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  Österreich | 17.7.2005 | 17:02   

 
 
Forestglade Tag 3
  Wohl so was, wie ein gewöhnlicher Festival-Sonntag... Man (okay, wir...) trudelt (trudeln) ein wenig später ein als an Tag 1 und 2... Sunterra und Offbeat Generator haben schon gespielt. Ein bisschen in der Sonne sitzen. Ein spätes Frühstück einnehmen. Oder beides.
 
 
 
Sonntags-Sonnenliegen (im Moment hat sich eine kleine Wolke dazwischen geschummelt)
 
 
Als Imbiss eignet sich ein auch ein Selbstbau-Burger.
 
 
14 Uhr 40.
  Die Frames betreten die Bühne. Glen Hansard, ein Geiger, ein Bassist, ein zweiter Gitarrist. Das Schlagzeug bleibt leer. "Our drummer is on the big white phone to God.". Heißt, es geht ihm nicht gut. Ein paar Bier zuviel. Und die Frames spielen ohne Drums. Macht nix. Glen Hansard startet mit "Finally". War anfangs anders geplant. Die drumlosen Umstände und die noch nicht ganz warm-getanzte Festival Crowd verlangen leichte Modifikationen.

 Das verwaiste Frames-Schlagzeug.
 
 
Ein zufriedener Frames Fan, nachdem er die Setlist ergattert hat.
 
 
  Die Frames - ihren Namen haben sie angeblich von Glen Hansards Jugend-Hobby dem Fahrrad Reparieren, was dazu geführt hat, dass der Garten seiner Eltern von Rahmen kaputter Drahtesel überseht war - sind in Irland Stars. In Österreich, haben sie eine kleine, aber umso eingeschworenere Fan Gemeinde. Man kennt die Lyrics. Und singt mit. Fast ein bisschen so was, wie ein feines Privatkonzert. Nur eben auf der großen Festivalbühne.
 
 
 
Glens Gitarre hat 2 Löcher. Ein Extra-Schall-Loch, sozusagen. Das kommt vom vielen Spielen. Sagt man...
 
 
  Die Frames, für manche bereits jetzt "das Highlight des Festivals. Auf jeden Fall wohl aber für den frisch aus dem Publikum gecasteten Schlagzeuger - "Is there anyone able to play the drums? - der während des Konzerts auf die Bühne geholt wird.
Schliesslich schleicht sich da auch noch eine Nicht-Frames-Textzeile in ein Liebeslied: "I fell for you like a child..." und wächst sich dann zu Johnny Cashs "Ring of Fire" aus.

Danach gab's noch ein kleines Meet&Greet mit den Frames
 
 
 
Die Recherchen zwecks Identifikation des Publikums-Schlagzeugers sind noch am Laufen. Zweckdienliche Hinweise bitte ins Forum posten.
 
 
15 Uhr 50.
  Obwohl die Frames überziehen, geht das Festival seinen geplanten Lauf. Die Happy - könnte man im Fachjargon sagen - "heizen dem Publikum mächtig ein". Das Ganze erinnert ein bisschen an die härteren Alternative Acts anno 1997 (Guano Apes, anyone?). Egal, das Publikum liebt es, singt begeistert ins Mikrophon wenn Sängerin Marta Jandova ihnen die Gelegenheit dazu gibt. Musikalisch laut und rockig, textlich aber doch etwas schwach. Die Kollegen David Pfister und Barbara Matthews haben mindesten drei Songs gehört die sich mit dem Thema "Traffic Jam" befasst haben. Trotzdem gibt's eine Zugabe und ein paar Songs aus dem neuen Album zu hören. Wir sind aufgeweckt und bereit für The Donots...
 
 
 
Im Hintergrund kann man den Bandnamen lesen "Die Happy".
 
 
kleine Umbaupausen-Beobachtung
  Auf dem Weg zum Venue halten ein paar Fans mit einem Seeed-Mann ihr eigenes Meet and Greet ab und erzählen ihm offenbar vom Nuke: "Bis zu den Knien im Wasser am Campingplatz, " sagt ein Mädchen.
 
 
 
Donots Sänger Ingo brennt nicht, aber auch er "heizt der Menge ein"
 
 
17 Uhr 10
  Die Donots, die Band mit dem lustigen Wortspiel im Bandnamen, bestritten den von Die Happy vorgegebenen Deutschrockweg konsequent weiter. Die Besucher nahmen die musikalische Gabe durchaus dankbar an und tanzten schön den Mittagespogo. Die Dukatenchips waren danach verdaut.

 
 
Mittagspogo bei den Donots
 
 
H-Blockx Fans sind auch schon da.
 
