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  Österreich | 1.2.2007 | 19:34   

 
 
Proteste gegen Abtreibung in Lugner-City
  Claus Pirschner

Für manche passt das nicht zusammen - ein sexualmedizinisches Zentrum in einem Einkaufszentrum. Abtreibung neben Shoppen. "Kindertod im Angebot?" hat man deswegen heute auf Transparenten lesen können. Demonstriert hat der katholische Verein "Jugend für das Leben". Rund 80 Personen haben sich im Sinne des Vereins für einen Boykott der Lugner-City eingefunden - im Internet ist dieser von 3.000 Personen unterzeichnet worden.
Margret Parzmair von "Jugend für das Leben": "Wir setzen uns für die unantastbare Würde des ungeborenen Lebens und für den Schutz des Lebens ein. In einem Einkaufszentrum, wo man banale Dinge des Lebens erledigt - man geht zum Friseur, man geht ins Kino, man geht zum Shopping und nebenbei kann man jetzt plötzlich dort auch eine Abtreibung tätigen. Das widerspricht sich für uns mit der Würde des menschlichen Lebens. Wir können nicht hinnehmen, dass Abtreibung zum Alltagsgeschäft wird."
 
 
 
 
  Der Verein "Jugend für Leben" hat nach eigenen Angaben 200 eingeschriebene Mitglieder und ist auch gegen die Verwendung der Pille und der Spirale, weil auch die abtreibend wirken würden.
Frauen, die sich aus verschiedensten Gründen nicht in der Lage sehen eine Schwangerschaft auszutragen und ein Kind aufzuziehen könne dennoch geholfen werden, erklärt
Julia Blaimschein vom Verein "Jugend für Leben": "Wir können sie auf die Möglichkeit einer Pflegefamilie hinweisen, auf die Möglichkeit einer Adoption, wenns wirklich nicht geht. Und ansonsten gibt es in Österreich glaub ich ein gutes Sozialnetz."
Dennoch findet sich die Forderung nach einem flächendeckenden leistbaren öffentlichen Kinderbetreuuungsnetz nicht auf der Homepage des Vereines.

 
 
 
 
"Venus Med"
  Das interdisziplinäre "Venus Med" bietet Beratung und Behandlung für sämtliche Fragen hinsichtlich Sexualität an, egal ob Potenzstörungen, Orgasmusprobleme oder Fragen der sexuellen Orientierung. Hier arbeiten Psychoterapeuten, Sexualtherapeuten- und pädagogen, Allgemeinmediziner, eine Hebamme, Gynäkologen und Urologen, alle sind hier unter einem Dach zu finden. "Venus Med", ist zwar im selben Gebäude, in dem sich auch das Shoppingcenter Lugnercity befindet, hat allerdings einen separaten Eingang. Dadurch soll die Hemmschwelle möglichst niedrig gehalten werden, so Brigitte Mooshammer-Peter, Geschäftsführerin von "Venus-Med": "Wir haben ein Ort gesucht, wo Mann und Frau niederschwellig aus dem Alltag heraus mit sensiblen Problemen auf uns zukommen können."
 
 
 
  Die Sexualtherapeutin Brigitte Mooshammer-Peter wundert sich: "Was ist mit den Frauen, die sich dann doch für einen Abbruch entscheiden? Haben die dann kein Recht darauf, umfassend medizinisch und psychologisch auf höchstem Niveau betreut zu werden? Oder sind die denen egal? Ist es nicht zynisch zu sagen: Wenn sich jemand für einen Abbruch entscheidet, dann hat er kein Recht auf qualitativ hochwertige Behandlung. Es ist etwas kurz gegriffen, nur den Fokus auf das ungeborene Kind zu legen. Was passiert mit der Frau dabei?"
 
 
 
Gegendemonstration
  Auch eine Gegengruppe von rund 30 Demonstranten findet sich vor der Lugner-City ein, die für das Recht auf Abtreibung eintritt. Sie fordern u.a. kostenlose Abtreibung, die Streichung der Abtreibung aus dem Strafrecht sowie das Selbstbestimmungsrecht der Frau. Sie skandieren:
"Abtreibung ist Frauenrecht, bei Pro Life da wird uns schlecht".
Radikalismus ist auch hier zu spüren - so steht auf einem Schild "Hätte Maria abgetrieben, wär uns was erspart geblieben."

 
 
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  venusmed.at

Jugend für das Leben
   
 
 
Update
  Der Salzburger Weihbischof Laun hat Richard Lugner "exkommuniziert". Lugner habe sich durch sein Verhalten selbst aus der Kirche ausgeschlossen. Mehr dazu auf [ORF.at]
 
 
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