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  Österreich | 15.3.2006 | 18:27   

 
 
"Graffiti Wien" - Ausstellung im MOYA
  von Alex Hertel

In Wien findet in den kommenden Wochen eine der ersten Graffiti-Ausstellungen statt.

Die Idee, Arbeiten von Graffiti-Künstlern in Galerien zu zeigen, ist nicht neu: In New York stellten die bekanntesten Sprüherinnen und Sprüher bereits in den frühen 80er Jahren Bilder in Museen aus.

Die damals noch boomende Kunstszene war von dem neuen Stil begeistert und internationale Ausstellungen und Engagements folgten. Von der Polizei gesuchte U-Bahn-Sprüher wurden plötzlich zu Stars in der Kunstwelt. In der legendären Graffiti-Dokumentation Wild Style wird diese Entwicklung thematisiert.

Die mediale Aufmerksamkeit dieser Zeit ist unter anderem mitverantwortlich dafür, dass sich die Graffiti-Kultur weltweit verbreitet hat.
 
 
 
Flyer der Ausstellung
 
 
Vertreter der Wiener Szene stellen aus
  Dass Werke österreichischer Graffiti-Künstler in Museen hängen, ist schon etwas seltener. Mit der Ausstellung "Graffiti Wien" präsentieren nun 13 Vertreter der heimischen Szene ihre Kunst im Wiener MOYA - Museum of Young Art.

Viele Sprüher malen nicht nur auf großen Flächen im öffentlichen Raum, sondern experimentieren nebenbei auch mit anderen Formaten, Bildträgern und Techniken.
Auf Leinwänden, Holztafeln, Plastik- oder Glasplatten zeigen jetzt Künstler wie Keramik, Skero oder Nychos eine weitere Facette ihres kreativen Outputs.

Gearbeitet haben sie hauptsächlich mit Acryl-Farben, Spraydosen und Lackstiften. Dank dieser Mischtechniken entstehen zum Teil sehr bunte, dynamische Bildkompositionen.
Interessant zu sehen ist außerdem, dass bei fast allen Bildern auf "klassische" Graffiti-Motive wie Buchstaben verzichtet wurde. Vielmehr stehen Figuren, abstrakte Formen und politische Inhalte im Vordergrund. Das Visualisieren persönlicher Gefühle und Gedanken scheint vielen ein Anliegen gewesen zu sein.

Drei Wochen lang haben Besucher jetzt die Möglichkeit, sich die unterschiedlichen Arbeiten im Museum of Young Art anzusehen.
Um nicht alles zu verraten und einen kleinen Einblick in die Ausstellung zu geben, präsentieren wir euch fünf Künstler, deren Werke gezeigt werden:
 
 
 
KERAMIK
  Keramik ist wahrscheinlich der international bekannteste Graffiti-Künstler Österreichs. Er hat mit seinem Stil viele junge Sprüher beeinflusst und schon in verschiedenen Galerien ausgestellt. Seine Werke wurden in internationalen Büchern und Magazinen publiziert. Momentan arbeitet er als Grafiker.
 
 
 
Keramik
 
 
FAMOS NEW
  Er hat den "Wiener Stil" mitgeprägt. Dieser zeichnet sich durch einfache, naive Formen aus. Famos New arbeitet bei seinen Bildern hauptsächlich mit Spraydosen und Lackstiften.
 
 
 
Famos New
 
 
KRYOT
  Seine Arbeiten wurden durch Reisen nach Südamerika beeinflusst. Dort verwenden viele Graffiti-Künstler, aufgrund der schlechten Farbqualität der Spraydosen, Acryl- oder Latex-Farben.

Sein Stil und seine Formen sind markant. Er hat unter anderem das Artwork für den deutschsprachigen Reggae-Dancehall-Sampler "Dancehallfieber 5" gemacht.
 
 
 
Kryot
 
 
SKERO
  Vielen bekannt als Rapper von Texta, gehört Skero zu den ersten Sprühern Österreichs. Er hat bereits 1989 sein erstes Bild gesprüht und in den letzten Jahren viele Auftragsarbeiten realisiert. Momentan arbeitet Skero an Illustrationen für ein Kinderbuch.
 
 
 
Skero
 
 
JAYE
  Jaye ist die einzige Frau, die im MOYA ausstellt. In Österreich gibt es mittlerweile einige weibliche Graffiti-Künstlerinnen.
Sie vertritt bei der Ausstellung die "junge Generation", da Jaye im Vergleich zu Künstlern wie Keramik oder Skero erst relativ kurz sprüht.
 
 
 
Jaye
 
 
...es gibt noch mehr zu sehen.
  Neben den hier vorgestellten Künstlern, werden im MOYA noch Werke von Seeman, Schwarzfahrer, Wiennacht, Noitce, Nychos, Discom, Neo und Martin gezeigt.

Um ein authentisches Bild von Graffiti zu vermitteln, wurden zusätzlich Fotos von Arbeiten im Outdoor-Bereich aufgehängt und Video-Installationen vorbereitet.

"Graffiti Wien" soll laut Museumsdirektor Kolja Kramer dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und eine Plattform für Diskussionen bieten. Die öffentliche Meinung, dass Sprüher mit ihren Arbeiten nur destruktive Absichten verfolgen, wird mit dieser Ausstellung einmal mehr widerlegt.

Bis Mitte April 2006 kann man die Bilder im MOYA besichtigen.
 
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  Museum of Young Art
   
 
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