 
18 Uhr 35
  "Wenns ums Bier geht, sind die H-Blockx immer die ersten", ätzt Ingo von den Donots noch, aber die H-Blockx haben ausser dem Hang zum Bierkonsum noch so eins mit den Frames gemeinsam: Sie covern "Ring of Fire".
Ansonsten verabschieden sie sich mit einem "Lied unserer grossen Vorbilder Tocotronic" und, äh, spielen dann "Rising High". "Zehn Jahre Forestglade - wir sind sicher in zehn Jahren immer noch mit dabei!"
 
 
 
das Bild zum Text (siehe oben)
 
 
20 Uhr 15. Primetime. Rock Pop in Concert.
  Tocotronic spielen um ihr Leben, oder als gälte es, in letzter Sekunde noch zu den Sumpf-Pathoswochen einzureichen.
 
 
 
Die Sterne auf der Wange. Die Tocos im Herzen.
 
 
  Offensichtlich waren sie darauf vorbereitet, die Vorvorgruppe von Motörhead zu machen und haben entsprechendes aus der Zitatekiste der Bühnen-Körpersprache hervorgeholt (bei einschlägigen Lieblingsbands wie Turbonegro und den Sisters of Mercy stand wohl reichlich Material zur AUswahl).

Schwarze Bühne, weisses Licht und Trockeneisnebel.
Fäuste werden zum Himmel gereckt, dann wieder Kußhändchen geworfen, und Dirk geniesst es, mal seine Mimik nicht so kontrollieren zu müssen.
Mund auf, Augen himmelwärts, das sieht ganz schön extatisch aus.

 Rick'n Roll
 
 
 
 
  Tocotronic überzeugen vor allem mit ihren "neuen" Liedern (ab '99), und gar nicht mal so mit den alten Mitgegangen/Hügel-Hadern.
Die Darbietung ist weniger säuselig als auf Platte, "Mein Prinz" zb. wird ganz schön noisig, und so geht es den meisten aktuellen Stücken.
Für die Zugabe wirft Jan seinen Bass in die Monitorboxen, Dirk verwurstelt sich im Gitarrenkabel, um sich dann wieder zu entwursteln und es auf seine am Boden liegende Gitarre zu schmeissen, auf dass sie neues, interessantes Geräusch von sich gebe.
Alles geht im Nebel und im Noise unter. Ja! Das ist wirklich das erste Tocotronic-Konzert, das mich voll und ganz überzeugt hat. Von mir aus können sie das jetzt immer machen, Ironie hin oder her. Aber diese Toco-Rockversion werden wir wohl nicht mehr so schnell erleben.
 
 
 
 
 
21 Uhr 50. Fantomas.
  Kunterbunte Springteufel, auf Englisch "Jack In The Box", hatten Fantomas auf ihre T-Shirts gedruckt. Also so irre Clownköpfe die aus Schachteln rausschiessen, sobald man die vermeintlichen Geschenke öffnet. Und damit haben sie auch schon ein gutes Sinnbild für ihre Musik und ihre Live-Aktivitäten abgeliefert. Mike Patton hat mit seiner Fusion aus Noise, Jazz und weiss Gott was noch alles, wohl einige Festivalbesucher kräftig vor den Kopf gestossen. Die Festival-Gourmets hatten aber eine große Freude an den bizarren Klanglandschaften, in die Patton da verführte. Und bitte, King Buzzo, hauptberuflicher Melvin und nebenberuflicher Fantomas, wird immer hässlicher das es eine Freude ist.

 
 
Mike Patton und seine Höllen-Drums
 
 
Bei Fantomas gehen die Meinungen auseinander.
 
 
Forestglade Finale.
  Versöhnlich ist's. Bei Seeed steppt der Bär. Und mit ihm das nun größtenteils wieder glückliche Publikum. Man hat ganz und gar nicht den Eindruck, es mit einem Ersatz-Headliner zu tun zu haben. Aber vielleicht auch deshalb, weil die Motörhead Fans schon abgereist sind...
Sicherheitshalber verkündet man für alle Zielgruppen:
"Wir sind Motööörhead aus Berlin!" und folgt der Weisheit von Outcast: Grün-Weiß kleidet den MC am besten. Prompt küßt vor mir ein Mädchen mit einem Meterlangen J**nt ein Mädchen ohne meterlangen J**nt: "Kiss the woman standing next to you!"
 
 
 
Gymnastik zum Mitmachen. Und jetzt hoch das Bein...
 
 
.. und jetzt tiiiief...
 
 
Ein Gruppenfoto zum Abschied...
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  Das Forestglade Festival 2005 auf fm4.ORF.at
   
 
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