke zwischen DGlasgow und Edinbourgh. Der Falkirk FC, Mittelständler in dert schottischen Premier League ist die Heimat von Robert Olejnik, einem der U17-Bronzemedaillisten von 2003. Tormann Olejnik (der auch den polnischen Paß hätte) kommt aus dem Austria-Stall, und wurde nach seinem Erfolg von der Aston Villa-Jugendabteilung geholt und ausgebildet. Ich denke, dass er durchaus in der Hoffnung lebt wieder einmal dorthin zurückgeholt zu werden, als Nummer 1 natürlich.

Zwei extrem hoffnungsfrohe junge Männer sind im schottischen Nachwuchs tätig - oder auch nicht.
Elias Wagner, 17, Admiraner, bei der U19 des Heart of Midlothian FC aus Edinbourgh. Sein Admira-Kollege Marco Michetschläger, 18, war bis vor kurzem bei der U19 der Glasgow Rangers aktiv. Sein aktueller Status ist auch dem ÖFB, der ihm weiter die Treue zu halten scheint, nicht bekannt.
 
 
 
Türkei
  Ekrem Dag, 27, ist das gelungen, wovon Cem Atan immer noch träumt: ein Wechsel zum SüperClüb Besiktas Istanbul. Die großen türkischen Vereine fischen gerne unter den Kids der zweiten und dritten Generation in Westeuropa - so kam auch der Arnfelser Ekrem Dag von Sturm Graz zu Gaziantepspor und nun eben zum Top-Club in der Süper Lig.

Ähnlich wars heuer mit U21-Teamspieler Harun Erbek, 22, einem Vorarlberger Eigengewächs und einer großen Team-Hoffnung für die linke Seite, der von Kayserispor umgarnt wurde.
Beim türkischen Pokalsieger hatte man bereits Erfahrung mit Jungs samt migrantischem Background aus dem hyperanständigen V-Berg: der hierzulande drastisch unterschätzte Turgay Bahadir, 24, ist zwar Wiener, hat seine Sozialisation aber ebenso wie Erbek bei einem der Lustenauer Vereine erhalten.

Mit der zweiten Liga begnügt sich der Pendler zwischen den Welten: Muhammet Akagündüz, 30, Medizin- und später Mathematikstudent mit Erfahrungen bei Austria, Ried, Rapid und Verona, heißt in der künstlernamensüchtigen Türkei "Hanifi". Nach Zwischendurchstationen bei Malatya, Konya und auch Kayseri hat er jetzt beim Absteiger Manisaspor angeheuert.

In der zweiten Liga war auch der ehemalige Paschinger Metin Aslan tätig, und zwar (nach Stationen bei Manisa und Antalya) bei Orduspor angekündigt - ist dort aber nicht bestätigt. Und Ümit Erbay, 27, ist nach drei Stationen in der Türkei wieder daheim, und zwar bei Parndorf in der RLO.
 
 
 
Griechenland
  Panathinaikos Athen ist jetzt die endgültige Heimat von Teamkapitän Andreas Ivanschitz, 24, der nicht nach Salzburg bzw Österreich zurückwollte. Durchaus verständlich. Der von den Fans PAO genannte Club will heuer in der Champions League mitmischen - ua wird da Werder mit Prödl/Harnik ein Gegner sein.

Im UEFA-Cup ist AEK Athen mit Tormann Jürgen Macho, 30, dabei. Der ist derzeit leicht verletzt, hat aber scheinbar seine Nummer 1-Position trotzdem sicher.

Die Nummer 1 bei seinem Club, Skoda Xanthi, ist auch Michael Gspurning, 27, vormals bei Austria, dem DSV und Pasching nie weit über eine Nummer 2 hinausgekommen. Beim Österreicher-Verein Xanthi (dort waren auch Andi Lipa, Jürgen Leitner, Günter Friesenbichler und der bereits erwähnte Kahraman) ist er jetzt schon die zweite Saison Stammkeeper.
Neu bei Xanthi: die tragische Figur des österreichischen Fußballs schlechthin, der Mann von Mirjam Weichselbraun ihrer Schwester. Roman Wallner, 26, ist von Apollon Kalamarias wieder in die erste Liga gewechselt. Seine dummdreisten illegalen Wechsel der letzten Saison (mehr als zwei pro Saison erlaubt die UEFA nicht) entschieden (via Ergebnis-Anfechtung und Strafverifizierung) die griechische Meisterschaft. Immerhin ist er jetzt damit auch noch in ganz Giechenland als tragische Figur berühmt.

