fm4.ORF.at ORF.at login
StreamPodcastsMail an FM4
zurück zur TitelseiteSOUNDPARK - Your Place for Homegrown MusicSTATION - alles rund um den RadiosendernotesCHAT
Wien | 12.6.2008 | 16:33 
Maßgebliche Musiken, merkwürdige Bücher und mühevolle Spiele - nutzloses Wissen für ermattete Bildungsbürger

Sonja, Pinguin, Rotifer

 
 
Die Perle der Festivals
 


--//-- ABGESAGT --//--

Das Transmission Festival musste wegen Budget-Problemen und schlechter Vorverkaufszahlen leider abgesagt werden. Bereits gekaufte Tickets können an den Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden.

--//-- ABGESAGT --//--
 
 
 
  Auf der Kulturlandkarte hatte Kufstein bisher nur einige wenige Einträge eingefahren.

Der prominenteste ist ein Bauwerk: Mit mehr als 4.000 Pfeifen ist am Kufsteiner Festungsberg ein riesiges Monster von Orgel angeklebt, die, wie KufsteinerInnen immer versichern, sich "größte Freiorgel der Welt" nennen darf. Freilich sind die KufsteinerInnen die einzigen, die das wissen, und bisher ist es mir, der ich schon einige Jahre Kufsteiner bin, nicht gelungen, herauszufinden, ob irgendwo auf der Welt überhaupt noch eine - selbstredend dann kleinere - Freiorgel existiert. Für Kufsteiner FreiorglerInnen ist das Spielen auf diesem Monster (täglich um zwölf) eine nahezu unerreichbare Ehre und auch nicht ganz leicht, gab es doch - bis vor relativ kurzer Zeit - ein größenbedingtes Delay zwischen Manual und Klangerzeugung, sodass die OrganistInnen das von ihnen Gespielte gar nicht hören könnten.

Es gibt auch einen Autor: Der reaktionäre, deutschnationale Wahlkufsteiner Gymnasiallehrer Carl Techet hat unter dem Pseudonym Sepp Schluiferer mit Fern von Europa ein Porträt der "Tarrola" geschrieben, das sich vor allem bei jungforschen Tiroler Intellektuellen ungebrochen großer Beliebtheit erfreut. Dort wird in einer Mischung aus kehllautiger Lautschrift und stadtbürgerlich-feinsinniger "Tongue in Cheek"- Distanziertheit ein (nicht ganz unrealistisches) Bild der beliebten Tiroler Erfolgsverstrickung von Großmannsucht, Innzentrismus, unverständlicher Selbstsicherheit und mentaler Unflexibilität gezeichnet. Das Buch ist mäßig lustig, verursacht aber seit Generationen nach wie vor bei Tiroler KleinkulturträgerInnen - von Hiphop Crew bis Kleintheaterveranstalter - ein lauthals-kehliges, den Selbsthass und die Wegziehfaulheit überlärmen sollendes Gelächter.

 
 
  Am Erfolgreichsten: Das Kufstein-Lied, vom Postler Karl Ganzer beim Ziehharmonikaüben im Gasthaus fast zufällig entdeckt, ist heute mit über 100 Millionen verkauften Tonträgern eine der erfolgreichsten Tonfolgen, die je von einem österreichischen nicht-klassischen Komponisten erdacht wurde, übertroffen, wenn überhaupt, nur von "Stille Nacht, Heilige Nacht". Eine beschleunigte Version hatte in den Achtziger Jahren bei einem Kufstein Konzert - sehr zum Amusement der Kufsteiner Szene - dem nackten, lederbehosten Wilfried zu seinem kurzen Punk-Moment verholfen und der "neuen Volksmusik" (deren jüngstes Aushängeschild Zabine im Übrigen auch aus Kufstein stammt) eine kleine Geburtsstunde beschert.
 
 
 
 
 
Umrahmt von Bergen
  Die Subkultur in Kufstein hatte es in der Subkulturzeit ab 1970 wie überall in Tirol auch hier nicht besonders leicht. Der ins Leben gerufene "Wühlmaus Club" hatte sich gegen den Widerstand der Stadt u.a. um ein elegantes, österreichweit bekanntes Festival am Stimmersee gekümmert (u.a. mit der Jazzlegende "Art Ensemble of Chicago"), nach dessen Auflösung hatte es mit der "Kulturfabrik" ein nettes Hippie-Beisl, wo auch schon mal Bo Diddley oder Texta aufgetreten sind.

Merkwürdigerweise hatte es der Liebe wegen die britische New Wave Legende Frank Tovey aka Fad Gadget nach Kufstein verschlagen, der die spritzige und fesche Kufsteiner Rockband Temple X als seine Begleitband bis in die Vorgruppenriege von Depeche Mode geführt hatte.

Weitere KufsteinerInnen:
Die Skizze, Electropop Teenband, nach Wien ausgewandert.
Ricarda Denzer, konzeptionelle Künstlerin, aus Zweibrücken ein- und nach Wien ausgewandert.
Josef Madersperger, trauriges Erfinderschicksal, nach Wien ausgewandert und verarmt.
Hans Reisch, Spar Gründer.
Mein Opa, Bäcker, aus Württemberg eingewandert und auf der Walz hier gelandet.
ich, hier (ehem...)
 
 
 
So friedlich und still
  Und nun steht ein Festival bevor, das sich in Sachen intelligent kuratiertes, dem kontemplativen Pop der Neunziger gewidmetes Event vor den großen Schwestern Primavera oder Icelandic Airwaves nicht zu verstecken braucht. Ins Leben gerufen wurde die Idee zu dieser Veranstaltung von einer in Kufstein lebenden irischen Festivalkuratorin, die schon für Sigur Ros und das Rock in Rio gearbeitet hat und weiß, was sie tut.

Die überdimensionierte Kufsteiner Burg ("Festung", wie wir sagen) bietet mit einem Burghof für 4000 Besucher und einem Panorama über das ganze, breite Inntal - ohne jetzt plötzlich patriotisch werden zu wollen - eine der imposantesten Kulissen der Welt. Seht selbst:
 
 
 
 
 
Transmission 08
  Das Transmission Festival findet heuer erstmals statt, die BetreiberInnen haben aber Großes vor und wollen Kufstein - analog zu Krems mit seinem Donaufestival - langfristig auf der Landkarte der anspruchsvollen Festivals etablieren.

Transmission Festival 2008,
4-6. Juli 2008
Kufstein, Festungsarena


Mit dabei sein werden:


Spiritualized
Syd Matters
Sofa Surfers
Mogwai
Talvin Singh
Cornelius
Efterklang
Why?
Attwenger
Russkaja
 
 
 
Spiritualized, Mogwai, Why?
 
 
  Es sollen noch einige dazu kommen, wie etwa die wiedervereinigten Tindersticks, sie - wie auch Spiritualized, Syd Matters und Why? - mit neuer CD im Gepäck.
 
 
 
  --//-- ABGESAGT --//--

Das Transmission Festival musste wegen Budget-Problemen und schlechter Vorverkaufszahlen leider abgesagt werden. Bereits gekaufte Tickets können an den Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden.

--//-- ABGESAGT --//--
 
fm4 links
  Transmission Festival
alle Informationen zum Transmission Festival in Kufstein
   
 
back
 Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick