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  Österreich | 5.1.2007 | 19:01   

 
 
Die FM4 Kinopremiere: "Shortbus"
  von Martin Pieper

"Voyeurism is Participation" lautet die Tagline der, nun ja, Sexkomödie Shortbus. Regisseur John Cameron Mitchell lässt in einem fantastischen New York - die Stadt wurde tatsächlich aus Karton gebastelt - Menschen in einem Club namens "Shortbus" zusammentreffen. Der Club Shortbus ist ein utopischer Ort, in dem Yo La Tengo die Hausband für eine immerwährende Sexorgie ist. Frauen und Männer, Schwule, Heteros, Lesben und alles, was dazwischen liegt, haben dort ihren Spaß. Alles ist möglich, oder wie es der Host und Conferencier von Shortbus formuliert: "It's like the sixties, only with less hope."
 
 
 
 
  In diesem Panorama der sexuellen Möglichkeiten erzählt John Cameron Mitchell von der Suche nach dem Glück anhand einer Handvoll Protagonisten. Eine Sextherapeutin auf der Suche nach dem Orgasmus, ein schwules Paar, das zwischen (monogamer) Liebe und den Abgründen des sexuellen Begehrens aufgerieben wird, eine einsame Dominatrix/Künstlerin, ein ehemaliger New Yorker Bürgermeister und viele mehr reden, weinen, haben Sex und erleben eine neue Definition von "Romantik". Wenn man Vergleiche braucht: Ein queerer Woody Allen Film in "jünger" mit viel mehr Sex.

Aber das hinkt, wie Orry in Fackeln im Sturm. Neben den zumeist unbekannten Hauptdarstellern treten in diversen Cameos auch eine Riege von queeren Indie-Stars auf. Neben Yo La Tengo ist etwa JD Samson von Le Tigre zu sehen, der kanadische Songwriter Gentelman Reg oder Lex Vaughn, die Schlagzeugerin der Hidden Cameras. Die Hidden Cameras haben auch gleich ein paar Lieder zum Soundtrack beigesteuert.

 
 
 
Hedwig im Swingerclub?
  Shortbus ist die zweite Regiearbeit von John Cameron Mitchell. Mit seinem Debütfilm "Hedwig and the Angry Inch", einem transsexuellen Glam-Rock Musical, war er vor ein paar Jahren der Darling aller Queer-Film-Festivals. Für seinen zweiten Film hat er sich Zeit gelassen, nebenbei den Film "Tarnation" mitproduziert, und dann mit Freunden und Bekannten in einem workshopähnlichen Szenario die Charaktere von Shortbus entwickelt. Ein bisschen etwas von dieser quasi therapeutischen Situation ist auch im fertigen Film zu spüren. Die großteils unbekannten Darstellerinnen und Darsteller haben Mut zur Entäußerung, nicht zuletzt haben sie Sex vor der Kamera. Und zwar richtig.

 
 
Parental Guiding: Explicit Sex
  Pornoalarm?! Der explizite Sex in Shortbus mag für manche Zuseherinnen und Zuseher schockierend und/oder unnötig erscheinen. Von einem "Skandalfilm" ist Shortbus aber weit entfernt. John Cameron Mitchell wollte schließlich genau das drehen: Einen Film über Sex, in all seinen Verwirrungen, Verkrampftheiten, seiner Romantik und Schönheit und seinem alles sprengenden Potential. Sex, in welcher Form auch immer, als Bestandteil des Lebens und dieses Films. Damit begibt sich John Cameron Mitchell tatsächlich ein bisschen zurück in die 60er Jahre, als sexuelle Freiheit auch als politische Befreiung verstanden wurde. Kann man mit einem Orgasmus die Welt, oder zumindest sich selbst retten? Shortbus sagt ja, und ist als US-Indie-Produktion im zunehmend puritanisch-reaktionären Amerika nicht nur in dieser Hinsicht ein Lichtblick.
 
 
 
  Shortbus
2006, Regie: James Cameron Mitchell
Freigegeben ab 16 Jahren
Ab 12. Jänner in den österreichischen Kinos
 
 
 
30x2 Karten zu gewinnen!
  Für die FM4 Kinopremiere am 10. Jänner um 20.30h im Stadtkino Wien verlosen wir Karten. Dafür musst du nur folgende Frage richtig beantworten:

Aus welchem Land kommt die Figur Hedwig?
(aus Hedwig and the Angry Inch)

Richtige Anwort: DDR
Danke für eure zahlreiche Teilnahme. Die GewinnerInnen sind via mail verständigt worden.
 
 
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