Dann haben wir noch zwei Herren auf Kreta: schon ein Jahr bei Diethnis Enosis Ergotelis ist Mario Hieblinger, 31, Innenverteidiger, Ex-Nationalspieler in einer wenig ruhmreichen Phase, aber ein schnörkelloser Abwehrspieler der alten Schule.

Neu ist nun Gernot Plassnegger, 30, der schon Legionärserfahrung aus Deutschland hat, dazugekommen. Weil er ja alles spielen kann (Abwehr, Mittelfeld, Angriff) wird es eine Herausforderung herauszufinden, wo ihn Coach Karageorgiou einsetzt.
 
 
 
Schweiz samt Liechtenstein
  Als ich schon geglaubt habe, Österreich müsse ein weiteres Jahr ohne Spieler im Schweizer Profi-Fußball auskommen und sich somit als schlechter Nachbar ausweisen, da kam die Meldung: Mato Simunovic, 22, bei Pasching und Schwadorf nicht mehr benötigter Mittelfeldspieler, wechselte in die Challenge League, also die zweite Spielklasse der Schweiz, zum Traditionsverein FC Winterthur.

Deren letztjähriger Meister, der FC Vaduz (die Liechtensteiner Vereine - es gibt ja nur sieben Fußball-Clubs - spielen in der Schweiz mit) hatte ja den einzigen Österreicher des letzten Jahres, Florian Sturm, an die Lufdt gesetzt -> mittlerweile ist der in London gelandet.

Ich halte es ja für eiine absurde Kulturschande, dass es seit Sanel Kuljic bei Sion und Rene Schicker in St. Gallen praktisch keinen kleinen Grenzverkehr zwischen Österreich und Liechtenstein bzw Österreich und der Schweiz gibt - und zwar einseitig. In der Regionalliga West gibt es einige Liechtensteiner, Teamspieler Thomas Beck bei Feldkirch etwa, auch Marco Perez beim Sportklub ist Liechtensteiner, und natürlich gibt es Vonlanthen abwärts etliche Schweizer in den heimischen Ligen.

In der 3. Leistungsstufe der Schweiz finden sich mit dem Favoritner Niko Ablinger, 20, beim SC Rapperswil-Jona und dem ewigen Grenzgänger Johannes Grissmann), 25, ganze zwei Ösis.
Neu im tiefsten Unterhaus auch Volkan Özgün, 29, beim FC Au-Berneck 05.

Im übrigen ist der durchaus bekannte Coach Rolf Fringer (derzeit beim FC Luzern) offiziell Doppelstaatsbürger. Und bei Kriens in der 2. Loga werkelt ein Herr Bigi Andre Meier mit österreichischem Paß.
 
 
 
Bulgarien
  Ob Mensur Kurtisi, 22, mazedonisch-österreichischer Doppelstaatsbürger, Ex-Rapidler und dann bei Parndorf, jetzt wirklich beim ZSKA Sofia spielt oder spielen darf, das steht noch nicht 100%ig fest - irgendwelche Transferwickel.
In diesem Umfeld auch kein Wunder: der ZSKA (der Verein der Militärs, also der Nomenklatura) ist zwar eine der großen Traditionsteams, scheiterte aber (als einziger größerer Verein Europas) an der UEFA-Lizenz und wird deshalb heuer nicht international spielen können. An der CL-Quali nahm stattdessen der Erzrivale Lewski Sofia (der traditionelle Arbeiter-Verein) teil, und blamierte sich gegen Bate Borisov bis auf die Knochen.
Für Kurtisi hätte das ein spannendes Abenteuer werden können - hat aber dann leider nicht geklappt: es gab keine Spielgenehmigung durch Parndorf. Kurtisi wurde beim FC Magna Wr. Neustadt aufgenommen.

Dafür ist jetzt ein Milan Jankovic, 24 aufgetaucht. Er ist österreichisch-serbischer Doppelstaatsbürger und spielt beim Mittelständler Lokomotiv Mezdra.
 
