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  Österreich | 18.2.2006 | 10:02   

 
 
16 Filme statt Turin [9]
  Nach einigen cineastischen High Quality Tipps in dieser Serie, heute zur Abwechslung ein dummer Film. Ein großartig dummer Film.
 
 
 
Anchorman - The Legend of Ron Burgundy (2004)
  von Mathias Zsutty

The following is based on actual events. Only the names, locations and events have been changed.

"Anchorman" ist einer jener Filme, die es gottseidank nicht in unsere Kinos, dafür in jede bessere Videothek geschafft haben. Dadurch ersparen wir uns die jämmerliche deutsche Synchronfassung und können dank DVD die wahre Wortwitzgröße des Originaltons genießen.
 
 
 
"I am a man. I am an anchorman!"
  Ron Burgundy (Will Ferrell) ist die Nummer Eins unter den Nachrichtensprechern im San Diego der 1970er. Er ist das Alphatier des Channel 4 Newsteams, Schnurbartträger aus Leidenschaft, Playboy, Chauvinist und Hobby-Jazzflötist. Als die aufstrebende Journalistin Veronica Corningstone (Christina Applegate) zur Nachrichtenredaktion stößt, bringt sie nicht nur den Hormonhaushalt der testosterongesteuerten Redaktion durcheinander, sondern auch deren Geschlechterrollenverständnis. Schließlich will sie als erster weiblicher Newsanchorman in die Fernsehgeschichte eingehen. So viel zum Setting. Die Handlung ist nebensächlich, und dient lediglich als Bühne auf der sich das erstklassige Ensemble ausleben kann.
 
 
 
"They bring you the news so you don't have to get it yourself"
  Wie schon bei "Waynes World", "Blues Brothers" oder "Zoolander", hat sich auch für "Anchorman" ein Team der legendären NBC Comedy Show "Saturday Night Live" zusammengetan um sich auf Spielfilmlänge auszuprobieren. Unter der Regie des langjährigen SNL-Chefautors Adam McKay wurde die Arbeitsweise des Comedyformats übernommen, also kein fixer Text sondern Improvisation wo immer es geht. Das kann ordentlich in die Hose gehen, im Falle von Komikern wie Will Ferrell, Steve Carell, David Koechner oder Christina Applegate ist dies aber augenscheinlich die einzig richtige Arbeitsweise (und mit ein Grund warum ein begnadeter Will Ferrell in braven Mainstream Filmen wie "Bewitched" eine armselige Figur macht). Zeugnis davon geben hunderte Outtakes auf der DVD, sowie die Tatsache, dass beim Dreh so viel gutes Material übrig geblieben ist, dass daraus kurzerhand ein zweiter Film gemacht wurde ("Wake Up, Ron Burgundy: The Lost Movie")
 
 
 
 
 
"You stay classy San Diego"
  "Anchorman" ist keine hintergründige Medien- oder Geschlechterkampf Satire sondern idiotischer Spaß in der Tradition von "Police Squad" oder der Farrelly Brüder. Nach üblen Halblustigkeiten wie "Wedding Crasher" oder "Dodgeball" endlich wieder eine amerikanische Komödie, die diesen Namen verdient.
Hier nur 6 von 100 guten Gründen sich diesen Film anzusehen:

* Brick Tamland (Steve Carell) als der beste Nebencharakter seit Dougal bei "Father Ted",nebenbei der dümmste Wetterreporter der Welt ("years later diagnosed as mentally retarded with an IQ of 48")

* Ron Burgundys Jazzflöten Solo ("Hey Aqualung!"), daß Ian Anderson vor Neid erblassen lässt

* Der schönste beiläufige Hundemord im Film ever durch Jack Black ("thats how i roll!")

* Das ultrabrutale aufeinanderstoßen der rivalisierenden San Diego-Newsteams inklusive brennenden Männern, abgehackten Gliedmaßen, Dreizack und anderen abstrusen Waffen

* Das verschwenderisches Gastauftrittsfeuerwerk mit Tim Robbins (Public TV "no commercials-no mercy!"), Vince Vaughn (evening news), Ben Stiller (Latino Sender) und Luke Wilson (Channel 2) in ebendieser Szene

* Die Tatsache, dass Ron Burgundy alles liest was auf dem Teleprompter steht. Alles! ("..., I am Ron Burgundy?")
 
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