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  Österreich | 29.6.2005 | 17:33   

 
 
Sortieren vs. Querfeldein
  von Veronika Weidinger

Tilmann Meyer-Faje heißt der adrett gekleidete junge Mann, der sich je nach Funktion den Arbeitsmantel überzieht oder im Sakko auftritt - der Ort seines Wirkens in unterschiedlicher Mission: die Universität Ulrichsberg. In der kleinen Mühlviertler Gemeinde inszeniert Tilman eine Ein-Mann Uni und kopiert all das, was die Universität nicht nur zu einem Ort der Wissenschaft, sondern zu einem Tempel der Bürokratie macht: als Mitarbeiter der Studienabteilung gibt er Formulare aus, ordnet Anträge, informiert über Fristen und Vorlesungstermine - das alles in einem Setting einer Büro- und Hörsaal-Möbel-Landschaft, bei der grad noch die Kreide der Inventarerstaufnahme-Registrierungsnummer entkommen ist.
 
 
 
Hassliebe zur Hochschule
  Wer die nötigen Anträge gestellt hat, das Semesterticket für die Busse der Umgebung ergattert hat, ist eingeladen sich eine Vorlesung der Uni Ulrichsberg anzuhören, Tilman tauscht dann Mantel gegen Sakko und liest Diplomarbeiten vor, bei denen sich wohl eher urban orientierte Jung-WissenschafterInnen ländlichen Lebenswelten angenähert haben. Es geht um "Frauenfreundschaften im Dorf" oder "Das Kontaktverhalten in gastronomischen Betrieben". Den bildenden Künstler, der's selbst nicht lange an der Uni - "furchtbar" - ausgehalten hat, definiert sein Verhältnis zur Hochschule als "Hassliebe", ihn fasziniert aber die Ästhetik des Betriebs Uni mit älterem Mobiliar, der stickigen Luft. Wie im universitären real-life hören sich auch in der Uni Ulrichsberg auch die Ergebnisse wissenschaftlichen Arbeitens nur mäßig spannend an, verstärkt durch einen betont getragen langweiligen Vortrag, macht Tilman auf die Umständlichkeit und teilweise Absurdität wissenschaftlicher Sprache aufmerksam - bei manchen Arbeiten wird das schon im Titel angeteast: "Grundlagen zur Stilbestimmung von Gebäudetypen anhand systematischer Untersuchungen von Waschbetonminimalbaukörpern zur Verwahrung von Entsorgungsgütern".

Wer einige Vorlesungen besucht, kriegt Studentenausweis, Studienbuchblatt und zum Schluß noch ein Diplom, Dokumente die den echten verdammt ähnlich schauen. Das penible Durchexerzieren Uni-Bürokratie inklusive Urkundenfälschung - völlig sinnlos meint Tilmann, der's tut, um damit auf die Austauschbarkeit der Dinge hinzuweisen und gleichzeitig appelliert, diese Dinge - sind ja schließlich nur Papier und Stempel - nicht so ernst zu nehmen. Das Projekt Uni Ulrichsberg beweist aber auch: "Wenn sie die richtigen Urkunden haben, oder ein seriöses Foto im Vorlesungsverzeichnis, können sie eigentlich jeden Quatsch verkaufen."

 
 
Land Art Cross Soccer
  Beim Abschlussevent des Festivals der Regionen werden die Fußballregeln zwar nicht neu geschrieben, aber das Spielfeld wird ausgedehnt, auf 7,5 Kilometer.
Sonntag, 14 Uhr wird das von rhizom konzipierte "Land art Cross Soccer" angepfiffen, mit dem sich die Mannschaften Union St. Oswald und Union Aigen ein freundschaftliches Spiel zum Abschluss der Saison liefern. Beide Mannschaften werden dabei auf 27 Spieler aufgestockt, um die Strecke zwischen den beiden Orten auch zu schaffen. Gespielt wird beim Querfeldeinfußballspiel im festgelegten Korridor, über die Hügel, auf den Wiesen und Wegen zwischen St. Oswald und Aigen. Eingeteilt in vier Etappen, stehen dort jeweils zwei Tore, in die geschossen werden kann, wenn sieben Spieler und die Tormänner beider Mannschaften den Torraum erreicht haben - 5 Minuten stehen zum Erzielen eines Tores zur Verfügung, bevor's dann weitergeht, in Richtung Aigen. Sonst gelten im wesentlichen die FIFA Regeln, abgesehen von den Pausen, die das Querfeldeinfußball neben den Spielern auch den ZuschauerInnen auf der Strecke gestattet. Wer von den OrganisatorInnen schon beim Testspiel war, schwärmt vom Anblick, wenn ein ganzer Haufen Spieler die Hügel runterkommen.

 
 
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Infos zu den Projekten beim Festival der Regionen, wo's auch den Spot zum Festival von Eva Jantschitsch und Peter Hörmannseder zu sehen gibt.
   
 
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