 
 
Tschechien
  Der bei der Austria Wien aus diffusen Gründen geschasste U20-WM-Tormann Bartolomej Kuru spielt zwar nicht in der Heimat seiner Vaters, der tschechisch-österreichische Doppelstaatsbürger hält sich aber beim beim tschechischen Zweitligisten FK Baník Sokolov (das liegt an der Grenze zu Deutschland, am äußersten West-Spitzl des Landes) fit.
 
 
 
Norwegen
  Was ist los mit Markus Kiesenebner, 29?
Der Ex-Paschinger und Ex-Austrianer kriegt seit seiner Ankunft beim Lillestrøm SK vor genau einem Jahr keinen Fuß auf den Boden.
Ist er derzeit wirklich verletzt? Warum hat er nie gespielt? Ist er ein Abschreibposten?
Oder ist er in einem Zeugenschutzprogramm, hat seinen Namen geändert und der der seine Identität bekommen hat, kann halt gar nix?
Fragen über Fragen - deren seriöse Beantwortung mich durchaus interessieren würde. Schließlich hat der Mann mit dem Bombenweitschuß-Fußerl durchaus etwas.

Anfang Oktober gab es zumindest eine Teil-Antwort: Kiesenebner wurde von Lilleström entlassen. In der Winterpause wird man ihn wohl wieder in Österreich sehen.
 
 
 
Serbien & Kroatien
  Aleksandar Popovic, 24, spielt in der serbischen SuperLiga, ist in Kärnten aufgewachsener Doppelstaatsbürger, kam über Slowenien vor drei Jahren zur Traditionsmannschaft FK Vojvodina Novi Sad und ist jetzt deren Kapitän. Keine schlechte Karriere.

Sasa Vidovic, 26, kam vor vier Jahren aus Feldkirch nach Belgrad und spielt jetzt, ein bissl unter ferner liefen beim FK Rad.

Marinko Koljanin, 50, früher Coach bei Salzburg, LASK oder Fener, langjähriger Assi von Otto Baric, ist aktuell Trainer beim FK Rijeka.
 
 
 
Schweden
  Wer sich im Vorjahr dem UEFA-Cup-Gruppenphasen-Debakel der Austria gewidmet hat, der hat den schwedischen Club Helsingborg IF ja bereits kennengelernt. Vor allem die Herren Stürmer hatten EIndruck hinterlassen. Und genau dorthin, als Nachfolger von Razak Omotoyossi, der nach Saudi-Arabien (!) ging, kam jetzt Roman Kienast um dort neben einem Genie wie Henrik Larsson lernen zu dürfen, nabum, da frißt einen schon der Neid!
Kienast, der gern unterschätzte schlacksige Stoßstürmer, wurde von Ham Kam Hamarkameratene IF (der neuen Heimat Altachs Leonardo) aus Norwegen verliehen und will seinen Traum von England über diese neue Zwischenstation erreichen.

Mittlerweile ist die Leihe beendet - die Reise wird sicher weitergehen.
 
 
 
Slowakei
  Er kanns nicht lassen: Rolf Landerl, 32, ist der Wandervogel schlechthin. Seine Statitionen der letzten 15 Jahre sollte er, schon wegen der Verschiedenartigkeit der erlebten Fußball-Kulturen, einmal in einer Autobiographie verwerten.
Landerl begann bei Donaufeld, kam dann mit 19 zu Rapid und ging dann schnell in die Fremde. Landerl war der erste Legionär im ehemaligen Ostblock, und zwar bei Inter Bratislava. dann verschlugs ihn nach Holland, zu AZ Alkmaar, Fortuna Sittard und zum FC Groningen. 2004 zog ees ihn nach Portugal zum FC Penafiel, danach dann nach Ungarn zum FC Sopron.
Zwei Jahre später kam er für kurze Zeit zurück, sinnigerweise zu den Pleite-Klubs GAK und Admira. Kein Wunder, dass es ihn jetzt wieder ins Ausland zog, wieder an den Ursprung, wieder in die Slowakei, zum DAC Dunajska Streda. Sein Trainer, der großartige und konsequente Milan Djuricic wurde leider jüngst durch den OldSchool-Heizer Werner Lorant abgelöst.
 
 
 
Polen
  Ein Bursche mit oberösterreichischen Roots (Schwanenstadt) spielt in der 2. polnischen Liga (der 1. Liga, immerhin mit Vereinen wie Widzew Lodz oder dem GKS Katowice): Adam Sosnowski, 20, ist Verteidiger bei Kmita Zabierzow.
 
