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  Österreich | 12.1.2005 | 07:00   

 
 
FM4 Hausbesuch von Mathias Zsutty #3/10
  Mischa Zickler: ehemaliger FM4 Chef, Programmentwickler fürs Fernsehen

Ort: Mischas Wohnzimmer/Büro in Wien-Meidling
Zeit: 29. November 2004

"Die Idee eines Jugendmagazin-Fernsehens war immer schon passe, nur lange Zeit ist das in Österreich niemanden aufgefallen, weil es nur FS1 und FS2 gab. Ich hab es schon immer gehasst, dass ich mir Beiträge "beim Pinkeln brennts" ansehen musste, obwohls grad gar nicht gebrannt hat."
 
 
 
Die Anfänge
  Mit 15 gestaltet Mischa Zickler seinen ersten Beitrag fürs Radio. Nach der Matura, Mitte der 80'er Jahre, wird er Redakteur bei der Ö3 Jugendsendung ZickZack, gestaltet später auch Beiträge für Ö1. Als im Herbst 1994 klar wird, dass auf Grund einer weiteren Ö3 Reform die Sendungen ZickZack, Musicbox und Nachtexpress aus dem Programm fliegen, nutzen die zuständigen Redakteure, allen voran Angelika Lang und der damalige ZickZack-Chef Martin Blumenau ein "window of opportunity" und schlagen das Konzept für FM4 vor.
 
 
 
Das erste FM4 Poster hat Mischa Zickler immer im Rücken wenn er an seinem Schreibtisch arbeitet
 
 
you're at home baby
  Am Montag 16.01.1995 geht um 19.00 FM4 on air. Aus den Redaktionen von Zick Zack, der Musicbox und dem Nachtexpress soll eine gemeinsame FM4 Redaktion werden, doch noch lange nach dem Sendestart definieren sich noch viele Mitarbeiter über ihre Herkunftsredaktion. Zu unterschiedlich scheinen die "Arbeitskulturen". Mischa Zickler wird erster Senderchef von FM4, unter ihm entstehen Stermann und Grissemanns Songcontest-Übertragungen oder der europaweite Radio-Bandcontest "Scype". Ende 1996 wird er von Monika Eigensperger abgelöst.
 
 
 
Ein würdiger Platz für die Romy 2001 (TXO) und die Romy 2003 (Starmania)
 
 
  1997 wechselt Mischa Zickler zum Fernsehen und ist zwei Jahre lang Leiter der Jugendredaktion bevor er in die Programmentwicklung wechselt und dort für den ORF das Reality TV Zeitalter einläutet. Mit Taxi Orange und Starmania bereitet er dem ORF Top Quoten und der heimischen Presse die kontroversiellsten Mediendiskussionen seit langem. Für beide Formate erhält er den Österreichischen Fernsehpreis, die Romy.
Seit letztem Jahr ist er als Berater für die deutsche RTL Gruppe tätig.

 Das 2. Poster in Mischa Zicklers Wohn/Arbeitszimmer: Starmania. (Ein TXO Plakat war nicht zu finden)
 
 
Mischa über den Wechsel an der FM4-Spitze
  Mathias Zsutty: Warum warst du nur so kurz bei FM4? Ende '96, Anfang '97 war schon Monika Eigensperger Senderchefin.

Mischa Zickler: Ich bin nicht FM4 Chef gewesen, weil das ein Job war, den ich angestrebt hätte. Ich hatte keine drei Sekunden Zeit darüber nachzudenken, ob ich den Job überhaupt annehmen möchte. Das ist entstanden, weil Angelika Lang, die die logische erste Chefin von FM4 war, schwanger geworden ist, und klar war, sie macht das nicht. Und innerhalb kürzester Zeit hat dann Edgar Böhm als der zuständige Hauptabteilungsleister einfach die Entscheidung über einen Ersatz getroffen. Und er meinte dann, er kann sich da eigentlich jetzt nur mich vorstellen. Aus welchen Gründen auch immer. Es war im Rahmen der Gruppe, die das sozusagen entwickelt hatte keine logische Wahl. Ich war weder Chef von Zickzack noch Chef von der Musicbox noch Chef des Nachtexpress.

 Ein seltener Moment, denn normalerweise lässt sich Mischa Zickler nicht photographieren sondern stellt seit Jahren das immer gleiche (untenstehende) Pressephoto zu Verfügung.
 
 
  Es war eigentlich eine extrem anstrengende Zeit, gerade diese Gründungsphase von FM4. Weil einerseits viele Redaktionen zusammenzuführen waren, die das teilweise nicht wirklich wollten. Auch weil wir im Haus, also im ORF, natürlich auch noch nicht das Standing hatten, das FM4 heute hat. Man musste über Basics verhandeln wie: Wieviel Platz haben wir eigentlich? Aus welchem Studio senden wir? Das solltte möglichst nicht das schlechteste Studio sein, das der ORF überhaupt zu bieten hat und ähnliche Dinge. Plötzlich musste da eine ganz neue Sendereinheit aufgebaut werden. Das war dann halt mein Job. Und das war dann ganz schnell ein Job, der sehr wenig inhaltliche Berührungspunkte hatte, was aber immer das war, was mir am meisten Spaß gemacht hat. Plötzlich hab ich mich länger über irgendwelche Budgets unterhalten müssen als darüber, was wir senden. Die Gründungsphase von FM4 war sozusagen körperlich ein extrem anstrengender Job. Und ich hab relativ schnell klar gemacht, auch für mich, ich möchte den nicht lange ausüben.

Die Monika ist dann allerdings wegen Umstrukturierungen innerhalb der Hörfunkintendanz zu FM4 gekommen. Nicht weil ich gesagt habe, ich gehe. Das heißt, die Monika, die ja von Ö3 kam und dort die stellvertretende Chefin war, wurde dort im Zuge der Ö3-Reform abgezogen und sollte einfach einen neuen Verantwortungsbereich kriegen. Und den hat sie dann auch gekriegt. Retrospektiv betrachtet glaub ich, war das auch gut so. Ich glaube, dass sie in der Phase, in der sie gekommen ist, die bessere Person für den Job war als ich.

 Einen großen Teil seiner Arbeitszeit verbringt Mischa Zickler fernsehend.
 
 
Seit Jahren das einzige Photo von Mischa Zickler, das bei (Zeitungs-) Interviews abgedruckt werden darf. (Er sieht aber noch immer so aus)
 
 

Die FM4 Entstehungsgeschichte aus seiner Sicht, warum die Radiosoap Blauberg noch immer sein Lieblingsprojekt ist und wie Robert "Mama" Höchtl bei der 1. Taxi Orange Sendung das geplante Konzept über den Haufen geworfen hat erzählt Mischa Zickler ab 19.00 im FM4 Hausbesuch.
 
 
artist title
 Beastie BoysSabotage
 MorrisseyThe More You Ignore Me The Closer I Get
 Blind ZeroMy House
 Stermann & GrissemannDas schönste Ding der Welt
 ÄbyssJeder Für Jeden
 Starmania Allstars aka StarmaniacsStars In Your Eyes
 Teddybears Sthlm Hey boy
   
fm4 links
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