 
 
Georgien/Kazachstan
  Der zuletzt wegen des Konflikts in Georgien medial stark präsente Ex-Ried oder Sportklub-Coach Peter Segrt, 42, ist Kroate. Christoph "Gischi" Westerthaler, 43, ist Österreicher und angeblich Coach beim Verband in Kazachstan.
 
 
 
Bosnien
  Und tatsächlich haben sich einige mutige junge Männer nach Bosnien aufgemacht, zum dortigen Traditions-Verein Velez Mostar.
Es handelt sich dabei um Daniel Kogler, 20, vormals bei Bad Aussee in der 1. Liga. "Schuld" an dieser Aktion ist wahrscheinlich sein Kollege Denis Rizvanovic, 21, Doppelstaatsbürger und in der bosnischen U21, ein ehemaliger Vienna- und Ritzing-Spieler.
 
 
 
Der Rest der Welt
  In Brasilien, dem Mekka des Sports, gibt's wenige Legionäre, aber einen Doppelstaatsbürger, der unter Hans Krankl einmal kurzzeitig ein großes Thema war.
Sollte man Adraino Laaber alias Adrianinho, damals Stürmer bei einem weniger bekannten Verein der brasilianischen Liga, einbürgern?
Er hat eine österreichische Oma, er hatte einen Pass und er war bereit sein kleines Deutsch aufzubessern.
Hans Krankl hat dann, Weltmann der er ist, verzichtet.

Adrianinho, jetzt 28, spielt immer noch, gerade wieder in der 2. Liga Brasiliens, beim FC Brasiliense, einem jungen Hauptstadt-Klub, der vorletztes Jahr abgestiegen ist und sich jetzt in der Série B mit Klassikern wie den Corinthians, Bragantino oder Fortaleza misst.

 
 
Recht weit weg
  war Markus Böcskör, 25 ehe er als Tormann Nr. 3 zur Austria zurückkam: bei den Kaizer Chiefs in Johannesburg, einer der großen afrikanischen Club-Teams, wo Mushin Ertugral, dessen System für Mattersburg zu komplex war, nach einem Aufenthalt bei Ajax Cape Town höchst erfolgreich tätig ist. Auch Markus Hiden war immerhin in Zypern, aber das ist ja auch noch nicht einmal Asien, ja und Markus Schopp hat es ein Weilchen in New York probiert. Viel mehr war da leider nicht.

Weit weg sind auch zwei Doppelstaatsbürger am Ende ihrer Karrieren: George Datoru, 31, Nigerianer bei Admira, Stey, Austria und Pasching, spielt nach zwei Stationen in Griechenland jetzt bei Hapoel Ramat Gan in der 3. israelischen Liga. Sein Doppel-Landsmann Benedict Akwuegbu, 33, ist nach Stationen in Frankreich, Belgien, dem GAK, Kärnten, Wacker, St. Gallen, den Sportfreunden Siegen, Griechenland und zuletzt in China bei Qingdao Jonoon derzeit auf Vereinssuche.

In der Nähe ist auch Michael Petrovic, 50, ehemaliger Sturm-Trainer, Coach - wie immer nah bei seinem Chef Ivica Osim: bei Sanfrecce Hiroshima in der J-League.

Der alte Austria-Meistertrainer Hermann Stessl, 67, ist angeblich immer noch als Trainer/Berater im Libanon tätig. Ex-Teambomber Alfred Riedl, 58, ist nach seinen erfolgreichen Jobs in Vietnam und dem Iran derzeit arbeitslos.
 
 
 
Was fehlt?
  Ein Spieler in der Ligue 1 in Frankreich. Oder der Jupiler League in Belgien.
Mehr als nur ein einziger Spieler bei den Nachbarn Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien. Und mehr als ein Kicker in der Schweiz und Liechtenstein.
Mehr als nur ein Spieler in Kroatien oder Bosnien, von wo aus die heimischen Ligen so zahlreich gespeist werden.
Ein paar Kicker mehr im neureichen Osten, etwa in der Ukraine oder Rumänien.
Mehr Spieler in Skandinavien. Ein Cousin von Hrn Duscher in Argentinien. Ein Mariachi in Mexico. Ein Kicker im Nahen Osten, in Kairo oder Tel Aviv. Ein Auswanderer in Australien.

Und überhaupt: mehr, viel mehr österreichische Kicker, die rausgehen in Richtung Welt.

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